Der Eifel-Camino (camino: spanisch = Weg) ist ein Abschnitt im Netz der Wege der Jakobspilger in Deutschland. Er führt von Andernach-Namedy durch die romantische Eifel bis zur Benediktinerabtei St. Matthias in Trier. Von dort kann man über Schengen nach Vézelay, dem Startort der Via Lemovicensis, weiterpilgern.
Geschichte Schon im späten Mittelalter pilgerten Christen zum Grab des Apostels Matthias nach Trier oder machten dort auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela Zwischenstation. Eine bedeutende Pilgerroute führte von Andernach am Rhein nach Trier an der Mosel über eine ehemalige Römerstraße. Die St.-Matthias-Bruderschaft Mayen hat es sich zur Aufgabe gemacht, beginnend ab 2008 die Wege der Jakobspilger zunächst im Landkreis Mayen-Koblenz zu kennzeichnen. Später wurden weitere Landkreise einbezogen, sodass heute der vollständige Eifel-Camino bis nach Trier mit Wegweisern versehen ist.
Verlauf Die Hauptroute des Eifel-Camino beläuft sich auf rund 160 Kilometer. Der Weg beginnt an der Grenze des Kreises Mayen-Koblenz zum Kreis Ahrweiler in dem heute nicht mehr existierenden Fischerdörfchen Fornich und verläuft ausgeschildert vom Schützenplatz Namedy über die Eifelhöhen nach Trier. Von Namedy bis Miesenheim gibt es einen gemeinsamen Verlauf mit dem Linksrheinischen Jakobsweg. In Klausen trifft der Eifel-Camino auf den Mosel-Camino und kurz vor Biewer stößt die Via Colonensis von Köln kommend dazu. Alle drei Jakobswege führen die Pilger zum gemeinsamen Ziel nach Trier. Zudem gibt es von Nickenich, Lonnig und Münstermaifeld ausgehend drei Zubringerwege, die alle in Mayen in die Hauptroute einmünden. Weiterhin gibt es ab Kruft eine Wegvariante in Richtung Abtei Maria Laach, eine Querverbindung in Mendig sowie ab Plaidt eine Ortsschleife zur barocken Kirche St. Cäcilia nach Saffig.
Etappenvorschläge Etappenlänge Orte in der Reihenfolge des Erreichens Hauptweg Etappe 1 ca. 19 km Namedy – Andernach – Miesenheim – Plaidt – (Saffig) – Kretz – Kruft Etappe 2 ca. 15 km Kruft – Fraukirch – Mayen Etappe 3 ca. 19 km Mayen – Geisbüschhof – Monreal – Heunenhof – Urmersbach – Kaisersesch Etappe 4 ca. 20 km Kaisersesch – Maria Martental – Alflen – Gillenbeuren – Driesch – Lutzerath Etappe 5 ca. 29 km Lutzerath – Kenfus – Bad Bertrich – Hontheim – Wispelt – Bausendorf – Neuerburg – Dorf – Wittlich Etappe 6 ca. 20 km Wittlich – Pohlbach – Klausen – Klüsserath Etappe 7 ca. 19 km Klüsserath – Schweich Etappe 8 ca. 22 km Schweich – Quint – Ehrang – Biewer – Trier Zubringerweg von Nickenich nach Mayen Zubringer 1 ca. 21 kmMaria Laach – Mendig – Kottenheim – Mayen Zubringerweg von Lonnig nach Mayen Zubringer 2 ca. 21 km Lonnig – Minkelfeld – Kerben – Polch – Hausen – Mayen Zubringerweg von Münstermaifeld nach Mayen Zubringer 3 ca. 17 km Münstermaifeld – Mertloch – Polch – Hausen – Mayen
Jakobusspuren Im Verlaufe des Eifel-Camino und seiner Nebenstrecken sind einige sowohl historische als auch neuzeitliche Jakobusspuren bzw. -darstellungen vorzufinden.
Ort Beschreibung Hauptweg Andernach, Hospitalkapelle St. Josef Fresko an der Ostwand Klausen, Wallfahrtskirche St. Maria originale Jakobsmuschel aus Santiago de Compostela am TreppenaufgangJakobusrelief am Beichtstuhl Klüsserath, Echternacher Hof Jakobusaltar (1935) Klüsserath, Pfarrkirche Rosenkranzkönigin Jakobusfigur am Hochaltar (1622) Biewer, Biewerer Straße St. Jakobs-Brunnen (1832) Biewer, Pfarrkirche St. Jakobus Statuen und Fensterbilder Trier Jakobusstatue an der Steipe Jakobusbildnis an einer Säule in der Liebfrauenkirche Entfernungshinweis nach Santiago de Compostela am Brunnen im Abteihof von St. Matthias Jakobusskulptur bei den Vereinigten Hospitien und in der ehemaligen Stiftskirche Zubringerwege Niedermendig, Pfarrkirche St. Cyriakus Fresken Pilgerkrönung/Karl der Große Lonnig, Pfarrkirche St. Jakobus Jakobusstatue Lonnig, Jakobus-Grundschule Jakobusstatue
Besonderheiten am Weg Mit Unterstützung der regionalen Wirtschaft und zahlreicher privater Gönner wurden entlang des Weges zusätzlich zur regulären Markierung Pilgersteine und Informationsstelen aus Basaltlava platziert. Die Pilgersteine sind mit einer eingemeißelten Jakobsmuschel versehen und weisen Pilgern den rechten Weg. Die Stelen wurden an exponierten Stellen aufgestellt und halten Wissenswertes darüber bereit. Im September 2011 wurde als herausragende Besonderheit des Eifel-Camino am „Alten Monrealer Weg“ zwischen Mayen und Monreal eine fünf Meter hohe Jakobussäule mit angegliedertem Rastplatz feierlich eingeweiht. Im Jahr 2013 wurde begonnen, in einigen Gemeinden großflächige Informationstafeln aufzustellen.
Pilgerstempel In fast jedem Etappenort besteht die Möglichkeit, sich einen Pilgerstempel für seinen Pilgerausweis (spanisch = Credencial) geben zu lassen. Die meisten Stempel wurden exklusiv für den Eifel-Camino entworfen und enthalten innerhalb eines einheitlichen Grundschemas die Darstellung einer Besonderheit des jeweiligen Ortes.
Pilgerherbergen Entlang des Eifel-Camino gibt es derzeit drei Pilgerherbergen: das Refugio zur Pilgerschnecke in Thür, das Pilgerzimmer in Kaisersesch und die Eberhardsklause in Klausen.
Artenschutz mini|Artenschutz am Eifel-Camino: Vogelnistkasten als Wegweiser Auf zahlreichen Abschnitten der europäischen Jakobswege wurde bereits begonnen, Wegmarkierungen mit dem Artenschutz zur Erhaltung einer breiten Biodiversität (Artenvielfalt) zu kombinieren. Auch auf dem Eifel-Camino sind bereits zahlreiche Nistkästen für Vögel und Fledermäuse sowie Insektenhotels mit gelben Pfeilen und Jakobsmuschelsymbolen aufgehängt und aufgestellt worden.
Wanderkarten In den folgenden Wanderkarten ist der Eifel-Camino, mit der Jakobsmuschel versehen, eingezeichnet:
Literatur
Weblinks
Eifel-Camino Eifel-Camino.info Eifelcamino.de Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen Rheinland-Pfalz Pilgerherbergen Pilgerzimmer Kaisersesch Eberhardsklause Klausen GPS-Daten Outdooractive
Einzelnachweise
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