mini|Annie Machon im Dezember 2013 auf dem 30C3 in Hamburg.
Annie Machon (* 1968) ist eine frühere Mitarbeiterin des britischen Nachrichtendienstes Security Service (MI5), die sich zusammen mit ihrem ehemaligen Kollegen und heutigen Journalisten David Shayler als Whistleblowerin zu illegalen Vorgängen innerhalb des MI5 betätigte.
Karriere Machon wurde nach ihrem Abschluss an der Cambridge University 1991 vom MI5 rekrutiert. Dort arbeitete sie erst in der Abteilung für „counter-subversion (F2)“ (etwa: Spionage- und Umsturzabwehr), danach wurde sie zur Aufklärung von Terrorismus im Nordirlandkonflikt, später in der globalen Terrorismusabwehr eingesetzt, bis sie 1997 zusammen mit ihrem Lebensgefährten Shayler den Dienst verließ, um Interna an die Öffentlichkeit zu tragen.
Im Jahr 2020 trat sie in dem Dokumentarfilm Der Maulwurf: Undercover in Nordkorea in Erscheinung.
Als Whistleblower mini|Annie Machon 30C3 Nach anfänglichem Idealismus zeichneten sich schnell deutliche Differenzen zwischen ihrerseits erdachtem Idealzustand und politischer Realität ab:
Auch operative Unstimmigkeiten waren Shayler und Machon offensichtlich:
Nachdem 1997 statt der durchschnittlichen Anzahl von vier Kündigungen pro Jahr 14 von Machons Kollegen ihre Tätigkeiten als Spione aufgaben, verkaufte Shayler Details zu den genannten Vorgängen für 40.000 Pfund Sterling an die britische Tageszeitung Mail on Sunday. Darüber hinaus veröffentlichte er Informationen zu: geheimen Akten über Regierungsmitglieder, die mit der Geheimdienstaufsicht betraut waren bewusste Lügen an die Geheimdienstaufsicht illegale Abhörmaßnahmen bei Journalisten die wissentlich falschen Verurteilungen zum Terroranschlag von 1994 auf die Israelische Botschaft in London das versuchte Attentat des MI6 auf Muammar al-Gaddafi
In der Nacht vor der Veröffentlichung flohen beide zusammen nach Utrecht und von dort aus in eine ländliche Gegend in Frankreich. Die Rückkehr nach Großbritannien verknüpfte Shayler an die Zusage, von einer Anklage abzusehen, sowie der Garantie, die Vorwürfe öffentlich zu untersuchen, stieß allerdings auf kein Interesse seitens der Behörden. Bei einem späteren Aufenthalt in Paris wurde er dann auf Grund eines Auslieferungsantrages verhaftet, der jedoch von einem französischen Richter zurückgewiesen wurde, da die Auslieferung politisch motiviert sei.The Spy who loved me, The Guardian – Website. Abgerufen am 24. November 2013.
Im Jahr 2000 erfolgte die Rückkehr des Paares nach London, und während Shayler angeklagt wurde, blieb Machon in Freiheit. Der Richter bestätigte allerdings Shaylers noble Motive, die Gefängnisstrafe für ihn belief sich auf sechs Monate.
Nach 14 Jahren Beziehung trennte sich das Paar.How the bullying State crushed him, Daily Mail – Website. Abgerufen am 24. November 2013.
Literatur Annie Machon: Spies, Lies and Whistleblowers: MI 5, MI 6 and the Shayler Affair. The Book Guild 2005, ISBN 978-1-85776-952-4.
Weblinks
anniemachon.ch – Offizielle Website
Einzelnachweise
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