mini|Riadh Sidaoui, 2007 Riadh Sidaoui (, * 14. Mai 1967 in Bou Hajla) ist ein tunesisch-schweizerischer Schriftsteller, Journalist und Politikwissenschaftler.Chamselassil Ayari: Tunesiens Wirtschaft in der Krise. In: dw.com. Deutsche Welle, 17. Dezember 2013, abgerufen am 17. August 2019.(dbu): Gadhafi-Affäre: Eine Libyen-Geisel benötigt kein Visum. In: Tagblatt. 15. September 2009 (tagblatt.ch [abgerufen am 17. August 2019]).
Er ist Leiter des in Genf ansässigen Arabischen Zentrums für politische und soziale Forschung und Analyse (CARAPS)La levée de l’état d’urgence, un symbole fort mais sans impact réel. In: France 24. 23. Februar 2011. und Herausgeber der Webseiten Taqadoumiya () seit 2010Mehdi Farhat: L’indépendance tunisienne est-elle menacée? In: SlateAfrique.com. 19. März 2012, abgerufen am 17. August 2019.Homepage. In: Taqadoumiya.net, abgerufen am 17. August 2019. und The Progressive seit 2011,La Progressiste… une tentative de créer des médias alternatifs dans un temps d’hypocrisie. In: Swissinfo. 16. Mai 2012, abgerufen am 17. August 2019. welche in Saudi-Arabien zensiert werden. Er veröffentlicht Artikel, besonders in den in London erscheinenden Zeitungen al-Hayat, Azzaman und al-Quds al-arabi.
Leben Nach dem Baccalauréat studierte Sidaoui am tunesischen Institut für Presse- und Informationswissenschaften, wo er 1992 ein Maîtrise-Diplom in Journalismus erhielt. 1995 erhielt er einen diplôme d'études approfondies von der Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften in Tunis in Politikwissenschaft. Anschließend absolvierte er in Genf ein Studium im Fach Entwicklungsforschung. 1997 bekam er das aus dem Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung der Universität Genf. 1998 erlangte er das in Politikwissenschaft der Universität Genf.
Sidaoui ist Kenner der arabischen Welt,Élisa Perrigueur: Les chefs de tribus qui gouvernent le pays ont un rôle d’arbitre. In: La Croix. 23. Februar 2011, abgerufen am 17. August 2019. des Islamismus und der Demokratisierungsprozesse in der Region. Er ist einer der Befürworter der Demokratisierung in der arabischen Welt und der Emanzipation der muslimischen Frauen. Für ihn ist der saudische Wahhabismus eine Gefahr für den Islam, die Muslime und die Menschheit.
Während des Arabischen Frühlings plädierte er für die Einrichtung eines Wohlfahrtsstaates, der den Bürger schützt, und dafür, durch die Durchführung von Kommunalwahlen eine wirkliche Demokratie aufzubauen.Hedia Baraket: . Entretien avec Riadh Sidaoui, Directeur du Centre Arabe de Recherches et d’Analyses Politiques et Sociales à Genève. In: La Presse de Tunisie. 31. Juli 2013 (französisch).
Sidaoui kritisiert die katarische Politik, die er als eine absolute Diktatur im totalen Bruch mit der Demokratie bezeichnet, und leitete das „Internationale Komitee für die Befreiung der katarischen Dichter Mohammed Ibn al-Dheeb al-Ajami“, das im Jahr 2013 gegründet wurde und das beim UN-Menschenrechtsrat ansässig ist. (). In: Tanit Press. 23. Oktober 2013. Al Ajami wurde am 15. März 2016 freigelassen.
Während seiner journalistischen Tätigkeit führte Sidaoui mehrere Interviews mit Persönlichkeiten wie dem algerischen Minister Ahmed Taleb Ibrahimi, aber auch dem ersten algerischen Präsidenten Ahmed Ben Bella, mit dem er freundschaftliche Beziehungen unterhält, Mohammed Fawzi, Ahmed Hamrouche, Moncef Marzouki oder seinem Professor an der Universität Genf, der sein persönlicher Freund wurde, Jean Ziegler, mit dem er in die Alpen reiste.Jean Ziegler parle aux arabes, éd. Centre arabe de recherches et d'analyses, Beyrouth, 2003, S. 5 Im Sommer 1992 verbrachte Sidaoui in Kairo mehrere Tage mit Sami Sharaf, einem der Gründer des ägyptischen General Intelligence Service. Dank dessen Hilfe konnte Sidaoui die Arbeit an seinem Buch Heikal oder die geheime Akte der arabischen Erinnerung abschließen.Heikal ou le dossier secret de la mémoire arabe, Tunis, 1993, S. 5 1998 reiste Sidaoui für eine Arbeit im Auftrag der SRG SSR nach Algerien und interviewte mehrere algerische Politiker, wie Abdallah Djaballah, Louisa Hanoune und Chérif El Hachemi.
2013 beauftragte die ehemalige Ehefrau des saudi-arabischen Königs Abdullah ibn Abd al-Aziz, Prinzessin Alanoud D. Alfayez, den Rechtsanwalt und ehemaligen französischen Außenminister Roland Dumas und den Juristen Max Coupé, sich mit dem „Fall der vier Prinzessinnen“ zu befassen; die Prinzessin bat Sidaoui auch, ihr persönlicher Vertreter zu werden. Denn seit fast zwölf Jahren stehen die Töchter Alanouds, Prinzessinnen in Saudi-Arabien, unter Hausarrest.
Sidaoui erklärt den russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022 als den Beginn einer neuen Weltordnung. Dies sei eine Fortsetzung des Russischen Militäreinsatzes in Syrien, da bei früheren westlichen Militärinterventionen, insbesondere im Irak und in Libyen, die Russen beim Sturz der irakischen und libyschen Regime passiv geblieben seien. Sidaoui zufolge begann dieser Wandel mit dem Arabischen Frühling 2011 im Rahmen eines "kalten Krieges" zwischen internationalen Wirtschaftsmächten, von denen einige alt und andere neu entstanden sind.
Schriften Nasserische Dialoge (). Arabesques, Tunis 1992 (Neuauflage: Centre arabe de recherches et d’analyses, Beirut 2003), ISBN 9973-763-00-9. Heikal oder die geheime Akte des arabischen Gedächtnisses (), Tunis 1993 (Neuauflage: Kairo 2000; Beirut 2003), ISBN 9973-17-315-5. Konflikte der politischen und militärischen Eliten in Algerien: Die Partei, die Armee und der Staat (). Arab Institute for Research and Publishing, Beirut 2000. Jean Ziegler spricht zu den Arabern (). Centre arabe de recherches et d’analyses, Beirut 2003. Die Schlachten von Abdel Nasser (), Centre arabe de recherches et d’analyses, Beirut 2003. Islamismus in Algerien: Eine Revolution im Gange? (L’islamisme en Algérie: une révolution en marche?), Université de Genève, Genf 1998. FIS, Armee, GIA: Sieger und Besiegte (FIS, armée, GIA: vainqueurs et vaincus.), Publisud, Paris 2002.Verzeichnet in: Les Mouvements Islamistes au Maghreb (Maroc, Algérie, Tunisie, Mauritanie, Libye). Bibliographies 1 (= Bibliothèque de la Méditerranée). 2007, S. 75, Nr. 535 (univ-aix.fr [PDF; 286 kB]). Die algerische Armee, 40 Jahre interner Veränderungen (L’Armée algérienne, 40 ans de mutations internes.), Centre arabe de recherches et d’analyses, Paris 2003. Wahlen, Demokratie und Gewalt in Algerien (). Vorwort von Slimane Riachi: La crise algérienne (). Centre for Arab Unity Studies, Beirut 1999, S. 527–548. The Inner Weakness of Arab Media. In: Natascha Fioretti, Marcello Foa: Islam and the Western World: the Role of the Media. European Journalism Observatory, Lugano 2008 ( englisch). Von Tunis nach Damaskus: Verborgene Realitäten des Arabischen Frühlings (), Caraps, Tunis, 2015 ; Der arabische Blut-Herbst: Die Geheimnisse von Daesh und Co. (), Caraps, Tunis, 2015 ; Vom Arabischen Frühling zu Daesh (Du printemps arabe à Daech), Apollonia, Tunis, 2017, ISBN 978-9973-827-88-3 ; Ende der Ära Bouteflika: Konflikte zwischen politischen und militärischen Eliten in Algerien (), Caraps, Tunis, 2019 (Neuauflage: Bahaeddine éditions et diffusions, Alger, 2020) ISBN 978-9931-322-33-7.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Tunesier Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann Kategorie:Schriftsteller (Genf) Kategorie:Politische Literatur