Das Lettische Ethnographische Freilichtmuseum (lettisch Latvijas Etnogrāfiskais brīvdabas muzejs) liegt in einem Waldgebiet am Jugla-See in der lettischen Hauptstadt Riga. Es wurde 1924 als eines der ersten Freilichtmuseen Europas gegründet und 1932 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Alexander Neyland, Marģers Vestermanis, Māra Ozoliņa und andere: Großer Stadtführer durch Riga. Riga 1992, S. 148. Von skandinavischen Freilichtmuseumsgründungen beeinflusst, beherbergt das Museum heute 118 Gebäude der Volksarchitektur mit über 3000 Gegenständen und ist damit eines der größten Freilichtmuseen Europas.

Geschichte Am 2. Februar 1924 beschloss das Nationale Lettische Denkmalamt den Beginn der Vorbereitungen zur Errichtung eines Freilichtmuseums. Das Konzept für die grundsätzliche Anordnung wurde von Osvalds Tīlmanis im Rahmen einer Studienarbeit ausgearbeitet. Für die Umsetzung sollte eine Kommission geeignetes Land sowie historische Gebäude für die Ausstellung des Museums ausfindig machen. Die ursprüngliche Absicht war, aus den vier Regionen Lettlands Kurland, Semgallen, Livland und Lettgallen je ein Bauernhaus und Gebäude für unterschiedliche Handwerke zu zeigen. Man einigte sich auf das Gebiet am Rande des Jugla-Sees, welches zu einem ehemaligen Bauerngut gehörte, und brachte 1928 das erste Gebäude an den Ort. Am 13. Mai 1932 erfolgte die offizielle Eröffnung des Museums. 1939 waren bereits 40 Gebäude aufgebaut. Weitere Gebäude folgten in den kommenden Jahren, auch mit Unterstützung von Studenten. Trotz der politischen Veränderungen und eines häufigen Zuständigkeitswechsels konnte über mehrere Jahrzehnte hinweg der Museumsausbau stetig vorangetrieben werden.

1966 und 1980 fielen einige Gebäude einem Brand zum Opfer. Der Wiederaufbau ging aufgrund der allgemeinen knappen Ressourcenlage nur schleppend voran, konnte jedoch 1970 bzw. 1994 abgeschlossen werden. Die letzten Gebäude kamen Anfang der 2000er Jahre hinzu. Das Museum kümmert sich auch um Gebäude, welches sich außerhalb des Geländes befinden.

Sammlungen und Veranstaltungen mini|Innenansicht der Museumskirche Das Museum umfasst 118 Gebäude vom Ende des 17. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Darunter befinden sich mehrere Bauernhäuser, Windmühlen und Holzkirchen. Etwa 3000 Ausstellungsstücke werden darin gezeigt. Die gesamte Sammlung zählt etwa 114.000 Objekte. Neben den in das Museum übertragenen Gebäuden sind auf dem Museumsgelände zwei Gebäude, davon ein Fischerhaus in situ, erhalten.

Das Museum ist das ganze Jahr geöffnet und bietet im Sommer wie im Winter verschiedene Benutzeraktivitäten und Veranstaltungen an. Im Winter kann man im Museum Langlaufen und Schlitten fahren. Seit 1971 findet alljährlich ein großer Handwerkermarkt statt. Das ganze Jahr über werden traditionelle Feste gefeiert.

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Siehe auch Liste von Freilichtmuseen

Weblinks

Website des Museums (lettisch/englisch)

Fußnoten

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