miniatur|hochkant|Ausschnitt des Plakates von Werner Nöfer, 1968 Mixed Media Show ist eine Performance mit Mixed Media. Im Besonderen war sie eine kulturelle Veranstaltung stark neo-dadaistischen Zuschnitts, die als total überfülltes und schließlich von der Polizei geschlossenes einmaliges Großereignis am Freitag, dem 18. Oktober 1968 im Kunsthaus Hamburg, damals noch Ferdinandstor 1,Heutzutage in der Markthalle Hamburg, Klosterwall 15 untergebracht. stattfand.

Idee und Ziel Die Idee entsprang einer kulturpolitischen Strategie der CO-OP Künstlercooperative Hamburg, die mit dieser Veranstaltung einen größeren Einfluss auf das Kunsthaus Hamburg nehmen wollte.

Organisatoren Organisatoren des Großereignisses waren acht Hamburger Künstler: Dato Dahlke, Dizi (Dirk Zimmer), Dieter Glasmacher, Vgl. Nadine Lischick: Dieter Glasmacher ist der Übertreibungs-Künstler in Hamburger Abendblatt vom 4. August 2011. Jürgen Klossowski, Natias Neutert,Vgl. Nathias-Neutert-Magazin Nr. 1, Cicero-Presse, Hamburg 1968 — nur einmal erschienen.Siehe auch BILD vom 19. Oktober 1968, S. 15 Werner Nöfer,https://www.nrw-museum.de/#/mehr/biografien/detailansicht/details/artists///werner-noefer.html Herman Prigann und Charly Wüllner.

Stil Das Plakat war wie ein Manifest gestaltet, mit absurden Behauptungen und surrealen Textfragmenten der Autoren in einer kaum erfassbaren Buchstabenwüste.Vgl. Mixed Media Show-Plakat 1968, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Plakatsammlung. Man versprach eine kulturelle Veranstaltung, ein gesellschaftliches Ereignis, einen Abend der Begegnung, eine Gelegenheit zur öffentlichen Selbstdarstellung, die Nacht der langen Hälse, das Kehraus, der neue Wind im Kunsthaus, ein bürgerliches Happening, inklusive einer Aufforderung zur Gruppen-Onanie, 200 DM für kluge Hausfrauen, informationelle Mund-zu-Mund-Beatmung, Projektionen, Fahnen, (...) Entblößen, Haschisch, Ficken, Vitrinen, Altäre usw.Vgl. Mixed Media Show-Plakat 1968, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Plakatsammlung. Die Wortwahl verriet in Tonfall und Stil die Herkunft von Dada und vom Merz sowie Einflüsse des aus den USA seit einiger Zeit nach Amsterdam, London und KölnWie selbst die BILD vom 19. Oktober 1968 pikiert feststellte, S. 15 übergreifenden Phänomens Happening. Vgl. Bazon Brock: Ästhetik als Vermittlung. Arbeitsbiographie eines Generalisten. DuMont Buchverlag, Köln 1977, S. 256–257.

Ereignis Das auf breite Neugier stoßende Ereignis war bereits Tage zuvor im Hamburger Abendblatt als „Riesenspektakel“ angekündigt worden, als eine „Mixtur aus Kunst, Politik und Happening.“ Hamburger Abendblatt vom 14. Oktober 1968, S. 17. Es spielte sich in allen drei Etagen des Kunsthauses ab und war – ganz im Sinne des damals einflussreichen amerikanischen Medienphilosophen Marshall McLuhan – so angelegt, „daß alles gleichzeitig nebeneinander passiert.“Hamburger Abendblatt vom 30. Dezember 1968, S. 8. Es gab Objekte, Filme, Environments und Happening-Szenen zu sehen und aktiv mitzuerleben. Das Gerücht, man bekäme ein auf eine Autokarosse gefesseltes, blutbeflecktes und splitternacktes Mädchen zu sehen, sorgte für zusätzlichen Andrang. Vor Ort stellte sich dies allerdings als bemalte Schaufensterpuppe auf einer Installation des Bildhauers Bernd Freter mit dem Titel Blutrausch auf der B 75 heraus.Vgl. Nathias-Neutert-Magazin Nr. 1, Cicero-Presse, Hamburg 1968, S. 1. Was von den Organisatoren als open end geplant war, wurde in den späten Abendstunden von der Polizei wegen Einsturzgefahr geschlossen.Vgl. BILD vom 19. Oktober 1968, S. 15 Der bekannte Hamburger Anwalt Kurt Groenewold musste die Veranstalter und Künstler Werner Nöfer und Dieter Glasmacher in einem Prozess verteidigen, den ein Hamburger Staatsanwalt gegen die beiden eröffnet hatte. Vorwurf: Pornografie, Delikt: Abbildung eines nicht erigierten männlichen Geschlechtteils auf dem Plakat. Nach Erstellung eines Gutachtens durch den Direktor der Hamburger Kunsthalle Werner Hofmann wurde das Verfahren eingestellt.

Siehe auch CO-OP Künstlercooperative Hamburg

Einzelnachweise

Kategorie:Veranstaltung 1968 Kategorie:Veranstaltung in Hamburg Kategorie:Bildende Kunst (Hamburg) Kategorie:Kunstform