Loch, Loh und zahlreiche Varianten sind alte deutsche Toponyme in der Bedeutung Wald oder Feuchtgebiet.
Wortherkunft Dem Ortsnamen liegt ein auf alter Wurzel beruhendes bzw. lôh zugrunde. Dieses hat mehrere Bedeutungen, die die Deutung darauf aufbauender Flurnamen erschweren:
Häufige Grundbezeichnung ist , m. oder n., , Genitiv , pl. löcher u. Ä., in der Bedeutung Wald, Hain, Holz, Gehölz, Gebüsch. LÔCH, LÔ stm. stn. niedriges holz, busch. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Band 1, Sp. 1041a Leipzig 1854–1866 lôch flex.-hes stmn. gebüsch. In: Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Band 1, Sp. 1949(alle woerterbuchnetz.de, Universität Trier). Verwandt ist wohl („Hain“, „Wald“) Zum anderen ist , f., lateinisch ‚‘ ein Wort für ‚Sumpfwiese, Feuchtgebiet‘ (ähnlich Au, Luch u. a.). Wie viele dieser Worte tendiert es in zwei Richtungen, zum einen allgemein ‚Gehölz, Hain, Wald‘ und zum anderen ‚Niederwald, Buschland‘, bis hin zu ‚Sumpfwiese‘. Diese beiden können sich auch mischen (wie Bruch in der Bedeutung ‚Auwald‘).Franz Valentin Zillner: Das Wasser in salzburgischen Flur- und Ortsnamen. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 22, S. 37–61, Abschnitt La, Le, …. S. 1 ff ().
Als Lohe (Gerberlohe) wurden später auch die zum Gerben verwendeten Baumbestandteile (vor allem von Eichen und Fichten) bezeichnet, als Lohwald ‚zur Lohegewinnung angelegtes Gehölz‘,lô stm. In: Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (woerterbuchnetz.de, Universität Trier). etwa als Eichenschälwald (rheinische Lohhecken).
Loh ist in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtssprache aber auch , und auch .
Verbreitung, Varianten und Beispiele Das Wort ist im ganzen deutschen Sprachraum namensbildend. Es findet sich in zahlreichen Formen wie La, Le, Leo, Lach, Lo, Loe, Loch, Lohen, Luch, Lauch, Loach.Beispiele nach: Helene Zierhofer: Der Wald und seine Bäume im Lichte der Sprache. In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Ausgabe 55, 1943, S. 83 ().
Daraus sind Ortsnamen, wie Loch, Lohen, Lochen, Lochhofen, Lohhof, Hohenlohe (Hohlach), Gütersloh, Barlo, Oldesloe, Lochbach entstanden, aber auch Familiennamen wie Schottenloher oder Erbslöh. Auch die Flurnamen Loo (am Bürgen), Lohmatte (Ettiswil) und Ochsenlohn (Cham ZG), die Ortsnamen Langenloh (zum Beispiel im Kanton Bern), Schwaderloch und Lohn sowie die Familiennamen Loher, Locher und Lohner gehören hierher.Alfred Helfenstein: Das Namengut des Pilatusgebietes. Keller, Luzern 1982, ISBN 3-85766-004-X, S. 48.
Das Wort wandelt sich oberdeutsch auch Richtung lah oder leoP. Benedikt Pitschmann OSB: P. Matthias Höfer von Kremsmünster und sein etymologisches Wörterbuch (1815). II. Teil. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 115a, Linz 1969, S. 199–210, hier S. 201 (), Blatt 3: ., daraus etwa Laa, Lach, Lachforst, Lahstedt, Laakirchen, Leogang.
Einzelnachweise
Kategorie:Flurname Kategorie:Agrargeschichte (Deutschland) Kategorie:Moorwirtschaft Kategorie:Geschichte der Waldnutzung