Výhledy () ist ein Dorf und Ortsteil der Gemeinde Hazlov (Haslau) im Bezirk Cheb (Eger) in Tschechien. Im Jahr 2021 lebten hier 78 Einwohner.
Geografie Výhledy liegt am Südhang des früher so genannten Brandbergs, einem westlichen Ausläufer des Kappellenbergs im Elstergebirge. Im Norden und Osten erstrecken sich ausgedehnte Wälder. Etwa 400 Meter östlich des Ortes verläuft die tschechisch-deutsche Staatsgrenze. Dahinter liegen in etwa eineinhalb Kilometer Entfernung von Výhledy das sächsische Bärendorf und im Südosten das zweieinhalb Kilometer entfernte Schönberg, beides Ortsteile von Bad Brambach. Eine Straßenverbindung zu diesen Orten besteht nicht. Nachbarorte auf tschechischer Seite sind im Norden Dolní Paseky (Niederreuth), im Westen Nebesa (Himmelreich) und im Süden Skalka (Rommersreuth). Nahe am Ort entspringt auf deutschem Staatsgebiet der Hazlovský potok (Frauenbach).
Ortsname Die Ortsnamensendung -grün ist eine in Oberfranken, im Vogtland und im Egerland häufig vorkommende Bezeichnung für eine Rodungsfläche und weist auf eine Entstehung der Siedlung im 12. bis 14. Jahrhundert hin. Der erst später hinzugefügte Namensteil Stein dürfte wohl auf die Beschaffenheit des Bodens Bezug nehmen. Der tschechische Name bedeutet Ausblicke oder Fernsichten und beschreibt die Lage des Ortes, von dem weite Teile des Egerlandes überblickt werden können.
Geschichte Rudimente einer befestigten Ringwallinsel weisen auf das Bestehen eines Rittersitzes in der frühen Siedlungsgeschichte hin. Der Ritter Friedrich von Haslau stellte im Jahr 1224 einen Widmungsbrief aus, durch den er die Dörfer Haselah (Haslau), Gruen und Ramungesriut (Rommersreuth), die ihm der österreichische Herzog zu Lehen gegeben hatte, dem Kloster Waldsassen überschrieb. Im Egerer Klosteuerbuch (auch Klauen- oder Klohsteuerbuch) von 1395 ist von einem Grün bei Haslau die Rede. Im Musterungsbuch der Egerländer Bauernschaft, ebenfalls aus dem Jahr 1395, werden für Grün bei Haslau 10 wehrfähige Bauern namentlich genannt. Nach Benno Tins dürfte damit jeweils das spätere Steingrün gemeint sein. Belegt durch eine Urkunde vom 16. März 1526 kaufte Hieronymus Schlick von Hans Wirsberg u. a. einen Wald mit der Bezeichnung „Steinighe Grün“. 1539 ist von einer Wüstung und 1692 von einem Dorf Steingrün die Rede.
1825 errichtete der Fabrikant Franz Pocher am Ort eine Baumwollspinnerei, in der zeitweise bis zu 4.000 Spindeln betrieben wurden. Als im Zuge des amerikanischen Sezessionskriegs die Baumwollexporte der Südstaaten praktisch zum Erliegen kamen, ging das Unternehmen in den 1860er Jahren in Konkurs.
1847 bestand der Ort aus 63 Anwesen mit 485 Einwohnern. Bis dahin stets zum Egerland gehörend wurde Steingrün 1850 zusammen mit einigen weiteren Orten dem Bezirk Asch angegliedert. 1880 erhielt der Ort ein für damalige Verhältnisse modernes Schulhaus. 1928 wurde Steingrün an das Stromnetz der Westböhmischen Elektrizitätswerke angeschlossen. Im selben Jahr wurde die Straße von Asch über Himmelreich, Steingrün und Rommersreuth bis zur Staatsstraße Asch-Eger grundlegend ausgebaut.
alternativtext=Vesnická ulice|mini|Dorfstraße (2025)
Im 20. Jahrhundert teilte Steingrün die Geschichte des Bezirks Asch. Mit dem Vertrag von Saint-Germain 1919 wurde es Bestandteil der Tschechoslowakischen Republik. Nach dem Münchner Abkommen gehörte es von 1938 bis 1945 zum Deutschen Reich. Nach Wiedereingliederung in die Tschechoslowakische Republik wurde die deutsche Bevölkerung enteignet und vertrieben, der überwiegende Teil der Anwesen wurde dem Verfall preisgegeben und später abgeräumt. Insbesondere seit den 1990er Jahren wurden einige der alten Anwesen restauriert und mehrere Neubauten errichtet.Trotzdem ist die Gemarkung bis heute nur lückenhaft bebaut.
1960 wurde der bisherige Bezirk Aš an den Bezirk Cheb angeschlossen und Výhledy nach Hazlov eingemeindet.
Einwohnerentwicklung +Entwicklung der Einwohnerzahl und der Anzahl der AnwesenJahr186918801890190019101921193019501961197019801991200120112021Einwohner6897347096385684945729087675037374878Anwesen6364656563626568 –181719212432
Bei der Volkszählung der Tschechoslowakischen Republik im Jahr 1921 lebten hier 494 Einwohner, von denen 485 deutscher Nationalität und neun Ausländer waren. 466 Einwohner gehörten der römisch-katholischen und 28 der evangelischen Kirche an.
Sehenswürdigkeiten alternativtext=Quelle der Weißen Elster|mini|Elsterquelle
Etwa einen Kilometer nördlich des Ortes liegt in einem Waldgebiet (früher Kreuzherrenwald) die Quelle der Weißen Elster (Bílý Halštrov). Das Steinmonument mit Inschrift in deutscher Sprache wurde im Jahr 1898 errichtet. Es ist mit dem Wappen der Familie von Helmfeld versehen, die das Grundstück um die Quelle gestiftet hat. Der Ort ist über Radwege von Bärendorf und Horní Paseky (Oberreuth) zu erreichen. Am Ortsteich sind Überreste einer befestigten Ringwallinsel im Gelände zu erkennen. Nahe der Ortsmitte befindet sich ein Wegekreuz mit einem Relief der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1833. Gefallenendenkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs (stark beschädigt). Grenzstein aus dem Jahr 1844.
alternativtext=Boží muka s reliéfem Nejsvětější Trojice z roku 1833|mini|Wegekreuz von 1833
Weblinks
Einzelnachweise
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