Das Coachella Valley ist ein Tal im südkalifornischen Riverside County, das sich auf einer Länge von 72 Kilometern von den San Bernardino Mountains bis zum Nordufer des Saltonsees erstreckt.Eintrag zum Coachella Valley in der Online-Ausgabe des Wörterbuchs Merriam-Webster. Abgerufen am 17. November 2013. Es liegt in der Colorado-Wüste.

Klimatisch zeichnet sich die Region durch arides, heißes Klima aus. Die Temperaturen können im Sommer in Extremfällen 50 überschreiten. Das Tal wird von Strängen der San-Andreas-Verwerfung durchzogen, die parallel zum Tal verläuft. Geologisch betrachtet stellt das Coachella Valley eine sedimentgefüllte Senke dar.Mary F. Ownby, Carlos P. Lavayén: Petrographic Analysis of Pottery from CA-RIV-6897, Coachella Valley, California, Tucson 2010, S. 4.

Die von den ersten Europäern angetroffenen Bewohner waren Shoshone sprechende Indianer, die dort Landwirtschaft auf Grundlage von Mais und Kürbis, Melone und Bohnen betrieben, und deren Nachkommen bis heute in Indianerreservaten leben. Die ersten Europäer siedelten sich an der Eisenbahnstrecke an, die ab 1876 durch das Tal verlief. Bald erhielt die Landwirtschaft auch für sie einen wichtigen Stellenwert, da verschiedene Nutzpflanzen im warmen, trockenen Klima gut wuchsen. Eine besondere Bedeutung für das Coachella-Tal hatte hierbei der Dattelanbau. Später gewann auch der Tourismus an Bedeutung, insbesondere Patienten mit Atemwegsbeschwerden wurden vom Wüstenklima angezogen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Country Clubs und Golfplätze angelegt, infolgedessen entwickelte sich das Tal zu einem Urlaubsort für die Reichen und Berühmten. Besonders bekannt ist das Anwesen Sunnylands."A Retreat for the Rich and Powerful Is Opening Its Doors to the World". In: The New York Times, 23. Januar 2012. Abgerufen am 17. November 2013.

Das Tal umfasst neun Städte, als Hauptort gilt Palm Springs."Coachella Valley: Die Moderne in der Wüste". In: Die Presse, 19. August 2013. Abgerufen am 17. November 2013. Einen starken Besucherzustrom bewirken das jährlich in Indio stattfindende Coachella Valley Music and Arts Festival sowie das Tennisturnier Indian Wells Masters.

Namensherkunft Vor Beginn des 20. Jahrhunderts war das Tal als Cahuilla Valley bekannt, nach den im Umkreis lebenden Cahuilla-Indianern. 1900 wurde im Rahmen von Kartierungsarbeiten des United States Geological Survey eine Umbenennung in Conchilla Valley (spanisch für „kleine Muschel“) vorgenommen, nach den dort vorkommenden Muschelfossilien. Vermutlich führte ein Rechtschreibfehler des letztgenannten Namens auf offiziellen Karten zur heutigen Bezeichnung Coachella Valley, welche keine direkt übersetzbare Bedeutung hat. 1909 setzte der United States Board on Geographic Names den neuen Namen fest.Artikel über das Coachella Valley. Onlineausgabe der Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 17. November 2013.

Geografie Maße, Lage, Umgebung mini|Topografische Karte des Tals und seiner Umgebung

Das 72 km lange und 24 km breite Coachella-Tal gehört zur südkalifornischen Colorado-Wüste und liegt im Einzugsgebiet des Whitewater-Flusses, der in den Saltonsee mündet. Coachella Valley Resource Conservation District, abgerufen am 17. November 2013. Begrenzt wird es von Gebirgszügen und einem See, nämlich im Südwesten von den Santa Rosa Mountains, im Nordwesten von den San Jacinto Mountains, im Norden von den San Bernardino Mountains, im Nordosten und Osten von den Little San Bernardino Mountains und im Südosten vom Saltonsee. Damit bildet es das obere Ende des großen Trogtals, das sich nach Südosten im Imperial Valley und schließlich dem Golf von Kalifornien fortsetzt. Die höchsten Berge in der Umgebung sind der San Jacinto Peak mit 3302 Metern und der San Gorgonio Mountain mit 3505 Metern. Im Tal selbst fallen die Höhen von 328 m in der nördlichsten Stadt Desert Hot Springs bis auf −57 m in der Gemeinde Mecca am Ufer des Saltonsees ab. Ausläufer der San-Andreas-Verwerfung reichen über den San-Gorgonio-Pass bis ins Coachella Valley.Eugene Singer: Geology of California's Imperial Valley. Kapitel 18: The San Andreas Fault System. San Diego State University, abgerufen am 17. November 2013.

Geologie mini|Die gegenläufigen Bewegungen der großen tektonischen Platten, der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte

Das Coachella-Tal ist eine von Sedimenten gefüllte Senke. Das Tal, das zum Nordteil des Schwemmlands gehört, das sich südostwärts vom San-Gorgonio-Pass bis zum Nordende des Saltonsees erstreckt (Salton Trough), wird durch mehrere Stränge der San-Andreas-Verwerfung durchzogen und ist von Sand- und Kieshügeln gesprenkelt, zwischen denen sich erodiertes Material aus den Gebirgszügen abgelagert hat. Die Hügel und die besagten Stränge haben wohl ihre Ursache in den von der Spalte, die parallel zum Tal entlang des Westhangs der San-Bernardino-Berge verläuft, in den letzten Jahrmillionen ausgelösten Bewegungen. Die Berge sind wiederum das Resultat von stark gehobenem Batholith. Dieser südkalifornische Batholith besteht wiederum aus großen Mengen von Granit, die über zehn Millionen Jahre lang als Plutone aufgestiegen sind. Solche Plutone entstehen, wenn schmelzflüssiges Magma aus 5 bis 10 km tiefen Schichten in bereits verfestigte, höher gelegene Schichten eindringt und dort langsam erstarrt. Die dabei entstehenden Gesteine heißen Plutonite. Wenn es sich dabei um große, meist aus stockartigen Teilplutonen zusammengesetzte Körper handelt, spricht man von Batholith.Mary F. Ownby, Carlos P. Lavayén: Petrographic Analysis of Pottery from CA-RIV-6897, Coachella Valley, California, Tucson 2010, S. 4.

Sedimente speichern das Grundwasser der Region, doch ist dieses Wasserreservoir wenig erforscht, was angesichts der zunehmenden Bevölkerung und der starken geologischen Veränderlichkeit hohe Risiken birgt. Neben diesen Veränderungen führten die geologischen Bewegungen auch dazu, dass der Mission Creek und der Whitewater River immer wieder den Saltonsee füllten, aber auch den seit dem 17. Jahrhundert trockenen Lake Coahuila.

Die durch die San-Andreas-Verwerfung ausgelösten Faltungen brachten im Nordwesten am San-Gorgonio-Pass und unter Umgehung der San-Bernardino-Berge mehrere kuppelartig emporgetragene Quartärsedimentlagen an die Oberfläche.

Größte Siedlungen + Städte im Coachella Valley Stadt Einwohnerzahl (2010) Fläche HöheDaten des Geographic Names Information System. mittleres Haushaltseinkommen (2010)Daten des "American FactFinder". United States Census Bureau. Erhalt des Stadtrechts (Inkorporation)Zeitleiste zur Geschichte des Tals. (PDF; 2,4 MB) California State University, San Bernardino, Palm Desert Campus. Abgerufen am 17. November 2013. Cathedral City 51.200 56,349 km² 100 m 45.088 $ 1981 Coachella 40.704 74,981 km² −21 m 43.357 $ 1946 Desert Hot Springs 25.938 61,233 km² 328 m 34.606 $ 1963 Indian Wells 4.958 37,790 km² 27 m 111.078 $ 1967 Indio 76.036 75,600 km² −4 m 52.199 $ 1930 La Quinta 37.467 92,078 km² 41 m 77.790 $ 1982 Palm Desert 48.445 69,966 km² 67 m 53.940 $ 1973 Palm Springs 44.552 245,984 km² 146 m 45.989 $ 1938 Rancho Mirage 17.218 64,326 km² 83 m 76.261 $ 1973

Census-designated places im Coachella Valley sind Bermuda Dunes, Desert Edge, Desert Palms, Garnet, Indio Hills, Mecca, North Shore, Sky Valley, Thermal, Thousand Palms und Vista Santa Rosa.Abgleich der im Geographic Names Information System verfügbaren Koordinaten der genannten Orte mit der Beschreibung des Gebietes des Coachella Valleys im Geographic Names Information System.

Klima Das Coachella Valley ist geprägt von aridem, heißem Klima.Walter Feller: Colorado Desert. Subsection 322Ca: Coachella Valley. In: Digital-Desert.com (englisch); In the arid Coachella Valley, communities are taking a hell-or-high-water approach to growth. In: Daily Bulletin, 3. Oktober 2015 (englisch).

Im Winter fallen die Temperaturen gelegentlich unter 0 , im Sommer steigen sie mitunter über 50 an. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt ungefähr 23 . Circa 300 Tage im Jahr sind frostfrei, sodass einige Nutzpflanzen das ganze Jahr über gut gedeihen.

Regen ist mit jährlich 50 bis gut 100 mm rar. Am meisten Niederschlag fällt im Winter, jedoch kann es auch Mitte des Sommers zu starken Regenfällen kommen, die Überschwemmungen und Erosion zur Folge haben können.

In einigen Bereichen des Tals treten saisonale Winde auf, besonders im späten Frühjahr sind Stürme häufig. Der mitgetragene Staub kann die Luftqualität verschlechtern und die Gesundheit beeinträchtigen.

Geschichte Erste Besiedlung, Shoshone Die Nachfahren der spätestens um 500 eingewanderten Shoshone-Sprecher im Tal, die Cahuilla, nennen sich selbst Iviatim. Sie leben in verschiedenen Indianerreservaten. Die Desert Cahuilla leben in Agua Caliente,Eine Karte des Reservats findet sich bei In: Agua Caliente Cultural Museum (englisch). Torres Martinez und Cabazon, die Mountain Cahuilla in Santa Rosa und Cahuilla, die Pass Cahuilla in der Morongo Reservation.Brude Love, Mariam Dahdul: Desert Cronologies and the Archaic Period in the Coachella Valley, in: Pacific Coast Archeological Society Quarterly 38,2-3 (2002) 65-86, hier: S. 67.

Die älteste archäologisch greifbare Kultur in Südkalifornien ist der San Dieguito Complex, der von 9000 bis 5000 v. Chr. reicht. Dieser folgt der Amargosa Complex bis etwa zur Zeitenwende, dann bis etwa 500 Basketmaker III und Pueblo II. Danach lassen sich Yuman- und Shoshone-Gruppen identifizieren (bis 1500), denen Paiute und Mojave folgten. Die frühen Komplexe werden nach den häufigsten Fundstücken, nämlich Projektilspitzen benannt, was jedoch keineswegs mit der grundlegenden Veränderung der jeweiligen Kulturen in Verbindung steht, wie man zeitweise anhand des Auftauchens von Keramik oder von Pfeil und Bogen, die sich ab etwa 500 nachweisen lassen,Brude Love, Mariam Dahdul: Desert Cronologies and the Archaic Period in the Coachella Valley, in: Pacific Coast Archeological Society Quarterly 38,2-3 (2002) 65-86, hier: S. 67. glaubte belegen zu können.

Das Coachella-Tal ist seit der „archaischen Periode“ bewohnt, die hier um 1000 mit der Einführung von Keramik endete, eine Kulturtechnik, die sich über den Colorado ausbreitete. Sie ist häufig mit der Einführung der Landwirtschaft verbunden, jedoch nicht im Coachella-Tal, in dem keinerlei kulturelle Brüche mit der Einführung dieser neuen Technik erkennbar sind. Daher wird sie auch, um Verwechslungen mit der sehr viel weiter zurückliegenden Archaischen Periode zu vermeiden, als Prä-keramische Periode oder als Desert Archaic bezeichnet. In dieser wüsten-archaischen Periode, so wurde lange angenommen, ernährten sich die nomadisch lebenden Menschen von dem, was sich ihnen bot (Opportunisten). Inzwischen ist klar, dass Fernhandel mit dem vulkanischen, glasartigen Obsidian und mit Schmuck bestand, es bestanden dauerhafte Dörfer, deren Umland in weitem Umkreis systematisch für das Überleben genutzt wurde.

Vielleicht ab 500 v. Chr. wurden die Toten nicht mehr beigesetzt, sondern verbrannt. Linguistische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Shoshone-Sprecher zwischen 1000 v. Chr. und 500 n. Chr. aus dem Großen Becken in das Tal einwanderten; aus dieser Sprache ging das Takic hervor, die Hauptsprache in historischer Zeit.

Um 1000 kam es zu einer Klimaerwärmung, die zur Ausdehnung von Wüsten und zur Abwanderung großer Teile der Bevölkerung Richtung Küste führte. Zu einem ähnlichen Vorgang kam es um 1500, als die Bewohner in die östlich angrenzenden Berge zogen. Aus der mündlichen Überlieferung finden sich Hinweise sowohl auf den See als auch auf die Berge als Wohngebiet.