Blue Jasmine ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Woody Allen. Der pessimistische Film handelt vom dramatischen sozialen Abstieg der namensgebenden Jasmine Francis, die von Cate Blanchett dargestellt wird. Es basiert vage auf dem Theaterstück Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams.
mini|Dreharbeiten zu Blue Jasmine in San Francisco, 22. August 2012 Handlung Die inzwischen mittellose ehemalige High-Society-Lady Jasmine Francis reist mit den Habseligkeiten, die ihr von ihrem einstigen Reichtum geblieben sind, von New York nach San Francisco, um bei ihrer Schwester Ginger ein neues Leben zu beginnen. Bereits während des Fluges und auch noch nach der Landung erzählt sie einer ihr unbekannten Sitznachbarin Ereignisse aus ihrem Leben.
Bei ihrer Schwester angekommen, beschwört sie diese, sich jemand Besseren zu suchen als den Automechaniker Chili, mit dem Ginger verlobt ist und dessen Freunde in deren Wohnung ein und aus gehen.
In Rückblenden, Selbstgesprächen und Tagträumen erfährt man nach und nach Jasmines Vorgeschichte. Ihr gutaussehender Ehemann Hal verdiente als Finanzunternehmer viel Geld und Jasmine führte das typische Luxusleben einer Dame der oberen Gesellschaft in Manhattan. Als ihre Schwester Ginger und deren damaliger Mann Augie sie zu jener Zeit in New York besuchten, waren beide davon beeindruckt, in welchem Reichtum Jasmine und Hal lebten. Augie hatte gerade 200.000 Dollar in der Lotterie gewonnen und wollte damit eine Baufirma gründen. Jasmine überredete ihren Mann, das Geld für Augie anzulegen. Später fand sie heraus, dass Hal sie jahrelang mit anderen Frauen betrogen hatte. Dann wurde er wegen illegaler Geschäfte, Anlagebetrug sowie Steuerhinterziehung verurteilt und beging im Gefängnis Selbstmord.
In San Francisco findet Jasmine Arbeit als Sprechstundenhilfe bei einem Zahnarzt, flieht aber aus der Praxis, als der Arzt sexuell übergriffig wird. Außerdem besucht sie einen Computerkurs, um später „online“ Innenarchitektur studieren zu können. Eine Kursteilnehmerin lädt Jasmine und ihre Schwester Ginger zu einer Party ein. Dort lernt Jasmine den wohlhabenden Diplomaten Dwight Westlake kennen, der gerade plant, sein luxuriöses Haus an der Bucht von San Francisco einrichten zu lassen. Jasmine bietet ihm an, ihm bei der Einrichtung zu helfen. Sie behauptet, ihr an einem Herzinfarkt verstorbener Mann sei Chirurg gewesen, sie sei Innenarchitektin, verschweigt ihm aber, dass sie einen Stiefsohn hat. Ginger ist ebenfalls auf der Party und macht dort die Bekanntschaft mit Al, mit dem sie eine Affäre beginnt. Dies führt zum Streit mit Chili und zur vorübergehenden Trennung der beiden.
Dwight ist von Jasmine begeistert und will sie heiraten. Gerade als die beiden vor einem Juweliergeschäft stehen, um einen Verlobungsring zu kaufen, taucht Jasmines Ex-Schwager Augie auf, der bei Hals Betrügereien all sein Geld verloren hatte, und stellt sie zur Rede. Dwight erfährt dabei Jasmines wahre Lebensumstände, worauf er vom Kauf des Ringes Abstand nimmt. Zwischen Dwight und Jasmine kommt es zu einem heftigen Streit über Jasmines Lügen, woraufhin sie seinen Wagen überstürzt verlässt. Als sie ihren Stiefsohn aufsucht, der infolge der Verurteilung seines Vaters sein Harvard-Studium aufgeben musste und jetzt in einem Musikinstrumentenladen arbeitet, erfährt man, dass sie selbst aus Rache dem FBI telefonisch den entscheidenden Tipp gegeben hatte, als Hal sie wegen einer anderen Frau verlassen wollte. Demzufolge war ihr die Rechtswidrigkeit seiner Geschäfte spätestens zu diesem Zeitpunkt bewusst. Ihr Stiefsohn weiß von diesem Anruf und ist noch zorniger auf sie als auf seinen Vater. Er will sie nie wiedersehen.
Zurück in der Wohnung ihrer Schwester, trifft sie diese und Chili an, die gerade mit Champagner auf ihre Versöhnung anstoßen. Jasmine behauptet, mit Dwight sei alles in bester Ordnung, und erklärt, sie werde nun zu ihm ziehen.
In der letzten Szene sitzt die einstige High-Society-Lady mit wirren Haaren auf einer Bank in der Stadt und führt – wie schon in der Vergangenheit – Selbstgespräche.
Rezeption Erfolg Im Jahr 2013 wurden an den deutschen Kinokassen 417.737 Besucher gezählt, womit der Film unter den meistbesuchten Filmen des Jahres Platz 78 belegte.KINOaktuell: Was ihr wolltet: Münsters Kinojahr 2013, C. Lou Lloyd, Filminfo Nr. 4, 23.–29. Januar 2014, S. 24 ff.
Kritiken
Auszeichnungen 2013: New York Film Critics Circle Award für Cate Blanchett (Beste Hauptdarstellerin) 2014: Golden Globe für Cate Blanchett (Beste Hauptdarstellerin – Drama) 2014: Nominierung für einen Golden Globe für Sally Hawkins (Beste Nebendarstellerin) 2014: Critics’ Choice Movie Award für Cate Blanchett (Beste Hauptdarstellerin) 2014: Oscar für Cate Blanchett (Beste Hauptdarstellerin) 2014: Nominierung für den Oscar für Woody Allen (Bestes Originaldrehbuch) 2014: Nominierung für den Oscar für Sally Hawkins (Beste Nebendarstellerin) 2014: BAFTA Award für Cate Blanchett (Beste Hauptdarstellerin) 2014: Nominierung für den BAFTA Award für Woody Allen (Bestes Originaldrehbuch) 2014: Nominierung für den BAFTA Award für Sally Hawkins (Beste Nebendarstellerin) 2014: Empire Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den AACTA International Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den Alliance of Women Film Journalists Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den Dallas–Fort Worth Film Critics Association Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den Detroit Film Critics Society für das beste Ensemble 2014: Nominierung für den Georgia Film Critics Association Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den Independent Spirit Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den International Cinephile Society Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den London Film Critics Circle Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den London Film Critics Circle Award für Sally Hawkins als Beste Britische Darstellerin des Jahres 2014: Nominierung für den National Society of Film Critics Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin (Zweiter Platz) 2014: Nominierung für den Online Film Critics Society Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den San Diego Film Critics Society Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin 2014: Nominierung für den Satellite Award für Sally Hawkins als Beste Nebendarstellerin-Spielfilm
Weblinks
Offizielle Webseite Gutachten der Deutschen Film- und Medienbewertung – Prädikat „besonders wertvoll“
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2013 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video