mini|Lil Wayne mit Tränentattoo Als Tränentattoo (umgangssprachlich auch Knastträne)Hans-Dieter Schwind, Günter Blau: Strafvollzug in der Praxis: eine Einführung in die Probleme und Realitäten des Strafvollzuges und der Entlassenenhilfe. S. 304.Marcel Feige: Ein Tattoo ist für immer. S. 118. bezeichnet man eine Tätowierung in Form einer Träne, zumeist unter dem Auge gestochen. Es steht unter anderem in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten.Erklärung der Tätowierung Seine genaue Bedeutung ist jedoch umstritten.
Bedeutung Es existieren verschiedene Bedeutungsmöglichkeiten. Einige hiervon sind:
Zeichen für Trauer Ein Tränentattoo kann als Zeichen der Trauer über den Tod einer dem Träger nahegestandenen Person interpretiert werden. Zumeist starb der Tote hierbei nicht eines natürlichen Todes, sondern wurde getötet, beispielsweise ermordet oder Opfer eines Unfalls. Der US-amerikanische Basketballspieler Amar'e Stoudemire ließ sich ein Tränentattoo stechen, nachdem sein Bruder bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.Amar'e Stoudmire teardrop tattoo. (englisch) abgerufen am 10. Dezember 2013.
Zeichen für einen Mord Ein Tränentattoo kann auch Zeichen für einen durch den Tätowierten begangenen Mord sein und die Anzahl der Tränen der Anzahl der verübten Morde entsprechen. Diese These wird im Buch Ghetto Kidz des Schriftstellers Morton Rhue beschrieben. Des Weiteren machte der Musiker Lil Wayne in einem Interview eine Andeutung auf die Bedeutung seiner vier Tränentattoos.Lil Wayne Interview. (englisch) abgerufen am 10. Dezember 2013. So sagte er, während er dabei auf seine Tränentattoos zeigte:
Bei einer Anhörung in einem Gericht in Washington, D.C. sorgte das Tränentattoo eines Angeklagten für Aufsehen, da es möglicherweise die Jury bei ihrer Entscheidung beeinflusste.Gerichtsverhandlung in Washington. (englisch) abgerufen am 10. Dezember 2013.
Zeichen für einen Gefängnisaufenthalt mini|Tränenmotiv-Tätowierung als Zeichen für einen Gefängnisaufenthalt Ein Tränentattoo kann auf einen Gefängnisaufenthalt verweisen. Die Anzahl der Tränen kann hierbei für die Jahre stehen, die der Träger der Tätowierung im Gefängnis verbrachte. Die verstorbene Sängerin Amy Winehouse ließ sich aus Solidarität zu ihrem Freund Blake Fielder-Civil ein Tränentattoo stechen, nachdem dieser zu einem Gefängnisaufenthalt verurteilt worden war.Amy Winehouse und ihr Tränentattoo. (englisch) abgerufen am 10. Dezember 2013.
Zeichen der Herabwürdigung Eine andere Bedeutung des Tattoos kommt aus US-amerikanischen Haftanstalten. Gefangene berichteten, dass sie von ihren Sugar-Daddies gezwungen wurden, sich ein Tränentattoo stechen zu lassen, um zu zeigen, dass sie verweichlichte Männer sind, die dem Idealbild eines Mannes nicht entsprechen können (engl. sissy).verschiedene Bedeutungen des Tattoos. (englisch) abgerufen am 10. Dezember 2013.
Causa „Teardrop Rapist“ Zwischen 1996 und 2012 beging ein unbekannter Sexualstraftäter, der wegen seines Tränentattoos „Teardrop Rapist“ (deutsch: „Tränenvergewaltiger“) genannt wurde, in den USA mehrere Vergewaltigungen. Zeugen eines Übergriffs aus dem Jahr 1998 verwechselten den Täter mit einem Mann, der ebenfalls ein Tränentattoo trug und daraufhin im Jahr 1999 zu mindestens 55 Jahren Haft verurteilt wurde. 16 Jahre später wurde dieser anhand einer DNA-Untersuchung als unschuldig befunden und freigesprochen, verblieb jedoch wegen eines ungeklärten Aufenthaltsstatus zunächst in Gewahrsam.Neue DNA-Spuren: Kalifornier saß 16 Jahre unschuldig hinter Gittern. Spiegel Online, 24. November 2015.
Prominente Träger Zu prominenten Trägern eines Tränentattoos gehören unter anderem der US-amerikanische Rapper Lil Wayne, The Game, Ricardo Quaresma, Kevin Gates und die britische Sängerin Amy Winehouse.
Literatur Hans-Dieter Schwind, Günter Blau: Strafvollzug in der Praxis: eine Einführung in die Probleme und Realitäten des Strafvollzuges und der Entlassenenhilfe. Walter de Gruyter, 1988, ISBN 3-11-010906-9. International Society of Art and Psychopathology, Nikolaus Petrilowitsch, Juan José López Ibor, Theodor Spoerri, Gunter Hofer, Rainer Michaelis, Karl Peter Kisker, Ulrich Spiegelberg: Die Sprache des Anderen. Band 152. S. Karger, 1976. Marcel Feige: Ein Tattoo ist für immer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2003, ISBN 3-89602-381-0.
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Einzelnachweise
Kategorie:Tätowierung