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Die ungarische Fußballnationalmannschaft () wird organisatorisch vom ungarischen Fußballverband () betreut. Sie stand 1938 und 1954 im Weltmeisterschafts-Finale.
Geschichte mini|links|Kumulierte Siegquote der Ungarischen Nationalmannschaft
Anfänge Das Spiel gegen Österreich in Wien am 12. Oktober 1902 war das erste Länderspiel, das zwischen zwei nicht-britischen europäischen Gegnern ausgetragen wurde. Dieses Duell fand bisher über 100 Neuauflagen, lediglich das Duell Argentinien-Uruguay fand öfter statt.
Durch eine sehr frühe Professionalisierung der ungarischen Fußballliga bereits in den 1920er Jahren als eines der ersten Länder Kontinentaleuropas errang der ungarische Fußball in Europa eine führende Stellung in der Zeit zwischen den 1930er und 1960er Jahren. Dies zeigte sich bereits bei der Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich, als man sich unter dem Trainer Károly Dietz spielerisch leicht mit 5:1 Toren ins Finale spielte, dort jedoch dem amtierenden Weltmeister Italien mit 2:4 unterlag.Dietz, Károly. In: Tom Dunmore, Andrew Donaldson: Encyclopedia of the FIFA World Cup. Rowman & Littlefield, Lanham 2015, S. 199 (Digitalisat).
Goldene Elf
Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die ungarische Elf, die sogenannte goldene Elf (Aranycsapat) den Weltfußball. 1949 war Gusztáv Sebes zum Nationaltrainer Ungarns ernannt worden. Um Kapitän Ferenc Puskás formte er die Nationalmannschaft zur besten ungarischen Mannschaft, die es je gab. Die Aufstellung des Teams war in Fach- und Fankreisen ganz Europas bekannt: Grosics, Buzánszky, Lóránt, Lantos, Bozsik, Zakariás, Budai, Kocsis, Hidegkuti, Puskás, Czibor. Ungarn war so u. a. auch die erste nicht-britische Nationalmannschaft, die England auf englischem Boden bezwang. Dies geschah am 25. November 1953 in Wembley mit einem so nicht erwarteten 6:3. Dieses Spiel wird in Ungarn auch heute noch als „Jahrhundertspiel“ angesehen. Im Folgejahr wurde England erneut bezwungen, diesmal 7:1 in Budapest. Dies ist bis dato Englands höchste Niederlage. Vom 14. Mai 1950 bis 4. Juli 1954 blieb die ungarische Nationalmannschaft in 31 offiziellen Länderspielen in Folge ungeschlagen, bis sie im WM-Endspiel Deutschland unterlag. Dieser Rekord wurde erst fast 40 Jahre später von Argentinien eingestellt, dem 1991 bis 1993 auch eine Serie von 31 ungeschlagenen Länderspielen gelang. Auch nach der Niederlage 1954 blieb Ungarn zwei Jahre lang ungeschlagen.
Ausgelöst durch den Volksaufstand von 1956 gegen die sowjetische Dominanz in Ungarn und die sich anschließende Flucht vieler Stars des ungarischen Fußballs ins Ausland wurde ein spürbarer Verfall ausgelöst. Der ungarische Fußball erholte sich nie wieder von diesem Ereignis.
Nach 1956 In den 1960er Jahren konnte eine den Stars der Goldenen Mannschaft der 1950er Jahre nacheifernde junge ungarische Fußballergeneration mit teilweise herausragenden Leistungen 1962 in Chile und 1966 in England noch zweimal das Viertelfinale der WM erreichen und bei der Europameisterschaft 1964 einen dritten Platz belegen. So schaltete man beispielsweise 1966 bei der WM in England den ansonsten zwischen 1958 und 1970 mit drei WM-Titeln dominierenden Gegner Brasilien trotz so herausragender gegnerischer Spieler wie Garrincha, Tostão, Gilmar, Djalma Santos oder Jairzinho mit einem 3:1-Sieg aus. Ungarn gewann in dieser Zeit bei den in den kommunistischen Ländern sehr bedeutsamen olympischen Fußballturnieren 1952, 1964, und 1968 olympisches Gold. Ein letzter größerer Erfolg konnte mit einem vierten Platz bei der Europameisterschaft 1972 gefeiert werden. Seither versucht die ungarische Fußballnationalmannschaft jedoch vergeblich, an die vergangenen Erfolge anzuknüpfen.
Heute ist Ungarn ein weniger gefürchteter Gegner, der seit 1986 keine WM-Endrunde mehr erreichen konnte, sowie von 1972 bis 2012 keine EM-Endrunde. So verloren sie 2006 beispielsweise während der Qualifikation zur EM 2008 1:2 gegen Malta. Am 22. August 2007 besiegte die Mannschaft jedoch überraschend Weltmeister Italien 3:1 in einem Freundschaftsspiel im Ferenc-Puskas-Stadion in Budapest.
Das Ziel Ungarns bei den Qualifikationsspielen zur WM 2010 war, sich erstmals seit der WM 1986 in Mexiko wieder für eine WM zu qualifizieren. Um dieses Ziel auch zu erreichen, hatte Ungarn Erwin Koeman als Nationaltrainer verpflichtet. Ungarn wurden jedoch mit Portugal, Schweden und Dänemark drei starke Gegner zugelost, gegen die sie sich letztlich nicht durchsetzen konnten.
Nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 unter Sándor Egervári wurde Attila Pintér im Dezember 2013 neuer Nationaltrainer. Er sollte die Mannschaft in die Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 führen. Nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen Nordirland wurde Pintér aber bereits entlassen. Interimsnachfolger war Pál Dárdai.kicker.de: Pinter entlassen – Dardai wird Ungarns Interimstrainer (18. September 2014) Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass Dárdai – neben seiner Tätigkeit als Cheftrainer der U-15 von Hertha BSC – sein Engagement als ungarischer Nationaltrainer bis November 2015 ausweitet und somit die komplette restliche EM-Qualifikation die ungarische Fußballnationalmannschaft betreuen wird.Pal Dardai bleibt Trainer der ungarischen Nationalelf, Offizielle Internetpräsenz von Hertha BSC, abgerufen und veröffentlicht am 9. Dezember 2014 Indes wurde er auch zum Trainer der Profimannschaft der Berliner Hertha bestellt und arbeitete damit in Doppelfunktion. Im Sommer 2015 gab er seinen Posten als Nationaltrainer auf. Sein Nachfolger wurde der deutsche Verbandssportdirektor des ungarischen Fußballverbandes, Bernd Storck, der ebenfalls eine Doppelfunktion ausübte (Sportdirektor und Nationaltrainer). Unter Storck belegte Ungarn den dritten Tabellenplatz hinter Nordirland und dem Erzrivalen Rumänien. Die ungarische Nationalelf blieb zunächst der beste Gruppendritte, ehe die Türkei durch einen 1:0-Sieg gegen Island und der zeitgleichen Niederlage Lettlands gegen den Tabellenletzten Kasachstan den direkten Startplatz streitig machte. Seit 44 Jahren war dies den Magyaren nicht mehr gelungen.
Im April 2016 erreichte Ungarn mit Platz 18 die bisher beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste, wenig später wurde Torwart Gábor Király mit 102 Einsätzen zum alleinigen Rekordnationalspieler des Landes. Im März 2019 rückte dann auch Mittelfeldspieler Balázs Dzsudzsák in den „Hunderterklub“ auf. Die EM-Gruppenphase in Frankreich beendete die Mannschaft als ungeschlagener Sieger, noch vor Island sowie den drittplatzierten Portugiesen, scheiterte aber dann im Achtelfinale an Belgien. Während Ungarn im Jahr 2018 auch im achten Anlauf seit 1986 die Qualifikation zu einer Weltmeisterschaft verpasste, wurde im Herbst 2020 zum zweiten Mal in Folge das Ticket für eine Europameisterschaft gezogen; den entscheidenden Treffer in den Play-offs gegen Island erzielte dabei Dominik Szoboszlai. Nachdem Ungarn in der UEFA Nations League 2018/19 in die Liga B aufgestiegen ist, erreichten sie in der UEFA Nations League 2020/21 direkt den nächsten Aufstieg in die Liga A.
Aktueller Kader Die Tabelle nennt die Spieler, die von Nationaltrainer Marco Rossi in den Kader für die vier UEFA-Nations-League-Spiele gegen die Ukraine, Nordirland, Georgien im September und Oktober 2026 berufen wurden.
Stand: 26. September 2026 (nach dem Spiel gegen Ukraine) Nr. Name Verein Geburtsdatum EinsätzeStand: 23. Juni 2024 Tore Debüt Torhüter 22 Balázs Tóth 8 0 gg. , 10. Juni 202512 Bence Gundel-Takács 00 1Ármin Pécsi 10gg. , 9. Juni 2026 Abwehr 5 Ákos Markgráf 1 0gg. , 9. Juni 2026 14 Bendegúz Bolla 37 3 gg. , 6. Juni 20214 Márk Csinger 2 0gg. , 5. Juni 2026Bence Várkonyi 0 0 11 Milos Kerkez 33 0 gg. , 9. September 2022 6 Willi Orbán 69 6 gg. , 12. Oktober 20182 Attila Osváth 7 0 gg. , 20. März 2025 4 Kornél Szűcs 2 0 gg. , 14. Oktober 2024 Áron Doktorics 00 Mittelfeld19 Rajmund Tóth 2 1gg. , 9. Juni 202618 Zsolt Nagy 38 3gg. , 15. November 2019 15 Áron Csongvai 3 0gg. , 6. Juni. 20257 Tamás Szűcs 5 0gg. , 28. März 2026 13 András Schäfer 46 5 gg. , 3. September 2020 21 Alex Tóth 13 0 gg. , 20. März 20258 Milán Vitális 9 0gg. , 9. Sept. 2025 10 66 18 gg. , 21. März 2019 Angriff9 Donát Bárány 3 0 gg. , 28. März 202617 Gábor Jurek 10gg. , 25. Sept. 202616 Dániel Lukács 10 2gg. , 9. Sept. 202523 Damir Redzic 50gg. , 16. November 2025 József Szalai 0 0 20 Milán Tóth 1 0gg. , 25. Sept. 2026
Erfolge Olympische Goldmedaille (3): 1952, 1964, 1968 Olympische Silbermedaille (1): 1972 Olympische Bronzemedaille (1): 1960 Vize-Weltmeister (2): 1938, 1954 Europapokal (1): 1948 bis 1953 Zweiter beim Europapokal (1): 1955 bis 1960 Kirin Cup (1): 1993
Teilnahme Ungarns an der Fußball-Weltmeisterschaft
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien Viertelfinale Österreich 6. Ödön Nádas 1938 Frankreich Finale Italien Vizeweltmeister Alfréd Schaffer 1950 Brasilien nicht teilgenommen 1954 Schweiz Finale Deutschland Vizeweltmeister Gusztáv Sebes Wunder von BernSándor Kocsis Torschützenkönig Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1954/Ungarn 1958 Schweden Vorrunde Schweden, Wales, Mexiko 10. Lajos Baróti Im Entscheidungsspiel an Wales gescheitert Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1958/Ungarn 1962 Chile Viertelfinale Tschechoslowakei 5. Lajos Baróti Flórián Albert erzielt ebenso wie 5 andere Spieler die meisten Tore (je 4) Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1962/Ungarn 1966 England Viertelfinale UdSSR 6. Lajos Baróti Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1966/Ungarn 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Tschechoslowakei gescheitert 1974 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert 1978 Argentinien Vorrunde Argentinien, Italien, Frankreich 15. Lajos Baróti Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1978/Ungarn 1982 Spanien Vorrunde El Salvador, Argentinien, Belgien 14. Kálmán Mészöly Das 10:1 gegen El Salvador ist der höchste Sieg bei einer Männer-WM Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1982/Ungarn 1986 Mexiko Vorrunde UdSSR, Kanada, Frankreich 18. György Mezey Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 1986/Ungarn 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Irland gescheitert 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Griechenland und Russland gescheitert 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen und in der Relegation an Jugoslawien gescheitert 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Rumänien gescheitert 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden und Kroatien gescheitert 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und Portugal gescheitert 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Rumänien gescheitert. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal und der Schweiz gescheitert. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Polen gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Portugal und Irland gescheitert.
Teilnahme Ungarns am Europapokal der Fußball-Nationalmannschaften Vierter Platz 1927–1930 Dritter Platz 1931–1932 Dritter Platz 1933–1935 Turnier 1936–1938 musste abgebrochen werden Europapokal-Sieger 1948–1953 Zweiter Platz 1955–1960
Teilnahme Ungarns an der Fußball-Europameisterschaft
Ungarn erreichte zweimal die Endrunde mit vier Teilnehmern, konnte sich nie für eine Endrunde mit acht oder 16 Teilnehmern qualifizieren. 2015 gelang dann die Qualifikation für die 2016 mit 24 Teilnehmern stattfindende Endrunde.