mini|Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004 mini|Largario Largario (lombardisch Larzei ) ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Acquarossa im Schweizer Kanton Tessin. Sie bildete bis 2004 eine eigenständige Gemeinde.
Geographie mini|Luftbild von Werner Friedli (1953) Das Dorf liegt am rechten Ufer des Brenno und am Fuss der Punta di Larescia (2272 m ü. M.), 20 km nördlich von Biasca.
Geschichte Eine erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1207 als de Largario. Der Ortsname ist eine Ableitung von lateinisch larix ‚Lerche‘.
Im 12. Jahrhundert gehörte sie zur Nachbarschaft (vicinanza generale) von Olivone, Campo und Largario, die noch heute eine einzige Bürgergemeinde bilden. Largario wurde wahrscheinlich um 1300 zur selbstständigen Pfarrei. Die 1283 erwähnte Kirche Santi Pietro e Paolo wurde 1765–1767 umgebaut.
Binnen- und Auswanderung führten im 19. und 20. Jahrhundert zu einem beträchtlichen Bevölkerungsrückgang. Um 2000 war die Hälfte der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, die Hälfte arbeitete ausserhalb Largarios. Von 1969 bis zur Eingemeindung war ein vom Staatsrat ernannter geschäftsführender Gemeindesekretär für die Gemeindeverwaltung verantwortlich. Im Jahr 2000 wurde die Bürgergemeinde von Olivone, Campo und Largario für ihren Einsatz bei der Waldpflege mit dem Binding-Preis geehrt.
Auf den 4. April 2004 schloss sich Largario mit Castro, Corzoneso, Dongio, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neu gebildeten Gemeinde Acquarossa zusammen. Die bisherige Ortsbürgergemeinde Olivone, Campo und Largario blieb auch nach der Fusion der Einwohnergemeinden bestehen.Patriziato generale di Olivone, Campo e Largerio. In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati. Abgerufen am 29. Juli 2024 (italienisch; mit Landkarte).
Bevölkerung
1980 war Largario einwohnermässig die kleinste Gemeinde der Schweiz, 1990 die kleinste Gemeinde im Kanton Tessin.
Verkehr Leontica liegt an der Strasse Corzoneso–Acquarossa, die in Corzoneso und Acquarossa von der Lukmanierpassstrasse abzweigt. Im öffentlichen Verkehr wird Leontica von der Buslinie 62.133 Acquarossa–Leontica der Autolinee Bleniesi erschlossen.Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2025. In: öv-info.ch
Sehenswürdigkeiten
Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft. Pfarrkirche Santi Pietro und PaoloSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 104–105. Oratorium San Rocco mit Fresko Madonna mit Kind und Heilige Rocco und Sebastiano (XVI. Jahrhundert) im Innenraum.
Literatur Piero Bianconi: Arte in Blenio. Guida della valle. S.A. Grassi & Co. Bellinzona-Lugano 1944; derselbe: Largario. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Band I, Le Tre Valli Superiori. S.A. Grassi & Co, Bellinzona 1948, S. 99–100.
Simona Martinoli u. a.: Largario. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007. Celestino Trezzini: Largario. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 4: Güttingen – Mailand. Attinger, Neuenburg 1927, S. 608 (Digitalisat).
Weblinks
Amt für Statistik des Kantons Tessin: Acquarossa (italienisch) Acquarossa-Largario: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin
Einzelnachweise
Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 508.
Kategorie:Geographie (Acquarossa) Kategorie:Weiler im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Acquarossa Kategorie:Ersterwähnung 1207 Kategorie:Gemeindeauflösung 2004