mini|hochkant=1.3|Karte des Fürstentums Lüneburg von Johannes Mellinger, 1593

Die Liste der Ämter und Vogteien im Fürstentum Lüneburg beschreibt die lokalen Verwaltungsstrukturen des Fürstentums Lüneburg.

Im 13. und 14. Jahrhundert dienten Gogerichte der lokalen Verwaltung des Landes. Beginnend im 13. Jahrhundert waren im Fürstentum Lüneburg Vogteien als Träger der Lokalverwaltung entstanden. Über den Entstehungsprozess gibt es jedoch nur geringe Kenntnisse. Seit dem 16. Jahrhundert setzte sich die Bezeichnung Amt durch, die Unterbezirke der Ämter wurden als Vogteien bezeichnet. Der Ämterbildungsprozess war im 16. Jahrhundert nach der Reformation mit der Entstehung der Klosterämter in seinen Grundzügen abgeschlossen.Zur Verwaltung durch Gogerichte siehe: Ernst Schubert (Hrsg.), in: Ernst Schubert (Hrsg.): Geschichte Niedersachsens. Band 2. Teil 1. Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert. Hannover 1997, ISBN 3-7752-5900-7, S. 3–904, hier S. 593–603.Zur Entwicklung der Ämterverfassung siehe: Martin Krieg: Die Entstehung und Entwicklung der Amtsbezirke im ehemaligen Fürstentum Lüneburg. Göttingen 1922, ISBN 3-87898-089-2, S. 89–107.

An der Spitze der Ämter stand ein Amtmann, der vom Herzog eingesetzt wurde. Zum Amt gehörte der so genannte Amtshof, der ursprünglich vom Amtmann selber verwaltet, seit dem 17. Jahrhundert jedoch meist verpachtet wurde. Unterstellt waren die Ämter der herzoglichen Finanzverwaltung, der Rentkammer in Celle. Die Ämter nahmen die herzoglichen Herrschaftsrechte wahr und waren an der Erhebung landesherrlicher Steuern beteiligt. Insbesondere waren sie erstinstanzlicher Gerichtsstandort für alle Zivilstreitigkeiten und niederen Strafgerichtsfälle. Zudem waren sie Verwaltungsmittelpunkt für den herzoglichen Grundbesitz, d. h., sie erhoben die dem Herzog zustehenden grundherrschaftlichen Abgaben.Zum Aufgabenbereich der Ämter siehe: Günther Franz, Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirkes Lüneburg, Bremen 1955.

Die Ämterverfassung blieb auch nach dem Anfall des Fürstentums Lüneburg an das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover bestehen. Im 19. Jahrhundert kam es zu einer umfangreichen Reform der Ämterverfassung, infolge derer die Anzahl der Ämter zunächst stark reduziert und die adeligen Patrimonialgerichte aufgehoben wurden. Nach der preußischen Annexion Hannovers wurden aus den verbliebenen Ämtern 1885 schließlich Landkreise als neue Verwaltungseinheiten gebildet.Zu Geschichte der Ämter im 19. Jahrhundert siehe: Günther Franz, Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirkes Lüneburg, Bremen 1955.

Liste der Ämter und Vogteien Erläuterung: Die Auflistung der Ämter und Vogteien basiert auf dem Ämteratlas des Johannes Mellinger und beschreibt die verwaltungsrechtliche Einteilung des Landes um das Jahr 1600. Nicht aufgeführt werden die geschlossenen adeligen Gerichte sowie die Ämter der Grafschaften Hoya und Diepholz.Zur Darstellung des Fürstentums Lüneburg im Ämteratlas siehe: Dieter Neitzert: Die Darstellung des Fürstentums Lüneburg im Atlas von Johannes Mellinger. In: Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600. (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung. Band 41). Hrsg. und kommentiert von Peter Aufgebauer, Kirstin Casemir, Ursula Geller, Dieter Neitzert, Uwe Ohainski, Gerhard Streich, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001, S. 45–49. Die einzelnen Kartenblätter entstammen der 2001 veröffentlichten Reproduktion eines Atlasses von Mellinger.Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600 (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung. Band 41). Hrsg. und kommentiert von Peter Aufgebauer, Kirstin Casemir, Ursula Geller, Dieter Neitzert, Uwe Ohainski, Gerhard Streich, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001. Diese Edition greift auf die älteste der fünf Kopien aus dem 17. Jahrhundert zurück: auf die im Niedersächsischen Landesarchiv, Abteilung Hannover lagernde, die auf ca. 1678 datiert wird. Die Kartenblätter der Ämter Lüne und Scharnbeck stammen aus dem Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, da sie im Exemplar des Landesarchivs in Hannover nur noch als Nachzeichnung aus dem 20. Jahrhundert vorhanden sind.Zur Edition. In: Peter Aufgebauer, Kirstin Casemir, Ursula Geller, Dieter Neitzert, Uwe Ohainski, Gerhard Streich (Hrsg.): Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600 (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung. Band 41). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2001, S. .