Ellbögen ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Innsbruck-Land, Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie Ellbögen ist eine Streusiedlung zwölf Kilometer südlich von Innsbruck, an der östlichen Talseite des Wipptals gelegen. Das weitläufige Gemeindegebiet wird im Westen von der Sill, im Norden vom Ruggschreiner Bach und im Süden vom das Arztal entwässernden Falkasanerbach begrenzt. Dazwischen liegt das Viggartal, das vom Mühlbach durchflossen wird.

Der touristische Stützpunkt im Viggartal ist das Meißner Haus auf Höhe.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Ellbögen ist gleichzeitig eine Katastralgemeinde, die Ortsteile sind: Hennenboden (Dorf) St. Peter (Dorf) Mühltal (Dorf) Tarzens (Rotte) Erlach (Weiler) Niederstraße (Zerstreute Häuser) Oberstraße (Zerstreute Häuser) Oberellbögen (Zerstreute Häuser) Innerellbögen (Zerstreute Häuser) Penzen (Siedlung)

Außerdem liegen in der Gemeinde folgende Almen: Arztaler Hochleger, Arztaler Niederleger, Hörtnaglalm, Kellerhütte und Profeglalm.

Nachbargemeinden

Geschichte mini|Der höchste Punkt der Gemeinde Ellbögen, das Rosenjoch mini|Außenansicht einer Kraftwerk-Außenstelle in Ellbögen Die Sonnenhänge von Ellbögen am Patscherkofel waren bereits in urgeschichtlicher Zeit besiedelt, 1967 wurden in St. Peter Brandgräber gefunden. Nach der Einwanderung der Bajuwaren waren die Grafen von Andechs und später die Landesfürsten von Tirol die größten Grundbesitzer. 1031 wurde in einer (verunechteten) Schenkungsurkunde Arnolds I. von Morit, Vogt der Brixner Bischofskirche, an das Stift Benediktbeuern die villa Taerzins (Ortsteil Tarzens) erwähnt. Ellbögen selbst ist in einer Liste von Zinspflichtigen des Klosters Schäftlarn von 1170 bis 1173 als Ellenbogen verzeichnet.

Eine große Bedeutung für die Gemeinde hatte die 23 km lange „Salzstraße“ von Hall in Tirol über Ampass, Patsch und Ellbögen weiter nach Matrei am Brenner, die heutige Ellbögener Straße (L 38). Diese Verbindung zwischen dem Unterinntal und dem Wipptal wurde vermutlich schon von den Römern angelegt. Durch die Saline in Hall entwickelte sich ein reger Verkehr, in Ruggschrein wurde eine Zollstätte errichtet. Zahlreiche Gaststätten und die 1395 erwähnte Schmiede an der Mühltaler Brücke kennzeichnen den Fuhrverkehr. Die Straße diente immer wieder während geschichtlicher Kriegsereignisse als Durchmarschweg für Truppen.

Von wirtschaftlicher Bedeutung war im 16. und 17. Jahrhundert der Abbau von Kupfer- und Schwefelkies im Viggar- und im Arztal. Das Erz aus dem Arztal soll zum Guss der „Schwarzen Mander“ in der Innsbrucker Hofkirche verwendet worden sein. Das Erz musste auf langen Wegen zur Schmelzhütte nach Ehrwald gebracht werden, was den Abbau 1649 unrentabel machte.

Die im Kern gotische Pfarrkirche wurde 1472 erbaut und gegen Ende des 18. Jahrhunderts barockisiert.

Sehenswert auch die Mühle am Falkasanerbach. Die Hinterlocher Mühle befindet sich in Innerellbögen Richtung Arztal. Auf dem Kammrad ist die Jahreszahl 1738 eingeschnitten, die wahrscheinlich auf die Erneuerung dieses Getriebeteiles hinweist. Da die Mühle bis 1951 in Betrieb und das Kammrad bis zu diesem Zeitpunkt noch funktionsfähig war, kann das Alter der Mühle vielleicht noch um diesen Zeitraum (ca. 200 Jahre) höher angesetzt werden. Im Sommer werden Schaumahlungen durchgeführt.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Ellbögen mini|hochkant|Schalenstein der Plejaden von Tarzens

Katholische Pfarrkirche Ellbögen hl. Petrus Kratzer-Kapelle in Innerellbögen 2023 wurde einer der größten Schalensteine im Alpenraum freigelegt, welcher ein Alter von über 9000 Jahren aufweist und das Sternbild der Plejaden zeigtDie Schalensteine in der Gemeinde Ellbögen. Gemeinde Ellbögen, 19. Februar 2024

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde ist durch Landwirtschaft und sanften Tourismus geprägt, daneben gibt es einen großen Anteil an Auspendlern. Die zwei Laufkraftwerke Viggarbach und Falkasanerbach tragen mittlerweile auch zu den Einnahmen der Gemeinde bei.Wasserkraft Potenzialstudie Tirol. In: tirol.gv.at, abgerufen am 10. März 2020.

Politik mini|Gemeindeamt, ehemalige Volksschule, Gemeindesaal in Ellbögen Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen in Tirol 1998: Allgemeine Liste Ellbögen Tiroler Volkspartei 6, Liste des Bauernbundes 2, Bürgerliste für Ellbögen 2, SPÖ, Pensionisten, Parteiunabhängige 1. Gemeinderatswahlen in Tirol 2004: Allgemeine Liste Ellbögen Tiroler Volkspartei 6, Liste des Bauernbundes 3, Bürgerliste für Ellbögen 3, Die Grünen für Ellbögen 1. Gemeinderatswahlen in Tirol 2010: Allgemeine Liste Ellbögen 7, Gemeinsam für Ellbögen 3, Unabhängige Bürgerliste 2, Die Grünen für Ellbögen 1. Gemeinderatswahlen in Tirol 2016: Allgemeine Liste Ellbögen Tiroler Volkspartei (ALE) 5, Zukunft Ellbögen (ZUE) 3, Gemeinsam für Ellbögen (GFE) 3, Team Günter Reichegger SPÖ Ellbögen 2. Gemeinderatswahlen in Tirol 2022: Gemeinsam für Ellbögen (GFE) 5, Zukunft Ellbögen (ZUE) 4, Allgemeine Liste Ellbögen Tiroler Volkspartei (ALE) 2, Team Günter Reichegger SPÖ Ellbögen 2.

Bürgermeister

1994–2022 Walter Hofer (ÖVP) seit 2022 Walter Kiechl (ZUE)Ellbögen hat einen neuen Bürgermeister. gemeindebund.at, 10. Juni 2021 (?)

Wappen Das Gemeindewappen versinnbildlicht mit dem abgewinkelten Arm als redendes Wappen den Namen der Gemeinde Ellbögen. Der Schlüssel ist das Zeichen des heiligen Petrus, des Kirchenpatrons der Pfarrkirche St. Peter.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Hans Gatt (* 1958), ehemaliger Langdistanz-Musher Peter Kienast (1949–1991), ehemaliger Europameister im Viererbob Lorenz Koller (* 1993), Bronze- und Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2022, Welt- und Europameister im Rennrodeln

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1170 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land