mini|Ausschnitt aus Die gottesdienstlichen Gesänge der Israeliten Selig Scheuermann (* 27. Oktober 1873 oder 13. März 1874 in Binau; † 21. März 1935 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Chasan (Kantor), Sänger und Lehrer.Lebensdaten und Bibliographie auf lexm.uni-hamburg.de

Leben Ab 1902 unterrichtete Selig Scheuermann am Karlsruher Lehrerseminar zukünftige Chasanim, von 1903 bis 1906 war er auch Instruktor bei Kantorenfortbildungskursen. Selig Scheuermann wurde 1910 der erste Kantor an der neuen Westend-Synagoge in Frankfurt und sang bei ihrer Einweihung.Die Westend-Synagoge auf alemannia-judaica.de 1926 wurde er dort Oberkantor.

Scheuermann veröffentlichte eine Zusammenstellung synagogaler Musik.Selig Scheuermann auf alemannia-judaica.deSholom Kalib, The Musical Tradition of the Eastern European Synagogue (Judaic Traditions in Literature, Music, and Art), Syracuse University Press 2002, ISBN 978-0-8156-2966-5, S. 19 Sie trug den Titel Die gottesdienstlichen Gesänge der Israeliten für das ganze Jahr und erschien 1912 und 1926 bei J. Kauffmann in Frankfurt. Es handelt sich dabei um ein Lehrbuch für angehende Kantoren. Scheuermann war nach seinen eigenen Worten darum bemüht, „das altehrwürdige Chasonus in einer Weise zu übermitteln, die [...] allen Anforderungen unserer modernen Zeit in musikalischer und ästhetischer Beziehung entspricht.“ Denn nur durch die Kenntnis dieser Quelle sei ein Verständnis neuerer Kompositionen möglich.Selig Scheuermann, Die gottesdienstlichen Gesänge der Israeliten für das ganze Jahr, Frankfurt 1912, S. II Die Gesänge sind für eine Singstimme notiert, der hebräische Text ist in lateinischer Schrift wiedergegeben.

Selig Scheuermann heiratete um 1899 Pauline Hobach; aus der Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor. Sohn Siegfried wurde am 20. Dezember 1910 in Frankfurt geboren.Siegfried Scheuermann, Der Kampf der Frankfurter Juden um ihre Gleichberechtigung, Dissertation Würzburg 1933, S. 125. Der Sohn war von 1936 bis 1938 Rabbiner in Freiburg im Breisgau und ab 1937 auch in Bühl (Offenburg). 1938 wurde er im KZ Dachau inhaftiert. Später konnte er in die USA emigrieren und starb bald darauf in North Carolina.Rabbiner im Bereich von Baden-Württemberg auf alemannia-judaica.de.

Veröffentlichungen Die gottesdienstlichen Gesänge der Israeliten für das ganze Jahr. Frankfurt 1912. Die Stellung des Kantors im neuzeitlichen Gottesdienst, in: Frankfurter israelitisches Gemeindeblatt, 9. Jahrgang, Nr. 4, Januar 1930, S. 100 f.

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