Die Jamaica Olympic Association ist das Nationale Olympische Komitee von Jamaika. Es wurde 1936 gegründet und im gleichen Jahr vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt.
Seit 1948 nehmen Sportler des Karibikstaates an Olympischen Sommerspielen teil. 1960 nahmen Jamaikaner als Teil der Mannschaft der Westindischen Föderation teil. Seit 1988 ist Jamaika auch bei Winterspielen vertreten. Jugendliche Athleten nahmen an den bislang ausgetragenen Jugend-Sommerspielen teil.
Teilnahme an Olympischen Spielen Sommerspiele
Das olympische Debüt Jamaikas fand 1948 in London statt. 13 Athleten aus den Sportarten Leichtathletik, Boxen und Gewichtheben waren angereist. Die ersten Olympioniken Jamaikas waren am 30. Juli 1948 der Sprinter Leslie Laing und der 800-Meter-Läufer Arthur Wint, der am 2. August 1948 im Finale die Silbermedaille gewinnen konnte und somit der erste Medaillengewinner Jamaikas wurde. Die erste Frau Jamaikas ging am 31. Juli im 100-Meter-Lauf an den Start. Cynthia Thompson wurde im Finale Sechste. Arthur Wint wurde am 5. August der erste Olympiasieger Jamaikas, als er den 400-Meter-Lauf vor seinem Landsmann Herb McKenley gewann. Über 200 Meter wurden McKenley Vierter und Laing Sechster. Bei den Frauen wurde Vinton Beckett Vierte im Hochsprung und Kathleen Russell Sechste im Weitsprung.
1952 in Helsinki kam erstmals ein Radrennfahrer aus Jamaika zum Einsatz. In Helsinki waren die Leichtathleten wieder erfolgreich. So siegte ihre 400-Meter-Staffel, im Einzelrennen wurde George Rhoden Olympiasieger vor Herb McKenley, der auch über 100 Meter Silber gewann. Arthur Wint wurde über 400 Meter Fünfter und gewann Silber über 800 Meter. Leslie Laing, wie Rhoden, McKenley und Wint Staffelmitglied, wurde über 200 Meter Fünfter. 1956 in Melbourne waren nur Leichtathleten in der Mannschaft, blieben jedoch erfolglos. 1960 war Jamaika Teil der Westindischen Föderation. Jamaikanische Athleten starteten in der zusammengelegten Mannschaft, bestehend aus Sportlern aus Jamaika, Barbados, Trinidad und Tobago sowie den Kleinen Antillen.
Als eigenständige Mannschaft nahm Jamaika dann wieder 1964 in Tokio teil, diesmal erstmals mit Seglern und Schützen. Die Leichtathleten belegten viermal Platz vier, und zwar mit beiden Männerstaffeln sowie mit George Kerr über 800 Meter und Una Morris über 200 Meter. 1968 in Mexiko-Stadt wurde nach 16 Jahren wieder eine Medaille gewinnen. Lennox Miller gewann über 100 Meter die Silbermedaille. Michael Fray wurde über 200 Meter Siebter, die 100-Meter-Staffel belegte Platz vier. In Mexiko-Stadt nahm erstmals ein jamaikanischer Schwimmer teil, 1972 in München eine Wasserspringerin. In München konnte Lennox Miller wieder eine Medaille gewinnen, diesmal war es Bronze über 100 Meter. Michael Fray erreichte Platz fünf. Bei den Frauen wurde Rosie Allwood Achte über 200 Meter, Andrea Bruce Neunte im Hochsprung und Audrey Reid Elfte.
Donald Quarrie wurde 1976 in Montreal Olympiasieger über 200 Meter. Colin Bradford wurde Siebter. Über 100 Meter gewann Quarrie zudem die Silbermedaille. Die 400-Meter-Staffel der Männer wurde Fünfte, die 100-Meter-Staffel der Frauen Sechste. Eine weitere Medaille gewann Quarrie 1980 in Moskau. Über 200 Meter wurde er Dritter und gewann damit Bronze. Bronze gewann auch Merlene Ottey, ebenfalls über 200 Meter, die damit die erste Frau Jamaikas wurde, die bei Olympischen Spielen eine Medaille gewinnen konnte. Die 100-Meter-Staffel der Männer belegte Platz sechs. In Moskau gewann erstmals ein jamaikanischer Sportler eine Medaille, der nicht aus dem Lager der Leichtathleten kam. Der Bahnradfahrer David Weller gewann Bronze im 1000-Meter-Zeitfahren.
Merlene Ottey gewann 1984 in Los Angeles zwei Medaillen, jeweils Bronze über 100 und 200 Meter. Die 100-Meter-Staffel der Männer gewann zudem Silber. Raymond Stewart wurde Sechster über 100 Meter, Grace Jackson jeweils Fünfte über 100 und 200 Meter und Sandra Farmer-Patrick Achte über 400 Meter Hürden. Die 100-Meter-Staffel der Frauen belegte Platz fünf, die 400-Meter-Staffel Platz acht. Im Weitsprung kam Dorothy Scott auf Platz zehn. Im 1000-Meter-Zeitfahren belegte Radsportler David Weller diesmal Platz sechs. Im Schwimmen wurde Andrew Phillips Sechster über 200 Meter Lagen.
1988 in Seoul gewannen die Leichtathleten zwei Silbermedaillen durch die 400-Meter-Staffel der Männer und Grace Jackson über 200 Meter. Hier wurde Merlene Ottey Vierte, Jackson belegte Platz vier über 100 Meter, Juliet Cuthbert Platz sieben. Die 400-Meter-Staffel der Frauen wurde Fünfte, die 100-Meter-Staffel der Männer Vierte. Raymond Stewart lief über 100 Meter auf Platz sieben, Bert Cameron über 400 Meter auf Platz sechs. Über 400 Meter Hürden erreichte Winthrop Graham Platz fünf. In Seoul nahm erstmals ein jamaikanischer Tischtennisspieler teil.
In Barcelona 1992 sammelten Leichtathleten vier Medaillen. Winthrop Graham gewann Silber über 400 Meter Hürden, Juliet Cuthbert über 100 und 200 Meter. Hinzu kam eine Bronzemedaille durch Merlene Ottey über 200 Meter. Grace Jackson wurde Sechste, Merlene Ottey Fünfte über 100 Meter. Sandie Richards erreichte über 400 Meter Platz sieben, die 400-Meter-Staffel der Frauen Platz fünf. Raymond Stewart belegte im 100-Meter-Lauf Platz sieben.
Deon Hemmings wurde 1996 in Atlanta die erste weibliche Olympiasiegerin Jamaikas, als sie den 400-Meter-Hürdenlauf gewann. Debbie-Ann Parris wurde Vierte. Die 100-Meter-Staffel der Frauen sowie die 400-Meter-Staffel der Männer gewannen jeweils Bronze. Die 400-Meter-Staffel der Frauen wurde zudem Vierte. Über 100 Meter Hürden wurden Dionne Rose Fünfte und Michelle Freeman Sechste. Juliet Cuthbert belegte über 200 Meter Platz sieben. Die gleiche Platzierung erreichte Sandie Richards über 400 Meter. Bei den Männern wurden über 400 Meter Roxbert Martin Sechster und Davian Clarke Siebter. Ebenfalls Siebter wurde Michael Green über 100 Meter.
2000 in Sydney wurden acht Medaillen gewonnen, der bis dahin größte Erfolg Jamaikas in der Anzahl der Medaillen. Beide Frauenstaffeln sowie die 400-Meter-Staffel der Männer gewannen Silber. Über 100 Meter gewannen Tayna Lawrence Silber und Merlene Ottey Bronze. Merlene Ottey, die auch in der Staffel Silber gewann, trat zum sechsten Mal bei Olympischen Spielen an. Insgesamt gewann sie neun Medaillen, wurde aber nie Olympiasiegerin. Dennoch ist sie, zusammen mit der US-Sprinterin Allyson Felix, die erfolgreichste Leichtathletin in der olympischen Geschichte. Ebenfalls Silber gewannen Deon Hemmings über 400 Meter Hürden und Lorraine Graham über 400 Meter. Beverly McDonald gewann Bronze über 200 Meter. Über 100 Meter Hürden wurde Delloreen Ennis-London Vierte und Brigitte Foster-Hylton Achte. Im Weitsprung erreichte Elva Goulbourne Platz neun. Bei den Männern gewann Gregory Haughton Bronze über 400 Meter, Danny McFarlane wurde Siebter. Die 100-Meter-Staffel der Männer belegte Rang vier. Im Schwimmen verpasste Janelle Atkinson über 400 Meter Freistil mit Platz vier nur knapp eine Medaille. In Sydney startete erstmals eine jamaikanische Triathletin.
2004 in Athen wurde Veronica Campbell-Brown Doppelolympiasiegerin. Nach ihrem Sieg über 200 Meter und einer Bronzemedaille über 100 Meter gewann sie auch mit der 100-Meter-Staffel Gold. Die 400-Meter-Staffel der Frauen gewann zudem Bronze. Aleen Bailey wurde Fünfte über 100 und Vierte über 200 Meter, Sherone Simpson Sechste über 100 Meter. Lacena Golding-Clarke belegte über 100 Meter Hürden Platz fünf, Trecia Smith Platz vier im Dreisprung. Bei den Männern gewann Danny McFarlane Silber über 400 Meter Hürden. Über 110 Meter Hürden wurde Maurice Wignall Vierter. Drei Finalisten gab es im 400-Meter-Lauf. Brandon Simpson wurde Fünfter, Davian Clarke Sechster und Michael Blackwood Achter. Über 100 Meter kam Asafa Powell als Fünfter ins Ziel. Im Weitsprung wurde James Beckford Vierter, im Zehnkampf Claston Bernard Neunter. In Athen ging erstmals eine jamaikanische Badmintonspielerin an den Start.
Fünf Olympiasiege bedeuteten 2008 in Peking die erfolgreichste Teilnahme an Olympischen Spielen bislang. Usain Bolt wurde Doppelolympiasieger über 100 und 200 Meter. Asafa Powell und Michael Frater wurden Fünfter bzw. Sechster über 100 Meter. Auch die 100-Meter-Staffel der Männer kam als Erste ins Ziel. Auf Grund eines Dopingvergehens von Nesta Carter wurde Jamaika nachträglich disqualifiziert und die Goldmedaille aberkannt.Meldung im The Guardian vom 25. Januar 2017 (engl.) Die 400-Meter-Staffel der Männer erreichte Platz acht. Danny McFarlane wurde über 400 Meter Hürden Vierter, Markino Buckley Siebter. Über 110 Meter Hürden wurde Maurice Wignall Sechster und Richard Phillips Siebter. Im Zehnkampf erreichte Maurice Smith Platz neun. Bei den Frauen konnte Veronica Campbell-Brown ihren Olympiasieg über 200 Meter verteidigen, Kerron Stewart gewann zudem Bronze, Sherone Simpson wurde Sechste. Über 100 Meter gingen alle drei Medaillen an Jamaika. Olympiasiegerin wurde Shelly-Ann Fraser-Pryce. Sherone Simpson und Kerron Stewart gewannen beide Silber, da sie mit der exakt gleichen Zeit (10,98 s) ins Ziel kamen. Melaine Walker gewann Gold über 400 Meter Hürden, Shericka Williams gewann Silber über 400 Meter. Hier wurde Rosemarie Whyte Siebte. Die 400-Meter-Staffel der Frauen gewann Bronze. Kenia Sinclair erreichte im 800-Meter-Lauf Platz sechs. Über 110 Meter Hürden wurde Delloreen Ennis-London Fünfte und Brigitte Foster-Hylton Sechste. Die Weitspringerin Chelsea Hammond verpasste mit Platz vier nur knapp eine Medaille. Trecia Smith kam im Dreisprung auf Platz elf. In Peking nahm die erste jamaikanische Reiterin an einem olympischen Reitturnier teil.
Von der Anzahl der Medaillen insgesamt war die Teilnahme in London 2012 für Jamaika am erfolgreichsten. Die Athleten konnten in der Leichtathletik zwölf Medaillen gewinnen. Usain Bolt wiederholte seinen Doppelsieg von Peking über 100 und 200 Meter mit Yohan Blake jeweils auf Platz zwei. Warren Weir vervollständigte mit Platz drei über 200 Meter den absoluten Triumph Jamaikas. Über 100 Meter wurde Asafa Powell Siebter. Bolt gewann mit der Staffel seine insgesamt fünfte Goldmedaille. Hansle Parchment gewann über 110 Meter Hürden Bronze. Über 400 Meter Hürden wurde Leford Green Siebter. Bei den Frauen verteidigte Shelly-Ann Fraser-Pryce ihren Olympiasieg über 100 Meter von 2008. Veronica Campbell-Brown gewann Bronze. Über 200 Meter gewann Fraser-Pryce dazu Silber, Campbell-Brown wurde Vierte. Silber holte auch die 100-Meter-Staffel der Frauen, die 400-Meter-Staffel gewann Bronze. Über 400 Meter Hürden wurde Kaliese Spencer Vierte, über 400 Meter kamen Novlene Williams-Mills auf Platz fünf und Rosemarie Whyte auf Platz acht. Kimberly Williams wurde im Dreisprung Sechste, Trecia Smith Siebte. Die Schwimmerin Alia Atkinson wurde über 100 Meter Brust Vierte. In London startete erstmals ein Taekwondoin aus Jamaika.