mini|Blick von Oberbürchau auf Bürchau Sonnhalde Bürchau ist seit dem 1. Januar 2009 ein Ortsteil der Gemeinde Kleines Wiesental im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Die Gemeinde Bürchau gehörte bis zu ihrer Auflösung zum Gemeindeverwaltungsverband „Kleines Wiesental“ mit Sitz in Tegernau an. Die Gemeinde Bürchau bestand aus den Ortsteilen Bürchau, Oberbürchau, Kastel, Rütte und Sonnhalden.

Geografie Der staatlich anerkannte Erholungsort Bürchau liegt in 600 bis 1000 Meter Höhe im Naturpark Südschwarzwald im Tal der Kleinen Wiese. Wälder nehmen 75 % des früheren Gemeindegebietes ein. Als Straßendorf liegt es an der L139 rund vier Kilometer südlich von Neuenweg. Das Dorf wird in Nord-Süd-Richtung von der Kleinen Wiese durchflossen, die auf der Gemarkung mit dem Dresselbach von Westen einen größeren Zufluss erhält.

Zu Bürchau gehören Oberbürchau, Rütte, Kastelhöfe und Sonnhalde.

Geschichte Ortsgeschichte seit Ersterwähnung Bürchau, ein hochmittelalterlicher Rodungsort, wurde im Jahre 1278 erstmals urkundlich erwähnt. Es bleibt unklar, ob der Ort in früher Zeit zur Herrschaft der Herren von Waldeck oder zu jener der Edelfreien von Rötteln gehörte.siehe Kreisbeschreibung S. 638 Seit 1316 gehörte er zur Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg und seit 1503 zur Markgrafschaft Baden und der Markgrafschaft Baden-Durlach. Grundbesitz hatte neben den Landesherren insbesondere das Kloster St. Blasien. Der Ort wurde zunächst von Tegernau aus verwaltet und erhielt erst 1781 einen eigenen Vogt. Um 1740 wanderte ein Teil der Bevölkerung nach Siebenbürgen aus.siehe Kreisbeschreibung S. 638

1930 untersuchte das Badische Geologische Landesamt eine warme Quelle in Bürchau an der Kleinen Wiese, wobei festgestellt wurde, dass es sich zwar um eine warme Mineralquelle handelt, aber der Mineralgehalt für die Nutzung als Mineralwasser zu gering und die Wärme für die Nutzung als Thermalquelle nicht ausreichend sei. Seither gibt es immer wieder Versuche, durch vertiefte Untersuchungen oder auch Bohrungen zu einer Nutzung zu gelangen.Fritz Schülin: Die „radioaktive Thermalquelle“ in Bürchau. In: Das Markgräflerland, Heft 1/2 1971, S. 65–67 Digitalisat der UB Freiburg Zuletzt wurde 2013/2014 die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung geprüft, aber wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht weiter verfolgt.Heiner Fabry: Bekommt das Kleine Wiesental ein Thermalbad? In: Badische Zeitung vom 10. Februar 2014; abgerufen am 14. September 2020

2020 wurden aufgrund einer LiDAR-Aufnahme Reste einer mutmaßlich etwa 900 Jahre alten Befestigungsanlage auf der unteren Sonnhalde entdeckt. Von dieser abgegangenen Bürchauer Burg ist nur eine etwa 80 Meter lange Mauer erhalten, aber zahlreiche Spuren von Wällen und Gräben. Es wird von einer Holz-Erde Befestigung ausgegangen.Einführung. Die Entdeckung und Erforschung einer bislang unbekannten frühmittelalterlichen Rodungsburg auf der Homepage der minifossi; abgerufen am 5. September 2020

Eingemeindung Seit dem 1. Januar 2009 gehört die früher selbständige Gemeinde Bürchau der neu gegründeten Gemeinde Kleines Wiesental an.StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009 Der Ortsteil hat weiterhin eine Ortsvorsteherin, Katharina Matzken, und einen Ortschaftsrat mit vier Mitgliedern.Ortsteil Bürchau auf der Homepage der Gemeinde Kleines Wiesental; abgerufen am 27. Oktober 2019

Wappen In Rot auf goldenem Schildfuß eine silberne Birke.siehe S. 43 Das redende Wappen wurde vom Generallandesarchiv Karlsruhe entworfen und von der Gemeinde 1902 angenommen. Die silberne Birke bezieht sich auf die ursprüngliche Form des Ortsnamens Birchowe, der eine mit Birken bewachsene Aue bezeichnete. Zuvor hatte die Gemeinde im Siegel den badischen Wappenschild geführt, was den Gemeinden dann untersagt wurde. Rot und Gold kommen aber auch im Ortswappen vor und erinnern an die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Baden-Durlach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Bürchau – Skulptur Fischotter von Philipp Flettner 1993 erhielt die Gemeinde die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. In der Folge regte Sonja Bernadotte, die Geschäftsführerin der Mainau GmbH, eine jährliche Gartenwoche im Dorf an. 1995 wurde dann die erste Bürchauer Gartenwoche veranstaltet, die von 2005 bis 2015 unter dem Namen „Treffen der Bürchauer Gartenfreunde“ durchgeführt wurden.siehe Fabry

Persönlichkeiten Ernst Niefenthaler (* 31. Dezember 1894 in Bürchau; † 17. August 1970 ebenda) war ein alemannischer Mundartdichter.

Literatur Bürchau. In: S. 631–639 Gudrun Welsch-Weis: Im Kleinen Wiesental: Zwei Mühlen im Waldland, in Bürchau. In: Das Markgräflerland, Heft 1/2 1978, S. 59–90 Digitalisat der UB Freiburg Rainer Falck: Das „Golddorf“ Bürchau im Kleinen Wiesental : Erfolg im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ In: Regio-Magazin, 10. Jahrgang 1993, S. 17–19 Fritz Schülin: Die „radioaktive Thermalquelle“ in Bürchau. In: Das Markgräflerland, Heft 1/2 1971, S. 65–67 Digitalisat der UB Freiburg

Weblinks

Heiner Fabry: Kleines Wiesental. Abschied in inniger Freundschaft. In: Markgräfler Tagblatt vom 19. Juni 2015; abgerufen am 27. Oktober 2019 Dirk Sattelberger: Geothermie-Experte untersucht heiße Quelle in Bürchau. In: Badische Zeitung vom 4. April 2013; abgerufen am 14. September 2020 „Energie gehört in Bürgerhand“. Verlagshaus Jaumann, 21. Mai 2013; abgerufen am 14. September 2020 Heiner Fabry: Heiße Quelle für Heizungen? Analyse in Bürchau läuft. In: Badische Zeitung vom 10. Juni 2013; abgerufen am 14. September 2020 Heiner Fabry: Bekommt das Kleine Wiesental ein Thermalbad? In: Badische Zeitung vom 10. Februar 2014; abgerufen am 14. September 2020

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Lörrach Kategorie:Geographie (Kleines Wiesental) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lörrach) Kategorie:Ersterwähnung 1278 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Baden-Württemberg Kategorie:Gemeindeauflösung 2008