mini|hochkant|Bischof Michael Olson (2022) mini|hochkant|Bischofswappen von Michael Olson
Michael Fors Olson (* 29. Juni 1966 in Park Ridge, Illinois) ist ein US-amerikanischer Geistlicher und römisch-katholischer Bischof von Fort Worth.
Leben Olson empfing am 3. Juni 1994 das Sakrament der Priesterweihe durch Joseph Patrick Delaney, den damaligen Bischof von Fort Worth. Im Jahr 2011 wurde er an der Accademia Alfonsiana in Rom in Moraltheologie promoviert. Thema seiner Dissertation war The Function of Prudence in Withholding/Withdrawal of Assisted Hydration and Nutrition from PVS Patients: A Consideration of the Approach of Germain Grisez (Die Funktion der Klugheit beim Vorenthalten/Absetzen der künstlichen Flüssigkeits- und Ernährungszufuhr bei PVS Patienten. Eine Betrachtung des Ansatzes von Germain Grisez).Biographie von Bischof Olson auf der Internetpräsenz der Diözese Fort Worth (engl.)
Olson unterrichtete am Seminar Saint Mary in Houston und lehrte an der Universität Dallas. Von 2008 bis zu seiner Ernennung zum Bischof war er Rektor des Seminars Holy Trinity.Biographie von Bischof Olson auf der Internetpräsenz der Diözese Fort Worth (engl.)
Am 6. Mai 2010 verlieh ihm Papst Benedikt XVI. den Titel eines Kaplans Seiner Heiligkeit.
Am 19. November 2013 ernannte ihn Papst Franziskus zum vierten Bischof von Fort Worth. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von San Antonio, Gustavo García-Siller MSpS, am 29. Januar 2014. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Orange in California, Kevin William Vann, und der emeritierte Erzbischof von Galveston-Houston, Joseph Anthony Fiorenza.
Durch seine Ernennung zum Bischof ist Olson Mitglied der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Dort gehörte beziehungsweise gehört er folgenden Ausschüssen an: Ausschuss für internationalen Frieden und Gerechtigkeit, Ausschuss für den Klerus, das geweihte Leben und Berufungen, Ausschuss zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und Ausschuss für die Glaubenslehre und innerhalb dieses Vorsitzender des Unterausschusses für Gesundheitsfragen.Biographie von Bischof Olson auf der Internetpräsenz der Diözese Fort Worth (engl.)
Standpunkte und Maßnahmen Fischer More College Kurz nach seinem Amtsantritt untersagte der Bischof in einem auf den 24. Februar 2014 datierten Brief Michael King, dem Präsidenten des Fischer More College, einem College im Bistum, die Messe im außerordentlichen (tridentinischen) Ritus zu feiern. Außerdem untersagte er das Feiern der „Alten Messe“ im College überhaupt; Studenten, die an einer Messe im außerordentlichen Ritus teilnehmen wollten, wurden auf eine Pfarrkirche verwiesen, in der sonntags um 17:30 eine solche Messe gefeiert werde. Dem Verbot war ein Treffen zwischen dem Bischof und Präsident King vorausgegangen.Michael J. Miller: Bishop of Fort Worth draws the line auf catholicworldreport.com
Konflikt mit Texas Right to life Im Jahr 2018 kam es zu einem Konflikt zwischen der texanischen Bischofskonferenz und der in Houston ansässigen sogenannten Pro-Life-Organisation Texas Right to life, die den Bischöfen vorgeworfen hatte, in Fragen der Abtreibung und der Sterbehilfe nicht uneingeschränkt die Lehre der Kirche zu vertreten. Die Bischofskonferenz ihrerseits riefen dazu auf, Veranstaltungen von Texas Right to Life nicht zu unterstützen. Olson verteidigte diese Erklärung.Interview mit Bischof Olson auf catholicworldreport (engl.)
McCarrick und der Missbrauchsskandal Im Juli 2018 wandte Olson sich mit einem Brief an die Gläubigen seiner Diözese, in dem er sich für eine Laisierung des ehemaligen Kardinals Theodore McCarrick wegen dessen Missbrauchstaten aussprach. Gleichzeitig versicherte er, dass es in dem von ihm geleiteten Bistum keinerlei Toleranz gegen den Missbrauch von Minderjährigen oder schutzwürdigen Erwachsenen geben werde.Brief des Bischofs vom 28. Juli 2018
Diakonat Als Bischof belebte Olson die Einrichtung der ständigen Diakone neu. Im Jahr 2020 weihte er nach elf Jahren ohne Diakonenweihe 24 Männer zu ständigen Diakonen und im Jahr 2022 weitere 10. Er trifft sich jährlich mit seinen ständigen Diakonen und ist bemüht, diese in die Gemeindearbeit zu integrieren.Susan Moses: Now and ten: a look at the first decade of Bishop Michael Olson's episcopacy auf northtexascatholic.org
Klosterstreit in Arlington Olson wurde 2023 zum Protagonisten eines Rechtsstreits mit einem in Arlington in seiner Diözese gelegenen Nonnenkloster der Unbeschuhten Karmelitinnen, wo er einen Bruch des Keuschheitsgelübdes durch die schwerkranke deutschstämmige Priorin Teresa Agnes Gerlach mit einem Priester der Nachbardiözese vermutete. Später erhob das Bistum auch den Vorwurf des unerlaubten Drogenbesitzes, weswegen man mit der örtlichen Polizeibehörde zusammenarbeite. Gleichzeitig veröffentlichte das Bistum zwei Fotografien, auf denen Cannabis- beziehungsweise Marihuanaprodukte im Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit zu sehen sind.Peter Pinedo: Drogen im Kloster? Streit zwischen Bistum und Nonnen in Texas eskaliert, CNA deutsch vom 9. Juni 2023 Die Nonnen ihrerseits sprachen von einem „absolut bösen“ Verhalten des Bischofs.Nach Streit mit Bischof: US-Ordensfrauen gehen zu Piusbrüdern, veröffentlicht auf kath.ch am 17. September 2024
Mit der Begründung, es handele sich um ein rein kirchenrechtliches Verfahren, das staatliches Recht nicht tangiere, verfügte er die Sicherstellung von Computern und einem Handy aus dem Besitz des Klosters als Beweismittel und erklärte das Kloster für aufgehoben.„Absolut böses“ Vorgehen: Ordensfrauen verklagen Bischof. In: Katholisch.de, 19. Mai 2023, abgerufen am 25. Mai 2023. Deswegen wurde ihm vorgeworfen, seine kanonischen Kompetenzen als Ordinarius überschritten zu haben, weil die Ordensfrauen exemt sind und der Jurisdiktion des Bischofs gar nicht unterstehen, sondern unmittelbar ihren Ordensoberen und dem Papst.Michael Mark: A Texas bishop accused a sick nun on a feeding tube of breaking her chastity vow. Now she and her Sisters are fighting back. In: Insider, 24. Mai 2023 (englisch), abgerufen am 25. Mai 2023. Da der Orden aber nicht Teil einer Ordensföderation ist, stehen dem Ortsbischof besondere Rechte in der Aufsicht zu.Darstellung auf katholisch.de vom 23. Mai 2024
Da die Nonnen auch staatliches Recht verletzt sahen, klagten sie vor den Gerichten des Staates Texas wegen Schadensersatz und verlangten auf kirchenrechtlicher Ebene eine Intervention des Ordensdikasteriums der Römischen Kurie gegen den Bischof, dem sie einen eklatanten Machtmissbrauch vorwerfen.Klage gegen Bistum: Ordensfrau wendet sich an den Vatikan. In: Katholisch.de, 25. Mai 2023, abgerufen am selben Tag. Einige Beobachter vermuten als wirkliches Motiv Olsons ein zentral gelegenes Ufergrundstück in Arlington im Wert von 20 Mio. US-Dollar aus dem Besitz des Klosters, das der Bischof durch Übernahme der Kontrolle des Konvents an sich bringen wolle. Andere nehmen an, die Beschlagnahme der Computer habe das Ziel gehabt, an die Liste der Spender und Wohltäter des Konvents zu gelangen.Bischof Olson vs. Mutter Oberin – bizarrer Streit im Kloster eskaliert. In: Katholisch.de, 3. Juni 2023, abgerufen am selben Tag. Bischof Olson informierte die Gläubigen seiner Diözese über den Vorgang und rief zum Gebet für die Schwestern auf.Stellungnahme des Bischofs vom 16. Mai 2023, veröffentlicht auf der Internetpräsenz des Bistums
Olson forderte das Kloster auf, die Zivilklage gegen die rechtswidrige Durchsuchung der Klausur und die Beschlagnahme von Klostereigentum durch die Vertreter des Bistums fallenzulassen. Als Druckmittel verbot er die tägliche Messfeier des Konvents (nur eine nichtöffentliche Sonntagsmesse blieb erlaubt) und beschränkte die Beichtgelegenheit der Nonnen, die für diese Dienstleistungen auf Priester der Diözese angewiesen sind, bis sie wieder „Liebe und Gehorsam gegenüber der Heiligen Kirche und ihren heiligen Hirten zeigen“.
Mit einem vom Sekretär des Ordensdikasteriums, Kurienerzbischof José Rodríguez Carballo OFM, unterzeichneten Dekret stellte sich die römische Behörde auf die Seite von Bischof Olson und sanktionierte sein Vorgehen, indem sie ihn am 31. Mai 2023 zum Apostolischen Kommissar für das Kloster ernannte und damit die Vollmacht eines höheren Oberen über die Nonnen verlieh. Mitteilung des Bistums über die Ernennung Olsons vom 31. Mai 2023, veröffentlicht auf der Internetpräsenz des Bistums Am 1. Juni erklärte Olson seine Untersuchung für abgeschlossen und die von ihm verfolgte Oberin für schuldig, ihr Keuschheitsgelübde verletzt zu haben. Er schloss sie deswegen auf Basis seiner neuen Befugnisse aus ihrem Orden aus.Dekret über den Ausschluss der Priorin vom 1. Juni 2023, veröffentlicht auf der Internetpräsenz des Bistums Im Übrigen führte er die tägliche Messe für die Nonnen wieder ein, schloss die „gläubigen Laien“ aber weiterhin davon aus.Mitteilung der Diözese vom 1. Juni 2023 auf der Internetpräsenz des Bistums Sowohl die Rechtsakte des Bischofs als auch das vatikanische Dekret werden von Außenstehenden als kirchenrechtlich fragwürdig eingeschätzt. Der Unterzeichner des Dekrets, Rodríguez Carballo, war bereits in der Vergangenheit durch Nonnenklöster betreffende Maßnahmen aufgefallen, die in Ordenskreisen kritisiert wurden.Updated: Vatican appoints Olson 'commissary' of Carmelite nuns. In: The Pillar, 31. Mai 2023 (englisch), abgerufen am 3. Juni 2023. Die von dem Ausschluss betroffene Priorin legte dagegen Beschwerde bei den vatikanischen Behörden ein und verblieb bis zu einer Entscheidung im Kloster.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Konflikt dadurch, dass sich der wegen seiner schismatischen Haltung exkommunizierte Erzbischof Carlo Maria Viganò, vormals Nuntius des Apostolischen Stuhls in den Vereinigten Staaten, einschaltete und die Nonnen gegen den Ortsbischof unterstützte.Der Fall Arlington, veröffentlicht am 27. Juni 2023 auf katholisches.info
Im August 2023 verschärfte sich die Situation noch einmal. Mit Erklärung vom 19. August 2023 teilte der Bischof den Gläubigen der Diözese mit, dass die (ausgeschlossene) Priorin, unter Datum vom 18. August 2023 Erklärungen auf der Internetseite des Klosters publiziert habe, mit denen sie öffentlich die Autorität des Bischofs und Päpstlichen Kommissars in Frage gestellt hätte. Es sei deswegen möglich, dass sie sich wegen ihres „öffentlichen, skandalösen und schismatischen“ Verhaltens die Tatstrafe der Exkommunikation zugezogen habe. Je nach deren Verstrickung könne dies auch die anderen Nonnen des Klosters betreffen. Das Kloster bleibe daher, bis sich die Schwestern von diesem Verhalten distanziert hätten, für die Öffentlichkeit geschlossen.Erklärung von Bischof Olson vom 19. August 2023, veröffentlicht auf der Internetseite des Bistums Am 18. April 2024 veröffentlichte die Sekretärin des Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, Simona Brambilla MC, im Auftrag des Heiligen Stuhls („ad nutum Sanctae Sedis“) ein Dekret, mit dem sie das Kloster der Gesellschaft Christkönig, der Vereinigung der örtlichen Karmelitenklöster unterstellte und deren Präsidentin, Mutter Maria von der Menschwerdung zur Oberen des Klosters ernannte. Von der Ernennung wurden sowohl die Nonnen als auch der Bischof benachrichtigt, dem das Dikasterium zugleich für seinen Dienst im Interesse des Klosters dankte. Bischof Olson teilte dies zudem den Gläubigen der Diözese mit.Stellungnahme des Bischofs vom 18. April 2024, veröffentlicht auf der Internetpräsenz des Bistums