Nitazoxanid ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Antiparasitika. Es ist ein synthetisches 5-Nitrothiazolyl-Salicylamid-Derivat zur Behandlung bei parasitärer Infestation. Im Körper wird es rasch unter Abspaltung der Acetylgruppe zu seinem aktiven Metaboliten Tizoxanid umgewandelt.
Nitazoxanid besitzt in Deutschland keine Zulassung.
Wirkung Die Wirkung beruht auf der nichtkompetitiven Inhibition der Pyruvat-Ferredoxin-Oxidoreduktase (PFOR), welche die oxidative Decarboxylierung von Pyruvat zu Acetat katalysiert. Der Elektronentransfer im Redoxsystem und somit der Energiestoffwechsel der Erreger wird unterbrochen.
Pharmakologie Bei peroraler Gabe potenziert fetthaltige Nahrung die Wirksamkeit. Nitazoxanid wird gastrointestinal zu Tizoxanid mit fast vollständiger Eiweißbindung hydrolysiert. Der maximale Tizoxanid-Plasmaspiegel ist nach 1–4 Stunden erreicht. Die Ausscheidung erfolgt über Gallensaft und Dekonjugation im Kot sowie als Glucuronid und unverändertes Tizoxanid über Niere und Urin.
Anwendungsgebiete Behandlung von Infestationen mit: Giardia intestinalis Kryptosporidien.
Therapeutische Wirksamkeit bei Infestation mit: Entamoeba histolytica Isospora belli Cyclospora cayetanensis Helminthiosen Rinderbandwurm Zwergbandwurm Spulwurm Madenwurm Peitschenwurm Hakenwürmer Zwergfadenwurm
Nitazoxanid zeigt antibakterielle Aktivität bei: Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö Campylobacter jejuni Helicobacter pylori
Antivirale Aktivität bei: chronischer Hepatitis C/Hepatitis B Rotavirus, Norovirus
Kontraindikationen Eine Risiko-Nutzen-Abwägung möglicher Reproduktionstoxizität ist erforderlich.
Nebenwirkungen Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise: Übelkeit Erbrechen Bauchschmerzen Durchfall Nesselsucht Juckreiz
Therapiekontrolle Während der Therapie mit Nitazoxanid ist eine Infestations-Kontrolle durch Nachweis von Zysten im Stuhl indiziert.
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Einzelnachweise
Kategorie:Thiazol Kategorie:Nitroaromat Kategorie:Essigsäureester Kategorie:Phenylester Kategorie:Benzamid Kategorie:Antiparasitikum