Die Iserbrook war eine Brigg, die 1853 bei Hamburg gebaut wurde und 1880 bei Sydney gesunken ist.

Schiffsmaße Im Hamburger Bielbrief vom 14. November 1853 sind für die Iserbrook folgende Maße angegeben: Länge über Kiel = 105,00 Hamburger Fuß (30,03 m) Größte Breite = 22,11 Hamburger Fuß (6,32 m) Höhe (Bauchdiele bis Verdeckplanken) = 13,70 Hamburger Fuß (3,92 m) Tragfähigkeit = 90 Hamburger Kommerzlasten

Geschichte

Die Iserbrook wurde auf der Reiherstiegwerft unter der Leitung von Joachim Eduard von Somm gebaut und lief 1853 mit der Baunummer 10 vom Stapel. Ersteigner war das Handelshaus Joh. Ces. Godeffroy & Sohn des Hamburger Kaufmanns Cesar Godeffroy. Das Schiff trug den Namen nach zu dieser Zeit westlich außerhalb von Hamburg gelegenen Ländereien der Familie Godeffroy. Das Gebiet wurde 1951 der Hamburger Stadtteil Iserbrook.

Mit der Brigg fanden zunächst Fahrten nach Australien, Neuseeland und Südamerika statt. Vom Heimathafen Hamburg wurden vorwiegend Auswanderer befördert, auf den Rückfahrten Handelsgüter. Im Jahr 1859 fuhr das Schiff unter chilenischer Flagge mit dem Namen Inca, im Frühjahr 1860 erfolgte die Rückbenennung in Iserbrook. Ab 1872 setzen Joh. Ces. Godeffroy & Sohn die Brigg strategisch zur Erweiterung ihres Handelsnetzes im Westpazifik ein. Unter Kommando von G. C. Levison wurden von Bord der Iserbrook Händler auf den Inseln der Karolinen und dem späteren Bismarck-Archipel (Gazelle-Halbinsel) gelandet, um dort ständige Niederlassungen zu errichten.William T. Wawn: The South Sea Islanders and the Queensland Labour Trade: Edited, with an Introduction by Peter Corris. (Pacific History Series No. 5). Australian National University Press, Canberra 1973, S. xxiv und xxi. F. X. Hezel: W.T. Wawn. Beachcombers, Traders & Castaways in Micronesia, Unterseite Pohnpei; abgerufen im November 2013.Jakob Anderhandt: Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld: Biographie. MV-Wissenschaft, Münster 2012, Band 1, S. 87.Stuart G. Firth: German Recruitment and Employment of Labourers in the Western Pacific before the First World War. Dissertation, Oxford University 1973. British Library Document Supply Centre, Wetherby [19--] (Mikrofilm), S. 14.William T. Wawn: The South Sea Islanders and the Queensland Labour Trade: Edited, with an Introduction by Peter Corris. (Pacific History Series No. 5). Australian National University Press, Canberra 1973, S. xxvi; Jakob Anderhandt: Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld. Biographie in 2 Bänden. MV-Wissenschaft, Münster 2012, Band 1, S. 135 f. Die Brigg leistete ferner Hilfsdienste zur Erweiterung des hauseigenen Museums von Godeffroy & Sohn. Auf einer Fahrt im zweiten Quartal 1873 war der Ethnograph und Biologe Johann Stanislaus Kubary an Bord.

Durch Verkauf im Jahr 1874 bekam die Iserbrook einen australbritischen Eigner. Sie wurde nun vorwiegend in der Perlfischerei und zur Bêche-de-mar-Produktion eingesetzt.Vergleiche die hierfür ausgestellten Lizenzen lt. [J. C. Wilson (Commodore):] Labour Trade in the Western Pacific. Thomas Richards (Government Printer), Sydney 1881, S. 27 (zwei Einträge). Im Dezember 1878 brach während eines Hafenaufenthaltes in Sydney ein Feuer an Bord aus, forderte das Leben des Kapitäns und gipfelte in einer Explosion. Das infolge des Unglücks gesunkene Schiff wurde gehoben und wieder instand gesetzt. Am 30. Januar 1880 sank die Iserbrook vor Mrs Macquarie’s Chair im Haupthafen von Sydney erneut. Nach einem Versuch im Juli 1880, das nicht wieder geborgene Wrack per Auktion zu verkaufen und nach Heben eines Teils der Ladung wurden die Überreste der Brigg im Oktober des Jahres gesprengt.

Kapitäne mini|hochkant=1.2|Verkaufsanzeige für die Iserbrook im Sydney Morning Herald vom 7. März 1874 Auf dem Schiff sind verschiedene Kapitäne gefahren. Im Einzelnen waren es:

1853–55 J. J. Krüger 1855–60 Fried. Koch 1861 J. H.[Hans] W.[wilhelm] SteinholzCopuliert: den 23. [August 1865] der Hamburger Bürger und Schiffscapitän Hans Wilhelm Steinholz und Johanna Jacobine Dorothea Krömmelbein. In: Altonaer Nachrichten. 1. September 1865, S. , (Digitalisat) 1863 P. Schinkel 1865–69 F. M. Schultze 1869–70 J. J. F. Meyer 1872–74 Georg Christoph Levison 1874 Joseph Frazer 1878 Alfred Martin 1878 Daniel Ames

Fahrten Mit dem Schiff wurden von Hamburg aus Fahrten nach Südamerika und in das Gebiet um Australien unternommen. Nach dem Wechsel des Eigners, ab 1874, wurden mit der Iserbrook Fahrten im pazifischen Raum durchgeführt.