Die Hakenlilien (Crinum) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Die etwa 65 (bis 130) Arten sind in den Küstengebieten der Tropen und Subtropen fast weltweit verbreitet.

Beschreibung und Ökologie mini|links|Zwiebel, Wurzeln, Laubblätter und Blütenstand von Crinum ornatum mini|Illustration von Crinum jagus mini|links|Blüte der Rosa Hakenlilie (Crinum bulbispermum) mit gebogenen Staubblättern und Griffel mini|links|Früchte von Crinum stuhlmannii mini|Tafel 2635: Illustration von Crinum americanum

Erscheinungsbild und Blätter Die Crinum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von etwa 80 Zentimeter erreichen. Sie bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane.

Die meisten Arten ziehen als Geophyten in der Trockenperiode ihre Laubblätter ein. Die meist nur in einer grundständigen Rosette angeordneten, selten auch zweireihig am Stängel verteilten, ungestielten, meist (bis drei Meter) langen Laubblätter sind linealisch bis schwertförmig und parallelnervig. Der Blattrand ist glatt.

Blütenstände und Blüten Auf einem kräftigen, langen Blütenstandsschaft steht ein meist vielblütiger, doldiger Blütenstand; selten stehen die Blüten einzeln. Im knospigen Zustand umhüllen zwei breite Tragblätter den Blütenstand. Oft stehen unter den Blütenstielen lineal oder fadenförmige Deckblätter, die häutig sind oder manchmal farbig sind. Die Blütenstiele sind mehr oder weniger lang.

Die lilienförmigen, großen Blüten sind zwittrig und dreizählig. Die Blüten können radiärsymmetrisch (dann gehören sie zur Untergattung Crinum) oder leicht zygomorph sein (dann gehören sie zur Untergattung Codonocrinum). Die sechs gleichgeformten Blütenhüllblätter sind bei vielen Arten weiß, rosa- bis violettfarben ist auch häufig, manchmal sind sie zweifarbig. Die sechs Staubblätter sind je nach Art unterschiedlich gebogen. Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält zwei oder mehrere anatrope Samenanlagen. Der lange, manchmal gebogene Griffel endet mit einer kleinen, kopfigen oder schwach dreilappigen Narbe. Die Nektarsekretion erfolgt am Gynoeceum. Bei einigen Arten werden die duftenden Blüten von langrüsseligen Nachtfaltern bestäubt.

Früchte und Samen Es werden fast kugelige bis verkehrt-eiförmige Kapselfrüchte gebildet. Die großen Samen enthalten viel ölhaltiges Endosperm und können geflügelt oder ungeflügelt sein.

Inhaltsstoffe Folgende giftige Inhaltsstoffe sind enthalten: Alkaloide: beispielsweise Isochinoline und Lycorin.

Systematik mini|Crinum americanum mini|Blüte von Crinum ×amabile, manchmal „Queen Emma Lily“ genannt in Hawaiʻi mini|Asiatische Hakenlilie (Crinum asiaticum) mini|Untergattung Codonocrinum: Crinum jagus mini|Crinum kirkii mini|Crinum kunthianum mini|Blüte von Crinum macowanii mit gebogenen Staubblättern und Griffel mini|Blütenstand von Crinum ornatum mini|Crinum pedunculatum mini|Crinum ×powellii mini|Crinum purpurascens (Rötliche Hakenlilie) mini|Blütenstände der Thailand-Wasserlilie (Crinum thaianum) im Habitat mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Crinum woodrowii

Die Gattung Crinum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 291 aufgestellt. Als Lektotypusart wurde 1923 Crinum americanum durch Nathaniel Lord Britton und Percy Wilson in Scientific survey of Porto Rico and the Virgin Islands, Band 5. S. 160 festgelegt. Der botanische Gattungsname Crinum leitet sich vom griechischen Wort krinon für Lilie ab. Synonyme für Crinum sind Tanghekolli , Bulbine nom. illeg., Scadianus , Crinopsis , Liriamus , Erigone , Taenais

Die Gattung Crinum (von griechisch krinon = Lilie) gehört zur Subtribus Crininae aus der Tribus Amaryllideae in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllidaceae. Früher wurde sie auch in die Familie der Liliaceae eingeordnet.

Man gliedert die Gattung Crinum in drei Untergattungen: Untergattung Stenaster Untergattung Crinum Untergattung Codonocrinum mit den Arten Crinum abyssinicum, Crinum bulbispermum, Crinum fimbriatulum, Crinum graminicola, Crinum jagus, Crinum latifolium, Crinum macowanii, Crinum moorei, Crinum scabrum, Crinum zeylanicum.

Die Gattung der Hakenlilien (Crinum) umfasst etwa 65 (bis 130) Arten in den Tropen und Subtropen fast weltweit:

Crinum abyssinicum (Syn.: Crinum schimperi ): Sie ist im nordöstlichen tropischen Afrika in Eritrea, Äthiopien, Somalia sowie Sudan verbreitet. Crinum acaule : Sie kommt vom östlichen Maputaland sowie KwaZulu-Natal nördlich des Umfolozi River bis ins südliche Mosambik vor. Sie gedeiht im Küstengürtel des Indischen Ozeans und in der Savanne auf ariden, sandigen Ebenen. Mindestens in Südafrika gingen Fundorte durch Cashewnuss-Plantagen und Forste verloren. Die südafrikanischen Bestände nehmen fortlaufend ab. Sie wurde in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet. Crinum album (Syn.: Crinum yemense ): Sie kommt nur auf der südwestlichen Arabischen Halbinsel vor. Crinum ×amabile (Syn.: Crinum ×augustum , Crinum ×amabile var. augustum , Crinum × superbum ): Diese Natur-Hybride aus Crinum asiaticum × Crinum zeylanicum kommt u. a. in Indien vor. In Hawaiʻi wird sie auch „Queen Emma Lily“ (nach Emma Naʻea Rooke) genannt. Crinum amazonicum : Sie ist im nördlichen Brasilien verbreitet. Crinum americanum (Syn.: Crinum commelyni sensu auct., Crinum longiflorum , Crinum strictum nom. illeg., Crinum herbertianum , Crinum ceruleum , Crinum conicum , Crinum floridanum , Crinum caribaeum , Crinum roozenianum , Crinum americanum subsp. robustum nom. inval., Crinum americanum var. traubii , Crinum texanum nom. superfl.): Sie ist von den südöstlichen USA bis Mexiko und auf karibischen Inseln verbreitet. Crinum amoenum (Syn.: Crinum verecundum , Crinum amoenum var. verecundum , Crinum himalense ): Sie ist vom zentralen Himalaja bis Myanmar verbreitet. Crinum amphibium : Sie kommt in Kamerun vor. Crinum arenarium (Syn.: Crinum australasicum nom. superfl., Crinum angustifolium nom. illeg., Crinum confertum , Crinum blandum , Crinum asiaticum var. angustifolium , Crinum brisbanicum ): Sie ist in den nördlichen australischen Bundesstaaten New South Wales, Queensland sowie Western Australia verbreitet. Asiatische Hakenlilie (Crinum asiaticum ): Sie ist im Raum des Indischen Ozeans, im tropischen bis subtropischen Asiens bis auf Inseln des südwestlichen Pazifik verbreitet. Crinum aurantiacum : Sie kommt von Sambia bis ins nördliche Malawi vor. Crinum bakeri : Sie kommt auf Inseln im nordwestlichen Pazifik vor. Crinum balfourii : Sie kommt nur auf Sokotra vor. Crinum bambusetum : Sie kommt vom westlichen Äthiopien bis zum Sudan vor. Sie wurde 2002 erstbeschrieben. Crinum belleymei : Sie kommt in Paraguay vor. Crinum biflorum : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis zum südlichen Sudan vor. Crinum binghamii : Sie wurde 2004 aus dem westlichen Sambia erstbeschrieben. Crinum brachynema (Syn.: Crinum eleonorae ): Sie kommt im westlichen Indien vor. Crinum braunii : Sie kommt in Madagaskar vor. Crinum brevilobatum : Sie kommt in Costa Rica vor. Rosa Hakenlilie (Crinum bulbispermum ): In Südafrika nehmen die Bestände ab. Sie kommt im südlichen Afrika vor. Crinum buphanoides : Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Sie kommt im südlichen Afrika und im südlichen tropischen Afrika vor. Schmalblättrige Hakenlilie oder Dauerwellen-Hakenlilie (Crinum calamistratum ) Sie kommt in West-Kamerun vor.Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. 1999, S. 171. Wasser-Hakenlilie (Crinum campanulatum ): Sie kommt nur im ehemaligen Albany-Distrikt zwischen Alexandria, Makhanda, Bathurst und East London im Ostkap vor. Es sind nur zwölf voneinander isolierte Fundorte bekannt. Die Bestände nehmen ab. Sie wurde 2005 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet. Crinum carolo-schmidtii : Sie kommt vom nördlichen Botswana bis zum Caprivizipfel in Namibia vor. Crinum crassicaule : Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Sie kommt im südlichen Afrika und im südlichen tropischen Afrika vor. Crinum darienense : Sie kommt in Panama vor. Crinum erubescens : Sie kommt von Mexiko bis Paraguay vor. Crinum erythrophyllum : Sie kommt in Myanmar vor. Crinum filifolium : Sie kommt im westlichen Madagaskar vor. Crinum fimbriatulum : Sie kommt in Angola vor. Crinum firmifolium : Sie kommt in Madagaskar vor. Crinum flaccidum : Sie kommt im westlichen, im zentralen und im östlichen Australien vor. Crinum forgetii : Sie kommt in Peru vor. Crinum giessii : Sie kommt in Namibia vor. Crinum glaucum : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis Uganda vor. Crinum gracile : Sie kommt von Malesien bis Neuguinea vor. Crinum graciliflorum : Sie kommt von Kolumbien bis ins nördliche Venezuela vor. Crinum graminicola : Sie kommt von Namibia und in den südafrikanischen Provinzen Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga sowie North West vor. Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Crinum hanitrae : Sie kommt in Madagaskar vor. Crinum hardyi : Sie kommt in Madagaskar vor. Crinum harmsii : Sie kommt vom nordwestlichen Sambia bis Namibia vor. Crinum hildebrandtii : Sie kommt auf den Komoren vor. Crinum humile : Sie kommt in Indien vor. Crinum jagus : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Crinum jasonii : Sie wurde 2007 aus dem südöstlichen Sambia erstbeschrieben. Crinum joesmithii : Sie wurde 2015 aus Western Australia erstbeschrieben. Crinum kakaduensis : Sie wurde 2013 erstbeschrieben und wurde bisher nur im australischen Bundesstaat Northern Territory beim Kakadu Highway gefunden. Crinum kirkii : Sie kommt in Kenia, Tansania und Mosambik vor. Crinum kunthianum : Sie kommt in Nicaragua, Kolumbien und Ecuador vor. Crinum lakefieldensis : Sie kommt nur im australischen Bundesstaat Queensland vor. Crinum latifolium : Sie kommt von Indien bis ins südliche China vor (nach der Flora of China 2000 kommt sie in China nicht vor). Crinum lavrani : Sie wurde 2009 aus Madagaskar erstbeschrieben. Crinum lineare : Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Ostkap zwischen Port Elizabeth und Peddie vor. Sie wird 2008 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „vulnerable“ = „gefährdet“ eingestuft. Crinum longitubum : Sie kommt in Angola vor. Crinum lorifolium : Sie kommt in Indien, Bangladesch und Myanmar vor. Crinum lugardiae : Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Crinum macowanii : In Südafrika nehmen die Bestände ab. Sie kommt von Eritrea bis ins südliche Afrika und auf den Seychellen vor. Crinum majakallense : Sie kommt in Angola vor. Crinum malabaricum : Sie kommt im indischen Bundesstaat Kerala vor. Sie wurde 2012 erstbeschrieben. Crinum mauritianum : Sie kam früher auf Mauritius vor. Crinum mccoyi : Sie kommt auf Madagaskar vor. Crinum minimum : Sie wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten Südafrikas als „least concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft. Sie kommt von Tansania bis ins südliche tropische Afrika vor. Crinum modestum : Sie kommt im nordwestlichen Madagaskar vor. Busch-Hakenlilie (Crinum moorei ): Sie kommt vom Ostkap bis KwaZulu-Natal vor. Sie wird 2008 in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas als „vulnerable“ = „gefährdet“ eingestuft. Crinum muelleri : Sie wurde 2013 aus dem australischen Bundesstaat Northern Territory erstbeschrieben. Breitblättrige Hakenlilie (Crinum natans ): Sie kommt im westlichen und im westlich-zentralen tropischen Afrika vor. Crinum neroanum : Sie wurde 2013 aus Madagaskar erstbeschrieben. Crinum nordaliae : Sie kommt in Angola vor.