Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und hat die gesetzliche Aufgabe, das Gesamtinteresse der zugehörigen Gewerbetreibenden und Unternehmen in Ostwestfalen, also in der kreisfreien Stadt Bielefeld sowie den Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn wahrzunehmen. Darüber hinaus bietet sie Fortbildungsangebote, nimmt Prüfungen ab und berät zu allen Fragen des unternehmerischen Handelns, insbesondere Steuer- und Rechtsfragen.
Sitz und Organisation Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ihren Sitz in Bielefeld an der Elsa-Brändström-Straße. Es befinden sich Zweigstellen in Paderborn und Minden. miniatur|Hauptsitz der IHK Ostwestfalen in Bielefeld. Wie jede IHK besteht sie aus allen Mitgliedern, einer daraus entsandten Vollversammlung, dem Präsidium sowie der Hauptgeschäftsführung. Präsidium und Vollversammlung bilden Ausschüsse, in denen Grundsatzfragen der Kammerarbeit erörtert werden, zum Beispiel bezogen auf das Steuerrecht oder die Energieversorgung. Die Hauptgeschäftsführung leitet die Geschäftsbereiche der IHK und somit vor allem das Tagesgeschäft. Mit ihr arbeiten die Leitungen der IHK-Akademie Ostwestfalen und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zusammen. Als Teilbereiche besitzt die IHK Ostwestfalen zudem zwei Verbände der Wirtschaftsjunioren (Bielefeld und Paderborn / Höxter) sowie eine Umweltstiftung.
Geschäftsbereiche und Tätigkeiten Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld gliedert sich in vier Geschäftsbereiche, die wiederum verschiedene Abteilungen umfassen. Zum Geschäftsbereich 1 gehören Industrie, Öffentlichkeitsarbeit und Volkswirtschaft; ebenso die Themenfelder Innovation und Technologie sowie Energie und Umwelt. Zentrale Dienste, Recht und Steuern bilden den Geschäftsbereich 2. Der Geschäftsbereich 3 umfasst Internationales, Handel und Verkehr. Die Berufliche Bildung bildet den Geschäftsbereich 4. Dazu gehören Aus- und Weiterbildung sowie der Bereich Prüfung.
Die IHK Ostwestfalen gibt ferner monatlich das Magazin Ostwestfälische Wirtschaft heraus, organisiert Fachmessen und unterstützt die Kooperation mit internationalen Handelspartnern und Märkten, etwa durch die Internationalen Begegnungswochen Ostwestfalen meets.
Geschichte Mit der Königlichen Verordnung vom 11. Februar 1848 über die Errichtung von Handelskammern wurden in Preußen die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von Handelskammern neu gefasst. In der Folge kam es zu einer Reihe von Handelskammergründungen. Mit dem Allerhöchsten Erlass, betreffend die Errichtung einer Handelskammer für die Kreise Bielefeld, Halle und Wiedenbrück ... vom 4. Dezember 1848 wurde die Handelskammer Bielefeld gebildet. Sitz war Bielefeld, die Kreise Landkreis Bielefeld, Landkreis Halle und Landkreis Wiedenbrück, sowie der Ravensbergische Teil des Kreises Herford ohne die Stadt Vlotho bildeten den Kammerbezirk. Die Kammer bestand aus 13 Mitgliedern (und 13 Stellvertretern), die von den Kaufleuten der Kreise gewählt wurden. Jeder Kreis bildete einen Wahlbezirk, der Kreis Bielefeld wählte fünf, drei der Kreis Herford, zwei der Kreis Wiedenbrück und der Kreis Halle drei.Allerhöchster Erlass vom 4. Dezember 1848, betreffend die Errichtung einer Handelskammer für die Kreise Bielefeld, Halle und Wiedenbrück und für den nd. (Ravensbergischen) Theil des Kreises Herford – mit Ausschluss der Stadt Vlotho- im Regierungsbezirk Minden; GS S.421, Digitalisat.
Durch die Notverordnung des preußischen Handelsministers vom 1. April 1924 erhielten alle Handelskammern in Preußen die Bezeichnung Industrie- und Handelskammer, entsprechend wurde aus der Handelskammer Bielefeld die Industrie- und Handelskammer Bielefeld.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erfolgte auch die Gleichschaltung der IHK Bielefeld. Die Vollversammlung wurde durch eine „Wahl“, bei der nur eine „nationale Einheitsliste“ antrat, neu besetzt. Mit dem Reichsgesetz vom 20. August 1934 wurde die Kammer dem Reichswirtschaftsminister unterstellt und das Führerprinzip eingeführt. Der Präsident wurde nun ernannt und ernannte seinerseits die Mitglieder der Kammer.
Am 1. April 1943 wurde die Gauwirtschaftskammer Westfalen-Nord gebildet und die IHK aufgelöst. In die Gauwirtschaftskammer waren neben der IHK auch die Handwerkskammer aufgegangen. Nach dem Krieg wurde die IHK Bielefeld neu gebildet und die Selbstverwaltung der Wirtschaft wiederhergestellt.
Weblinks Website der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
Einzelnachweise
Ostwestfalen Kategorie:Wirtschaft (Bielefeld) Kategorie:Verbandsgründung 1849