mini|hochkant=1.5|Karte des Fürstentums Lüneburg aus dem Jahr 1708 von Joseph Mulder. Auf der Karte sind alle Rittergüter verzeichnet, an den Seiten der Karte befinden sich Wappendarstellungen aller im Lüneburgischen begüterten Adelsfamilien.

Die Liste des ritterschaftlichen Adels im Fürstentum Lüneburg führt alle Adelsgeschlechter auf, die im Besitz eines in den Matrikeln der Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg aufgeführten Rittergutes waren.

Der lüneburgische Adel entwickelte sich größtenteils im 12. und 13. Jahrhundert aus dem Ministerialenstand. Teilweise handelt es sich auch um ursprünglich edelfreie Geschlechter, so unter anderem im Falle derer von Hodenberg. Neben der Bewirtschaftung ihrer Güter standen viele Gutsbesitzer in Diensten der Herzöge und besetzten Positionen in der Verwaltung und im Militär.Zur Entwicklung des Adels im Fürstentum Lüneburg siehe: Martin Krieg: Die Entstehung und Entwicklung der Amtsbezirke im ehemaligen Fürstentum Lüneburg, Göttingen 1922, ISBN 3-87898-089-2, S. 91–96 und S. 108–113

Die Güter zeichneten sich durch Steuerfreiheit aus, für ihre Besitzer war die herzogliche Kanzlei grundsätzlich erste Gerichtsinstanz und die Besitzer hatten Sitz und Stimme in der Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg und dadurch das Recht, Abgeordnete für die Lüneburger Landtage zu wählen. Die Ausstattung der Güter mit Ackerland und Berechtigungen an der Allmende war sehr unterschiedlich, erreichte in der Regel aber nicht mehr als die zwei- bis dreifache Größe eines Vollhofes. Der Umfang der grundherrschaftlichen Rechte unterschied sich ebenfalls sehr stark und konnte unter anderem pflichtige Hofstellen, Zehntrechte, Gerichtsrechte oder Jagdrechte umfassen.Zur Größe der Güter siehe: Heinrich Pröve: Dorf und Gut im alten Herzogtum Lüneburg. Göttingen 1929, S. 46–67

Laut den ritterschaftlichen Matrikeln des Jahres 1752 bestanden zu dieser Zeit 192 Güter auf dem Gebiet des Fürstentums. Im Fall des Stillhorner Lehnskapital war die Gutsgerechtigkeit nicht an Land, sondern an Kapital gebunden.Siehe: Ulrike Hindersmann, Dieter Brosius: Die Rittergüter der Lüneburger Landschaft. ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 11–24.

Liste des ritterschaftlichen Adels im Fürstentum Lüneburg Erläuterung: Die Angabe der Güter bezieht sich auf die Angaben in den ritterschaftlichen Matrikeln des Jahres 1860Ritterschaftliche Matrikel des Jahres 1860: Verordnungen und Regulative die Ritterschaft und die Landschaft des Fürstentums Lüneburg betreffend.; Hrsg.: Ritterschaft und Landschaft des Fürstentums Lüneburg, 2006.. Dies waren die letzten Matrikel vor der Annexion Hannovers durch Preußen im Jahr 1866, im Zuge derer die Landschaft des Fürstentums Lüneburg ihren Status als Verfassungsorgan verlor. Neben den adeligen Besitzern gab es auch Rittergüter im Besitz von Bauern und Bürgerlichen. Diese Güter finden in dieser Liste keine Berücksichtigung.