Schachen, im Zweitglied -schach(en) oder -schuh, ist ein deutsches Toponym, das ‚Gehölz, Wald‘ bedeutet. Als Flur- und Ortsname ursprünglich für „Strauchwald längs von Seen und Flüssen, später auch für Grasland in solchen Lagen“.Alfred Helfenstein: Das Namengut des Pilatusgebietes. Keller, Luzern 1982, ISBN 3-85766-004-X, S. 50.
Wortherkunft Das Wort kommt über mittelhochdeutsch schache/schach von . Es bedeutet allgemein ‚Wald‘ oder ‚Buschwerk‘,Schachen. In: Geographisches Lexikon der Schweiz. 1902 (peter-hug.ch)Viktor Lumtzer, Johann Melich: Deutsche Ortsnamen und Lehnwörter des ungarischen Sprachschatzes. Band VI. von Quellen und Forschungen zur Literatur und Sprache Österreichs und seiner Kronländer, Verlag der Wagnerschen Universitätsbuchhandlung, Innsbruck 1900, Kapitel Kurzgefasste Geschichte der deutschen Siedlungen in Ungarn, II, S. 29; (PDF; 18,6 MB) scans.library.utoronto.ca als einzeln stehendes Waldstück oder Vorsaum eines Waldes, bis hin zu Forstparzelle ( – Berchthesgadner Waldordnung).Cbm. Kl. 196, S. 28. Angabe in Der Schachen (schachɘ̃). In: Johann Andreas Schmeller: Bayerisches Wörterbuch: Sammlung von Wörtern und Ausdrücken. Band 3. Verlag J. G. Gotta’sche Buchhandlung, 1836, S. 315 f. ().zum Holzheier vgl. 1Holzhei, Holzheier – wie Holzhege. Und auch ‚(gehegtes) Waldgebiet‘, vergleiche folgendes 2Holzhei.
Verwandt sind , , ‚Wald‘.Jürgen Udolph: Namenwelten. De Gruyter, ISBN 978-3-11-091147-3, S. 368 (). In Ortsnamen ist zeitlich speziell ein bei der Urbarmachung des Hochmittelalters stehengebliebenes Waldstück als Rodungsname anzunehmen. Landratsamt Altötting, Geschichte, Ortsnamen-Suche
Daneben gibt es im weiteren Sinne einen Bedeutungskomplex ‚Vorgebirge, Landzunge‘, nach Grimm . Dabei muss es etwa in der Schweiz auch keinen Zusammenhang zu Bewaldung geben. Verwandt hierzu ist ‚Landzunge‘.
Verbreitung und Beispiele Das Wort ist im ganzen oberdeutschen Sprachraum namensbildend – aber bis auf Ausnahmen hauptsächlich dortGrimm bezeichnet es . – und hat in der Mundart überlebt.
Beispiele sind:Schmid, S. 449. Nach das amtliche Ortsverzeichnis führt für Oberösterreich 33 Einträge auf Schach… Schachen, Schacha, SchachernWald im Hollersbachtal, Land Salzburg Schechen, Schächen SchachungWald bei Goldegg im Pongau, Land Salzburg. Angabe nach Verzeichnuß Derer Zu freyem Kauff feil stehenden Güter Der Emigranten. Veröffentlicht 1732, S. 27, Sp. 2 (); in list.genealogy.net, 30. Oktober 2002; zu den Besitzungen der Exulanten Schachenwald, Schachawald (sekundäre Doppelung) Schachenholzbei Eichstätt, Bayern (desgl.) Schaching, Schechingen (als alter -ing-Name) Schachendorf, Schachadorf, Schacherdorf Schachenberg Schächental Schachenreith (mit -reit/reut ‚Rodung‘) Schachet (mit -et ‚Ödnis, Wüstung‘) Schachensee Schachenalm Als Zweitglied in einem Kompositum: Buchschachen Bundschuh Heimschuh Kreuzschuh Rohrschach Schwarzschachen Wundschuh
Und als Herkunftsname von Personen: Schacher, Schachner, Schachinger und andere -er-Ableitungen Schacherbauer, Schachermayer (und Varianten, Meier ‚Gutsverwalter‘, daraus wieder Schachermairdorf)
Möglicher nordischer Anschluss: Schandela (in Niedersachsen) (?)Scheuen (in Niedersachsen) Schoost, Schoo (in Ostfriesland)
Einzelnachweise
Kategorie:Flurname Kategorie:Wald