mini|Verabschiedung eines Reservebataillons 9 nach Norwegen, 9. Mai 1940; v. links SS Gf. August Heißmeyer (allg. SS); Gen. Kurt Daluege; Ol. Eberhard Herf; Gen. Adolf von Bomhard [?]; Gen.mj. Otto Klinger. Ernst Otto Klinger (* 25. April 1886 in Hohnstein; † 26. Juni 1966 in Usseln) war ein deutscher Polizeioffizier, zuletzt Generalleutnant der Polizei und SS-Gruppenführer im Zweiten Weltkrieg.
Leben Klinger war der Sohn eines Brauereibesitzers. Er besuchte die Volksschule in seiner Heimatstadt und von 1901 bis 1907 das Lehrerseminar in Dresden-Plauen. Anschließend leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger bei der Sächsischen Armee ab und war danach als Lehrer in Kötzschenbroda und Dresden tätig. Anschließend nahm er ab August 1914 durchgehend mit dem Königlich Sächsischen Infanterie-Regiment Nr. 177 am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Kompanie- und Bataillonsführer. Nachdem er bereits beiden Klassen des Eisernen Kreuzes erhalten hatte, wurde er am 1. November 1917 mit dem Ritterkreuz des Militär-Sankt-Heinrichs-Ordens beliehen.Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736-1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee. Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 376.
Nach seiner Entlassung aus der Armee im Januar 1919 trat er in Dresden in die Truppenpolizei ein, war ab 1921 zunächst bei der Gendarmerie-Direktion Dresden und leitete von 1923 bis 1928 eine Gendarmerie-Abteilung. Anschließend wurde er in das Polizeipräsidium Chemnitz versetzt, leitete in den beiden darauffolgenden Jahren in Plauen eine Polizei-Anwärter-Inspektion und war von 1930 bis 1933 Gendarmerie-Abschnittskommandeur in Chemnitz.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten trat er in die Sächsische Landespolizei ein und war von 1933 bis 1935 Kommandeur der Landespolizeischule in Meißen. Danach wechselte er zur Schutzpolizei und erhielt eine Anstellung als Sachbearbeiter im Sächsischen Innenministerium mit Dienstsitz Dresden. Zum 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.550.129).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/20891385 Von Anfang August 1937 bis Ende Mai 1939 war er Inspekteur der Ordnungspolizei (IdO) beim Oberpräsidium der Provinz Brandenburg. Zwischenzeitlich wurde er am 20. April 1939 im Rang eines SS-Standartenführers in die Schutzstaffel (SS-Nummer 337.820) übernommen und gehörte als SS-Führer dem Stab des SS-Oberabschnitts Ost/Spree an. Von Juni 1939 bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit am 14. September 1944 war er als Nachfolger von Jürgen von Kamptz Kommandeur der Schutzpolizei in Berlin. Zugleich stand er der Polizeisportgemeinschaft Berlin vor.
Seit Dezember 1930 war er mit Charlotte Runge (* 30. April 1897) verheiratet.
Auszeichnungen Klingers Militär-, Polizei- und SS-DienstgradeAndreas Schulz, Günter Wegmann: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 2: H–K (Hachtel-Kutschera) X, Bissendorf 2005, S. 523DatumRangApril 1915Leutnant1. April 1920Polizeioberleutnant1. April 1921Hauptmann der Gendarmerie1. August 1930Major der Gendarmerie1. Dezember 1933Oberstleutnant der LandespolizeiSeptember 1937Oberst der Schutzpolizei20. April 1939SS-Standartenführer1. September 1939SS-Oberführer20. April 1940SS-Brigadeführer20. April 1940 (mit Wirkung vom 1. November 1939) Generalmajor der Polizei9. November 1943 (mit Wirkung vom 10. August 1943)SS-Gruppenführer14. Dezember 1943 (mit Wirkung vom 1. August 1943 bzw. 1. Oktober 1943)Generalleutnant der Polizei
Kriegsverdienstkreuz II. und I. Klasse mit Schwertern Andreas Schulz, Günter Wegmann: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 2: H–K. (Hachtel-Kutschera), X, Bissendorf 2005, S. 524. Komturkreuz des Ungarischen Verdienstordens Komturkreuz des Bulgarischen Zivilverdienstordens Ritterkreuz II. Klasse des Albrechts-Ordens Ritterkreuz II. Klasse des Sächsischen Verdienstordens Julleuchter der SS Totenkopfring der SS SS-Ehrendegen
Literatur Andreas Schulz, Günter Wegmann: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 2: H–K. (Hachtel-Kutschera), Biblio-Verlag, Bissendorf 2005, ISBN 3-7648-2592-8, S. 523–525.
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Einzelnachweise
Kategorie:Polizist der Ordnungspolizei Kategorie:SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Ritter des Militär-St.-Heinrichs-Ordens Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 2. Klasse) Kategorie:Träger des Sächsischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn (Komtur) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Leutnant (Sachsen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann