mini|hochkant|Gernot Roll bei der Verleihung des Kulturellen Ehrenpreises der Stadt München, 2015 an Werner Herzog im Festsaal des Alten Rathauses Gernot Roll (* 9. April 1939 in Dresden; † 12. November 2020 in München) war ein deutscher Kameramann. Außerdem betätigte er sich ab Mitte der 1990er-Jahre mehrfach als Regisseur.
Leben Roll absolvierte seine Ausbildung von 1953 bis 1956 in den DEFA-Studios in Babelsberg. 1960 siedelte Gernot Roll aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland über und ging ein Jahr später zur Bavaria Film nach München. Dort drehte er rund 100 Produktionen, darunter mehr als 40 große Fernsehfilme und Fernsehserien. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt die Bildgestaltung (so der von Reitz und Roll in den Abspännen gewählte Begriff) bei den Filmchroniken Heimat – Eine deutsche Chronik und Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend (Filme 1 bis 5) von Edgar Reitz.
Gernot Roll gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie.
Persönliches Der Schauspieler Michael Roll ist sein Sohn, seine Tochter Laura Roll stammt aus der zweiten Ehe mit Rita Serra-Roll. Am 12. November 2020 verstarb Gernot Roll in München im Alter von 81 Jahren.
Filmografie 1967: Flucht ohne Ausweg – Regie: Franz Peter Wirth 1968: Jet Generation – Regie: Eckhart Schmidt 1968: The Last Escape – Regie: Walter Grauman 1970: Wie eine Träne im Ozean (Fernsehfilm) 1971–1972: Salto Mortale – Regie: Michael Braun 1972: Alexander Zwo. Fernseh-Mehrteiler – Regie: Franz Peter Wirth 1973: Tod auf der Themse – Regie: Oswald Döpke 1973: Oh Jonathan – oh Jonathan! – Regie: Franz Peter Wirth 1973: Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck. Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1974: Hau drauf, Kleiner 1974: Tatort: Zweikampf – Regie: Wolfgang Becker 1974: Tatort: Der Mann aus Zimmer 22 – Regie: Heinz Schirk 1974: Wir pfeifen auf den Gurkenkönig – Regie: Hark Bohm 1975: Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski. Fernseh-Mehrteiler – Regie: Fritz Umgelter 1975: Tatort: Die Abrechnung – Regie: Wolfgang Becker 1975: Tatort: Treffpunkt Friedhof – Regie: Wolfgang Becker 1976: Tatort: Zwei Leben – Regie: Wolfgang Staudte 1976: Die Freundinnen – Regie: Axel Corti 1976: Minna von Barnhelm – Regie: Franz Peter Wirth 1977: Tatort: Spätlese – Regie: Wolfgang Staudte 1977: Tatort: Das Mädchen von gegenüber – Regie: Hajo Gies 1977: Stunde Null – Regie: Edgar Reitz 1978: Wallenstein – Regie: Franz Peter Wirth 1979: Die Buddenbrooks – Regie: Franz Peter Wirth 1979: 1 + 1 = 3 – Regie: Heidi Genée 1980: Car-napping – bestellt – geklaut – geliefert – Regie: Wigbert Wicker 1980: Goldene Zeiten – Regie: Michael Braun 1980: Ein Stück Himmel – Regie: Franz Peter Wirth 1982: Heimat – Eine deutsche Chronik – Regie: Edgar Reitz 1984: Don Carlos – Regie: Franz Peter Wirth 1984: Die Wächter – Regie: Franz Peter Wirth 1985: Morenga – Regie: Egon Günther 1985: Santa Fe – Regie: Axel Corti 1985: Welcome in Vienna – Regie: Axel Corti 1985: Mit meinen heißen Tränen – Regie: Fritz Lehner 1986: Ein fliehendes Pferd – Regie: Peter Beauvais 1986: Wallenstein – Regie: Franz Peter Wirth 1987: Tatort: Die Macht des Schicksals – Regie: Reinhard Schwabenitzky 1987: Das andere Leben – Regie: Nicolas Gessner 1987: Familienbande – Regie: Franz Peter Wirth 1988: Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle – Regie: Dieter Dorn 1989: Der Rosengarten (The Rose Garden) – Regie: Fons Rademakers 1989: Dort oben im Walde – Regie: Peter Keglevic 1990: Die Hure des Königs – Regie: Axel Corti 1991: Gekaufte Bräute – Regie: Käthe Kratz 1991: Keep on Running – Regie: Holm Dressler 1991: Der Tod kam als Freund – Regie: Nico Hofmann 1991: Schwarze Hochzeit – Regie: Clive Donner 1991: Wildfeuer – Regie: Jo Baier 1991: Meine Tochter gehört mir – Regie: Vivian Naefe 1992: Kleine Haie – Regie: Sönke Wortmann 1992: Kaspar Hauser – Verbrechen am Seelenleben eines Menschen – Regie: Peter Sehr 1992: Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend, Filme 1–5 – Regie: Edgar Reitz 1993: Krücke 1993: Der Fall Lucona – Regie: Jack Gold 1994: Der bewegte Mann – Regie: Sönke Wortmann 1996: Honigmond – Regie: Gabriel Barylli 1996: Das Mädchen Rosemarie (Fernsehfilm) 1996: Jenseits der Stille – Regie: Caroline Link 1996: Seitensprung in den Tod – Regie: Gabriel Barylli 1996: Unter die Haut – Regie: Christoph Schrewe 1997: Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief – Regie: Helmut Dietl 1997: Weihnachtsfieber 1998: Der Laden. TV-Miniserie – Regie: Jo Baier 1999: Late Show – Regie: Helmut Dietl 1999: Der große Bagarozy 2001: Nirgendwo in Afrika – Regie: Caroline Link 2001: Die Manns – Ein Jahrhundertroman – Regie: Heinrich Breloer 2002: Knallharte Jungs 2002: Jedermanns Fest 2005: Speer und Er 2006: Heimat-Fragmente: Die Frauen 2007: Kein Bund für’s Leben 2008: Buddenbrooks 2010: Henri 4 2011: Der Mann mit dem Fagott (Fernsehfilm) 2013: Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht 2015: Meister des Todes 2017: Gift 2018: Saat des Terrors 2019: Brecht
Auch als Regisseur 1990: Der zerbrochne Krug – (nur Bildregie, Inszenierung von Dieter Dorn) 1994: Radetzkymarsch – (gemeinsam mit Axel Corti) 1997: Ballermann 6 – (gemeinsam mit Tom Gerhardt) 1999: Tach, Herr Dokter! – Der Heinz-Becker-Film – (gemeinsam mit Gerd Dudenhöffer) 1999: ’Ne günstige Gelegenheit 2003: Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone 2004: Pura Vida Ibiza 2006: Der Räuber Hotzenplotz 2009: Männersache 2010: Werner – Eiskalt! 2011: Die Superbullen 2012: Die kleine Lady (Fernsehfilm)
Auszeichnungen 1984: Telestar für Heimat – Eine deutsche Chronik 1985: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für die Folge Hermännchen aus Heimat (zusammen mit Edgar Reitz und Peter Steinbach) 1986: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Heimat (zusammen mit Edgar Reitz und Peter Steinbach) 1987: Adolf-Grimme-Preis mit Gold (zusammen mit Fritz Lehner und Udo Samel), Deutscher Kamerapreis, Goldener Gong für Mit meinen heißen Tränen 1987: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Wohin und zurück, Folge2: Santa Fé (zusammen mit Georg Stefan Troller und Axel Corti) Deutscher Filmpreis – Beste Kamera für: 1992: Wildfeuer 1993: Kleine Haie, Krücke und Meine Tochter gehört mir 2002: Nirgendwo in Afrika 2014: Nominierung: Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht 1993: Goldene Romy für Radetzkymarsch 1995: Löwe von Radio Luxemburg, Goldener Gong für Das Mädchen Rosemarie 1995: Adolf-Grimme-Preis mit Gold für Radetzkymarsch (zusammen mit Axel Corti, Max von Sydow und Tilman Günther) 1997: Goldener Gong für Der Laden 1998 Deutscher Kamerapreis (Ehrenpreis für das Lebenswerk) 1998: Da Vinci Award, Palm Springs, Madrimagen 2000 für Der große Bagarozy 2000: Adolf-Grimme-Preis für Die Manns – Ein Jahrhundertroman 2006: Kindermedienpreis Der weiße Elefant für die Regie in Der Räuber Hotzenplotz 2013: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland 2014: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin 2015: Bayerischer Filmpreis – Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten Quelle:
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 606 f.
Weblinks
Gernot-Roll-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Kameramann Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Künstler (Dresden) Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Emigrant aus der DDR