Hesselberg () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Heßdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Hesselberg hat eine Fläche von 5,404 km². Sie ist in 759 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7120,29 m² haben.
Geographie Hesselberg liegt am Rande des sogenannten Morhofgebietes, ca. 14 km entfernt von Erlangen und Herzogenaurach. Unmittelbar südlich des Dorfs fließt der Mohrbach oder Moorbach (im Oberlauf Strichweiherbach genannt), ein linker Zufluss des Seebachs. Der Ort ist von Acker- und Grünland und von Weiherplatten umgeben. Im Nordosten sind es die Hesselberger Weiher und Überhangweiher, im Südwesten die Gesalzenen Wiesenweiher und im Süden die Wunderstauden- und Lauterweiher. Das Flurgebiet im Nordwesten wird Großer Anger genannt. Im Südwesten jenseits der Gesalzenen Wiesen-Weiher befindet sich der Hegnichtswald.
Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zu einer Gemeindeverbindungsstraße (1,5 km südöstlich) zwischen Dannberg (0,8 km westlich) und Niederlindach (0,7 km südöstlich) bzw. zur Staatsstraße 2240 unmittelbar bei der Einmündung der Kreisstraße ERH 16 (1,5 km nördlich), die nach Neuhaus führt (1,6 km nördlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen nach Mohrhof (1,8 km westlich) und nach Dannberg (1,1 km südlich).
Geschichte 1157 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Theodor erwähnt, das hier Besitz hatte. 1315 und 1346 erscheint Hesselberg in der Namensform „hesselbewer“, was sich als Haus bei den Haselstauden deuten lässt. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, ab dem 16. Jahrhundert, erfolgte die Umdeutung auf -berg. Herrschaftsrechte hatten in Hesselberg ursprünglich die Reichsministerialen von Gründlach und ab 1315 die Hohenlohe-Braunecknach, die diese Güter im Jahre 1364 an die Oblei Hannberg stiftete. Weitere Grundrechte hatten zu späterer Zeit noch die Rittergüter Röttenbach und Adelsdorf.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 182. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 54.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hesselberg aus 23 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Höchstadt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bambergische Kastenamt Höchstadt. Grundherren waren das Hochstift Bamberg (Kastenamt Höchstadt: 3 Huben, 3 Halbhuben; Verwaltung Röttenbach: 9 Güter, 2 Gütlein), das Domkapitel Bamberg (Oblei Unterstürmig: 3 Höfe, 2 Sölden) und das Rittergut Adelsdorf (1 Sölde).
1802 fiel Hesselberg an das Kurfürstentum Bayern, 1803 an Preußen und 1810 an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kairlindach und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Kairlindach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Hesselberg, zu der Mohrhof gehörte.= Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden in Hesselberg ein Anwesen dem Patrimonialgericht Adelsdorf (bis 1841). Am 12. Juli 1827 wurde die Gemeinde Hesselberg dem Landgericht Herzogenaurach und dem Rentamt Erlangen zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich dem Rentamt Herzogenaurach. Ab 1862 gehörte Hesselberg zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,620 km².
1877 erbaute in gemeinsamer Arbeit die Hesselberger Bürger die heute noch erhaltene Dorfkapelle der Heiligen Ottilie. 1942 entging Hesselberg nur knapp einer Katastrophe, als ein Flugzeug in der Nähe des Ortes abstürzte.
Am 30. April 1978 wurde die Gemeinde Hesselberg im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Hesselberg kam an die Gemeinde Heßdorf, während Mohrhof in die Stadt Höchstadt an der Aisch eingegliedert wurde.
Baudenkmäler mini|hochkant=0.75|Die Kapelle St. Ottilia In Hesselberg gibt es drei Baudenkmäler: Neuhauser Straße 15, 17: Bauernanwesen: Austragshaus, Wohnstallhaus und Hoftor Neuhauser Straße 22: Katholische Kapelle St. Ottilie, 1877 errichtet. Größere Umbauten fanden im Jahr 1973 statt, als der neugotische Altar entfernt und ein Volksaltar aufgestellt wurde. Höhepunkt sind die Skulpturen des heiligen Wendelind und der Patronin der Kirche, der heiligen Ottilie. Die Deckenbemalung stammt von P. Weingärtner, der außerdem das Kriegerdenkmal in der Außennische schaffte.Hans Schaub: Die Wehrkirche zu Hannberg, Bamberg, 2007 Wegkreuz
Einwohnerentwicklung Gemeinde Hesselberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 183 193 200 201 191 180 165 171 179 164 158 171 177 179 198 199 203 171 171 240 240 221 158 179HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 33 35 35 35 33 35 34 Quelle Für die Gemeinde Hesselberg zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Mohrhof (S. 60).
Ort Hesselberg Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2013 2023Einwohner 166 183 159 155 172 190 228 148 169 195 271 265Häuser 26 34 33 31 33 14 50 Quelle
Religion Hesselberg gehörte ursprünglich zur Pfarrei Büchenbach und wurde erst nach Errichtung der katholischen Wehrkirche Hannberg im Jahr 1575 dorthin gepfarrt, wohin sie bis heute gehören. Der Ort blieb überwiegend katholisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Kilian (Kairlindach) gepfarrt.
Bilder
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Geographie (Heßdorf) Kategorie:Ersterwähnung 1157 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt