mini|Wolfgang Grossmann (2014) Wolfgang Grossmann (* 1953 in Dresden) ist ein deutscher Schauspieler, Musiker, Journalist und Fotograf.
Leben und Karriere Grossmann wurde als Sohn eines Lehrerehepaars in Dresden geboren.Regine Sylvester: Das Stehaufmännchen, Berliner Zeitung vom 8. Mai 2008, abgerufen am 31. Mai 2008. Dort besuchte er auch die Schule bis zum Abitur 1972.Vorpommersche Landesbühne: Wolfgang Grossmann, abgerufen am 20. Februar 2019. Nach dem Grundwehrdienst in Berlin, wo er für ein NVA-Amateurkabarett und in einer Armee-Tanzkapelle am Schlagzeug saß, studierte er in Leipzig Journalistik.Simone Schmollack: „Ich habe viel Zeit“, taz vom 12./13. Oktober 2013, S. 29. An der Karl-Marx-Universität wirkte er im Poetischen Theater Louis Fürnberg mit und beschloss nach dem Diplom 1978 und kurzer Redakteurstätigkeit bei der Sächsischen Zeitung Dresden, nicht länger Journalist zu sein, sondern Schauspieler zu werden. Zunächst arbeitete er deshalb in der Öffentlichkeitsarbeit am Dresdner Theater der Jungen Generation. Er leitete dort u. a. einen Jugendklub, der sich hauptsächlich an Kunst, Musik und unangepasster Lebensweise orientierte.
Von 1979 bis zur Auflösung 1983 war Grossmann Schlagzeuger der DDR-Punkband Zwitschermaschine, die 1983 gemeinsam mit der Punkband Schleim-Keim illegal die LP DDR von unten in Westberlin veröffentlichte. Parallel zum Schauspieler-Engagement 1982 bis 1984 am Thomas-Müntzer-Theater Eisleben und 1984 bis 1986 am Theater Anklam absolvierte er die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.
1986 reiste Grossmann zu einer Verwandten zum Geburtstag nach Pinneberg und blieb in Westdeutschland. Nach einem Zwischenstopp in Westberlin war er von 1987 bis 1989 an den Städtischen Bühnen Osnabrück engagiert. 1989/90 lebte er in München. 1990 bis 1995 gehörte er zum Schauspielensemble des Staatstheaters Braunschweig. Seit 1995 ist er freischaffend und selbständig, lebte und arbeitete als Schauspieler bis 2000 in Köln, dann auch in Dresden und ist seit 2006 wieder hauptsächlich in Berlin tätig.
Zum ersten Mal war Grossmann 1997 in einer Folge der Fernsehserie Lindenstraße zu sehen. Er spielte in zwei Folgen der Serie Familie Heinz Becker mit: 1998 als Autoverkäufer Schäter und 2001 als Polizeimeister Lang. Dazu hatte er eine Rolle im Heinz-Becker-Film Tach, Herr Dokter!. Es folgten weitere Auftritte in Serien wie Die Motorrad-Cops – Hart am Limit, Verbotene Liebe und Der Pfundskerl. Weitere Rollen in Filmen waren 2004 in Günter Meyers, mit dem Fox Kids-Award in der Kategorie „Bester Kinderfilm“ ausgezeichneter Film Der Dolch des Batu Khan, 2007 in Blindflug, 2008 in Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat, 2010 in Im Angesicht des Verbrechens und in Don 2 – The King Is Back, 2011 in Der Turm und 2012 in Sein letztes Rennen. Nach einem Schlaganfall seines Vaters legte er beruflich eine Pause ein und pflegte diesen fünf Jahre lang.
Außerdem spielte er 2011 bei den Zwingerfestspielen in Dresden unter der Regie von Dieter Wedel und 2012 sowie 2013 bei den Ostseefestspielen in Greifswald. Grossmann ist neben seinem schauspielerischen Wirken auch freiberuflich als Journalist, Fotograf und DJ tätig. 2018 veröffentlichte er den Band will nicht zu den großohrigen elefanten, Gedichte, lyrische Bilder und Stücke von Michael Rom, dem Sänger und Texter der DDR-Punkband Zwitschermaschine.
Er war zweimal verheiratet und lebt in Berlin.
Tonträger mini|Zwitschermaschine: Cornelia Schleime, Ralf Kerbach und Wolfgang Grossmann 1983: Zwitschermaschine DDR von unten, Aggressive Rockproduktionen 2021: Der Schlagzeuger von Zwitschermaschine ROM, Rundling Records
Literatur über Zwitschermaschine sowie die LP DDR von unten Christoph Tannert: Vierte Wurzel aus Zwitschermaschine. In: Wir wollen immer artig sein…. Punk, New Wave, Hip-Hop, Independent-Szene in der DDR 1980–1990. Herausgegeben von Ronald Galenza und Heinz Havemeister. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 1999. S. 196–200. Michael Boehlke und Henryk Gericke (Herausgeber): Ostpunk! – Too Much Future. Punk in der DDR 1979–1989. Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-935843-91-7 Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Herausgeber): Wir wollen immer artig sein…. Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980–1990. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-306-3 Anne Hahn und Frank Willmann: Satan, kannst du mir noch mal verzeihen. Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest. Ventil Verlag, Mainz 2008, ISBN 978-3-931555-69-6 Cornelia Schleime: „Jeder Satellit hat einen Killersatelliten“, Hätten wir es nur wörtlich genommen. In: Michael Boehlke und Henryk Gericke (Herausgeber): Ostpunk! – Too Much Future. Punk in der DDR 1979–1989. Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2005, ISBN 3-935843-91-7, S. 177–190 Torsten Preuß: Zonenpunk in Scheiben: Die erste Punkplatte aus dem Nahen Osten. In: Ronald Galenza und Heinz Havemeister (Herausgeber): Wir wollen immer artig sein…. Punk, New Wave, HipHop, Independent-Szene in der DDR 1980–1990. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-306-3, S. 66–71 Alexander Pehlemann, Ronald Galenza, Robert Miessner (Hrsg.): Magnetizdat DDR – Magnetbanduntergrund Ost 1979-1990. Verbrecher Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-95732-476-4.
Filmografie (Auswahl) 1986: Genesis, FESA 1988: In guten Händen (Fernsehfilm) 1997: Lindenstraße (Fernsehserie, Episode 1x608) 1998: Familie Heinz Becker (Fernsehserie, Episode 5x04) 1999: Tach, Herr Dokter! – Der Heinz-Becker-Film 2000: Die Motorrad-Cops – Hart am Limit (Fernsehserie, Episode 1x03) 2000: Verbotene Liebe (Fernsehserie, Episode 1x1270) 2001: Der Pfundskerl (Fernsehserie, Episode 2x02) 2001: Familie Heinz Becker (Fernsehserie, Episode 6x06) 2004: Der Dolch des Batu Khan 2007: Blindflug 2008: Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Valkyrie) 2010: Im Angesicht des Verbrechens (Fernsehserie, Episode 1x06) 2010: Der Ghostwriter (The Ghost Writer) 2013: Sein letztes Rennen 2016: Die Stadt und die Macht 2016: Die Täter – Heute ist nicht alle Tage (Fernsehfilm) 2021: Das Leben ist kein Kindergarten – Umzugschaos (Fernsehfilm)
Theater (Auszug) 1999: Kormoran 1999: Ödipus in Ödipus Rex von Sophokles 2002: Harold & Maude, Komödie Dresden 2002–2006: Ladies Night, Theater wechselbad Dresden 2003: Das Geld liegt auf der Bank 2005–2006: Polo in Monsieur Amedee 2007: Junkspace, Theatre de Ponnent Barcelona 2008: Max in Verfolgt dich ein böses Tier 2010: Dunckler Enthusiasmo 2011: Hauptmann in Die Mätresse des Königs, Zwingerfestspiele Dresden 2013: Der kaukasische Kreidekreis, Theater Neustrelitz 2018–2019: Der Geizige 2018–2019: Pension Lilienthal, Vorpommersche Landesbühne 2019–2020: Narr in Was ihr wollt, Vorpommersche Landesbühne
Publikation Wolfgang Grossmann (Hrsg.): will nicht zu den großohrigen elefanten. gedichte, lyrische bilder, stücke und. Vorwerk 8, Berlin 2018, 192 Seiten, ISBN 978-3-940-38493-5
Weblinks Website von Wolfgang Grossmann
Wolfgang Grossmann auf castingdb.eu
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Schlagzeuger Kategorie:DJ Kategorie:Darstellender Künstler (Dresden) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann