miniatur|Die Schützenlaube. Sicht von Westen her. Die Schützenlaube wurde 1664 von der Burgerschaft Visp im Schweizer Kanton Wallis erbaut. Seit 1980 beherbergt sie im Erdgeschoss eine Kunstgalerie.

Sie gilt als regional schützenswertes Objekt der Kategorie B des Schweizer Denkmalschutzes und wird unter der KGS-Nr: 7196 auf der Liste der Haager Konventionen zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten geführt.

Geschichte Bischof Matthäus Schiner und der Walliser Landrat beschlossen Im Jahr 1501 ihre Soldaten besser auszurüsten und kauften Waffen und Munition. Um die regelmässige Anwendung und die Handhabung der Waffen zu üben, beschloss der Landrat im Dezember 1545 in allen Zenden ein, mit Preisen ausgesetztes Schiessen durchzuführen. Das erste Landesschiessen fand 1548 am Gräfibiel in Visp statt. Die Organisation oblag einer in die Burgerschaft eingegliederten Bruderschaft, der nachmaligen Schützenzunft.

1664 erbaute die Burgerschaft auf dem Gräfibiel die noch heute bestehende Schützenlaube. Geschossen wurde durch die westlichen Rundbogenfenster. Die Ziele befanden sich am Gegenhang, am Fusse des Schlusselachers. Noch im selben Jahr gab sich die Bruderschaft eigene Satzungen. 1865 wurde sie als Schützenzunft und mit ihr die Schützenlaube in die Selbständigkeit entlassen. Die Schiessstände wechselten seither mehrmals ihren Standort. Die Schützenzunft Visp besteht aber weiterhin; dabei gelten immer noch die alten Satzungen.

Lage und Aufbau Die Schützenlaube befindet sich am Fuss des Gräfibiel, dem nördlichsten Hügel der Altstadt, auf einer grossen Felsenrippe.

Der Bau ist Ost-West-gerichtet. Das Gebäude besteht aus 2 Stockwerken. Das untere weist weite Rundbogenfenstern auf – 5 im Süden und 2 im Westen. Das Obergeschoss beherbergt die Zunftstube und wird von vergleichsweise kleinen Fenstern belichtet. Während der Haupteingang zum unteren Geschoss in Form eines grossen Tores auf der Ostseite liegt, gelangt man über einen kleinen Garten und einen Treppenaufstieg von der Südseite her zur Stube im Obergeschoss.

Der steinerne Tisch der ehemaligen Schützen befindet sich nach wie vor im Erdgeschoss.Walter Ruppen: Visp VS. Siedlung und Bauten (= Schweizerische Kunstführer. Band 356). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984, ISBN 3-85782-356-9.

Heute Im Erdgeschoss befindet sich seit 1980, die Galerie zur Schützenlaube. Der Kunstverein Oberwallis organisiert hier regelmässig Ausstellungen von lokalen, regionalen und internationalen Künstlern.

Im Obergeschoss befindet sich nach wie vor die Stube der Schützenzunft.

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Visp

Literatur Walter Ruppen: Visp VS. Siedlung und Bauten (= Schweizerische Kunstführer. Band 356). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984, ISBN 3-85782-356-9.

Weblinks Schützenzunft Visp Kunstverein Oberwallis

Einzelnachweise

Kategorie:Erbaut 1664 Kategorie:Schießsportgeschichte Kategorie:Bauwerk in Visp Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Wallis Kategorie:Sport (Visp) Kategorie:Ehemalige Sportstätte in der Schweiz