Vennheide ist eine Ortslage im Gebiet der zum Kreis Viersen gehörenden Stadt Willich im Westen des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.(4. Auflage, herausgegeben 1989 vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (jetzt: Bezirksregierung Köln), abgerufen am 1. Dezember 2013) Innerhalb des Willicher Stadtgebiets zählt Vennheide zum Stadtteil Anrath einerseitsStraßenverzeichnis der Stadt Willich, auf Anfrage herausgegeben durch die Stadt Willich im November 2011 und zur Gemarkung Neersen andererseits.Topografische Karte/Liegenschaftskarte (Gemarkungen), verschiedene Maßstäbe, bei TIM-Online(Internetanwendung des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Dezember 2013) Zur Ortslage Vennheide zählen die Straßen Am Malbauer, Schaadweg, Schmiedeweg, Stockum, Vennheide, außerdem von den Straßen Flöthweg und Viersener Straße jeweils die Abschnitte südlich des Flöthbachs, sowie von der Straße Clörath die Häuser Nr. 1 bis 11 (ungerade Nummern).Digitale Topografische Karte 1:10000 bei TIM-Online (Internetanwendung des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Dezember 2013) Vennheide hat die Postleitzahl 47877, die für das gesamte Willicher Stadtgebiet einheitlich ist.Deutsche Post: Postleitzahlensuche (Onlinedienst der Deutsche Post AG, abgerufen am 1. Dezember 2013)
Geschichte mini|links|Die Vennheide südlich von Anrath auf einer französischen Militärkarte von 1805. Vennheide war ursprünglich ein Teil der Honnschaft Clörath, die seit dem Mittelalter zum Amt Oedt gehörte, einem Verwaltungsbezirk des früheren Kurfürstentums Köln.Reinhard Steger: Auszüge zur Geschichte der Gemeinde Oedt(privater Internetauftritt von Reinhard Steger, Olpe, abgerufen am 1. Dezember 2013)Reinhard Steger: Die honschaftsweise Gliederung der Ämter Kempen, Oedt und Linn und der Herrlichkeit Krefeld um 1700(privater Internetauftritt von Reinhard Steger, Olpe, abgerufen am 1. Dezember 2013) Schon einige Jahre vor Napoléons Machtergreifung wurde das Rheinland ab 1794 von Frankreich besetzt.W. Hilgemann, M. Hergt, H. Kinder: dtv-Atlas Weltgeschichte – Band 2: Von der französischen Revolution bis zur Gegenwart(Herausgeber: Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 15. Auflage 1980, ISBN 3-423-03002-X, abgerufen am 1. Dezember 2013) In den Jahren 1798/1800 führte die französische Militärverwaltung mehrere Gebietsreformen in den besetzten Gebieten durch. Dabei wurde das bisher kurkölnische Amt Oedt aufgelöst. Die Honnschaft Clörath einschließlich ihrer kleineren Ortsteile wie Vennheide wurde an die Bürgermeisterei (frz. „Mairie“) Neersen angegliedert.Karl-Heinz Brocker: Geschichte des alten Amtes und späteren Gemeinde Oedt(Online-Präsentation des Heimatvereins Oedt e. V., abgerufen am 1. Dezember 2013)
Nach dem Ende der Franzosenzeit wurde das Gebiet 1814/1815 preußisch.Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins, Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie, Band 4(Verlag Pomp, Bottrop und Essen 1999, 5. Auflage 2004, ISBN 3-89355-200-6, abgerufen am 1. Dezember 2013) Unter der preußischen Verwaltung wurde die Bürgermeisterei Neersen samt Clörath und Vennheide 1816 zunächst in den damals neu gebildeten Kreis Krefeld, dann ab 1819 in den Kreis Gladbach eingegliedert.Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Standort Düsseldorf: Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln: 2.3.21 Landratsamt Krefeld(Internet-Veröffentlichung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, abgerufen am 1. Dezember 2013) Nach Auflösung des Kreises Gladbach wurde Neersen mit Clörath und Vennheide 1929 in den Kreis Kempen-Krefeld umgegliedert.Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Standort Düsseldorf: Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln: 2.3.24 Landratsamt Mönchengladbach(Internet-Veröffentlichung des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, abgerufen am 1. Dezember 2013) Zum 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Neersen mit dem größten Teil von Clörath und Vennheide in die seinerzeit neu formierte Stadt Willich eingemeindet.Rudolf H. Müller (Oberkreisdirektor des Landkreises Kempen-Krefeld): Der Bericht 1968, erschienen im Heimatbuch des Kreises Kempen-Krefeld 1969(jetzt: , , abgerufen am 1. Dezember 2013) Als Ortsteil der Stadt Willich gehört Vennheide seit 1975 zum Kreis Viersen, der damals mit geringen Veränderungen aus dem Kreis Kempen-Krefeld hervorging.
Sehenswürdigkeiten mini|rechts|Das Haus Stockum.mini|rechts|Die Vennheider Missionskapelle an der Viersener Straße.mini|rechts|Das St.Nepomuk-Heiligenhäuschen an der Viersener Straße neben dem Flöthbach.
Haus Stockum Am westlichen Rand der Vennheide befindet sich das Haus Stockum. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Wasserburg aus dem frühen 17. Jahrhundert. Von der einstigen Burganlage ist heute nur noch das Herrenhaus und der Wassergraben erhalten. Das Haus Stockum steht seit 1993 als erhaltenswertes Baudenkmal unter Denkmalschutz.Denkmale in der Stadt Willich: Haus Stockum in Anrath(private Internetseite von Bernd Limburg, Wegberg, abgerufen am 1. Dezember 2013)Denkmalliste der Stadt Willich (PDF; 29 kB), Stand: März 2011 (offizieller Internetauftritt der Stadt Willich, abgerufen am 1. Dezember 2013)
Missionskapelle An der Ostseite der Viersener Straße befindet sich auf Höhe des Hauses Nr. 177 die Missionskapelle Vennheide, die auch als Heiligkreuzkapelle bezeichnet wird. Das Backsteingebäude wurde im Jahr 1869 zunächst ohne Fenster errichtet.Denkmale in der Stadt Willich: Heiligkreuz Kapelle in Anrath(private Internetseite von Bernd Limburg, Wegberg, abgerufen am 1. Dezember 2013)Dieter Lambertz: , erschienen im Anrather Heimatbuch 1986, herausgegeben vom Anrather Bürgerverein e. V.(Internetveröffentlichung im Rahmen der Webpräsenz der Familie Slickers, Willich-Clörath, abgerufen am 1. Dezember 2013) Die Fenster wurden im Rahmen einer Renovierung erst 1937 eingebaut. Über der Eingangstür ist die folgende Inschrift eingemeißelt: „Rette Deine Seele. Gebaut zur Ehre des Missionskreuzes 18 JHS 69 “, die Abkürzung „JHS “ bedeutet dabei „Jesus, Heiland, Seligmacher “. Im Jahr 2009 wurde das Gebäude erneut umfassend renoviert.Die Kreuzkapelle in Vennheide (Internetseite des Kirchenbauvereins St. Johannes Baptist Anrath e. V., abgerufen am 1. Dezember 2013)
Bei der Vennheider Missionskapelle handelt es sich nicht um eine einfache Wegekapelle im Sinne eines Heiligenhäuschens, sondern um ein kleines Kirchengebäude, in dem gelegentlich auch (katholische) Gottesdienste stattfinden. In kirchlicher Hinsicht zählt die Kapelle zur katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Anrath, zu dessen Pfarrbezirk die Vennheide gehört. Das kleine Kirchengebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz.
St. Nepomuk-Heiligenhäuschen Am nördlichen Rand der Vennheide steht an der Westseite der Viersener Straße gleich neben dem Flöthbach ein Heiligenhäuschen. Im Inneren des Heiligenhäuschens befindet sich eine Statue des Heiligen Nepomuks.(private Internetseite der Familie Slickers, Willich-Clörath, abgerufen am 1. Dezember 2013)Denkmale in der Stadt Willich: Nepomuk Kapelle in Anrath(private Internetseite von Bernd Limburg, Wegberg, abgerufen am 1. Dezember 2013) Der Heilige Nepomuk, den man auch Johannes Nepomuk nennt, wird als Schutzpatron gegen Wassergefahren verehrt.Peter Böttner (Rheinische Post): (Internetartikel von RP Online, Düsseldorf, undatiert, abgerufen am 1. Dezember 2013)
Das steinerne Heiligenhäuschen wurde 1878 errichtet anstelle verschiedener hölzerner Vorgänger, die dort zurück bis ins 18. Jahrhundert überliefert sind. Dabei hat wohl ursprünglich ein Heiligenbild des Johannes Nepomuk auf Holzpfählen im Wasser des Flöthbachs gestanden. Dieses Heiligenbild soll von einem Sohn des Müllers der Gibbermühle im Nachhinein errichtet worden sein aus Dankbarkeit für seine Rettung, als man ihn als gerade getauftes Kind bereits im Flöthbach ertrunken wähnte, dann aber unversehrt im Schilf am Ufer des Baches wiederfand.
1992 wurde die aus Holz geschnitzte Figur des Heiligen Nepomuk im Rahmen eines Kunstraubs gestohlen.Nadja Joppen (Rheinische Post): Willich: Heiliger Nepomuk ist zurück(Internetartikel von RP Online, Düsseldorf, vom 28. Mai 2011, abgerufen am 1. Dezember 2013) In der Folgezeit kam durch Spenden von Vennheider, Clörather und Anrather Bürgern ein Geldbetrag zusammen, der für die Anschaffung einer Ersatzfigur ausreichend war. Die Anfertigung der neuen Figur wurde schließlich von der Clörath-Vennheider Schützengesellschaft bei einem bekannten Künstler bestellt. 1994Kerstin Reemen (Westdeutsche Zeitung): Nepomuk: Original kommt in Kirche, Kopie bleibt in Kapelle(Internetartikel von WZ Newsline, Düsseldorf, vom 18. Oktober 2011, abgerufen am 1. Dezember 2013) oder 1995 wurde die neue Nepomuk-Figur dann diebstahlsicher vom Schützenverein in das Heiligenhäuschen eingebaut.
19 Jahre nach dem Diebstahl, im Mai 2011, wurde die entwendete Nepomuk-Figur schließlich in Xanten wiedergefunden. Von einem Wiedereinbau in das Heiligenhäuschen und einem Austausch der beiden Figuren wurde aus verschiedenen Gründen, auch technischer Art, aber abgesehen. Stattdessen befindet sich das wiederaufgetauchte Original nun in der katholischen Anrather Pfarrkirche St. Johannes-Baptist.
Das Heiligenhäuschen, das auch als „Nepomuk-Kapelle “ bezeichnet wird, wurde 1985 mit der Listennummer 32 unter Denkmalschutz gestellt, weil an seiner Erhaltung aus wissenschaftlichen und volkskundlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.
Verkehr mini|rechts|Vennheide, Viersener Straße,etwa von gegenüber dem St.Nepomuk-Heiligenhäuschen aus gesehen.mini|rechts|Die Straße „Vennheide “ in Vennheide, von Osten aus gesehen.
Straßenverkehr In der Vennheide kreuzen sich zwei innerörtliche Durchgangsstraßen: In Nord-Süd-Richtung verläuft die Viersener Straße, die hauptsächlich dem Nachbarortsverkehr zwischen Anrath und Viersen dient. Diese Straße war früher eine Landesstraße, es ist die ehemalige L 26.(10. Auflage 1996, herausgegeben vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), aufgerufen am 1. Dezember 2013) Die L 26 wurde vor einigen Jahren im Bereich von Anrath/Vennheide zur Gemeindestraße zurückgestuft und beginnt jetzt erst bei Münchheide.(12. Auflage 2007, herausgegeben vom Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, Bonn-Bad Godesberg (jetzt: Bezirksregierung Köln), aufgerufen am 1. Dezember 2013) In Ost-West-Richtung verläuft die Kreisstraße 17. Die K 17 beginnt südöstlich der Vennheide bei Giesgesheide an der L 29 und führt von dort über Vennheide und Clörath nach Hagen. Die K 17 hat östlich der Kreuzung mit der Viersener Straße den Straßennamen „Vennheide “, westlich dieser Kreuzung heißt sie einfach „Clörath “.
Öffentlicher Nahverkehr Schienenverkehr Eine Eisenbahnstrecke gibt es in Vennheide selber nicht, die nächstgelegenen Bahnhöfe im Personenverkehr sind die Bahnhöfe Anrath (ca. 2 km) und Viersen (ca. 5 km). Es gibt außerdem eine direkte Busverbindung zum ca. 14 km entfernten Bahnhof Meerbusch-Osterath.
Busverkehr Als Ortsteil von Willich gehört die Vennheide zum Verkehrs- und Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr und wird von der BVR Busverkehr Rheinland GmbH („Rheinlandbus“) mit einer Buslinie bedient.Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (Internetauftritt des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr, Gelsenkirchen, abgerufen am 1. Dezember 2013)Rheinlandbus (Internetauftritt der BVR Busverkehr Rheinland GmbH, Düsseldorf, abgerufen am 1. Dezember 2013) Außerdem verkehrt in der Vennheide der Anrather Bürgerbus mit seiner Linie A.Bürgerbusverein Anrath e. V. (Internetauftritt des Bürgerbusvereins Anrath e. V., Willich-Anrath, abgerufen am 1. Dezember 2013)