19. (Bayerisches) Infanterie-Regiment war die Bezeichnung eines Regiments der Reichswehr mit Regimentsstab in München (vgl.: Bayerische Reichswehr).

Geschichte Das Regiment wurde am 1. Januar 1921 aus den Reichswehr-Schützen-Regimentern 41 und 42 des Übergangsheeres gebildet. Am 29. Mai 1922 erhielt das Regiment zusätzlich zu seinem Namen die landsmannschaftliche Bezeichnung „Bayerisches“.Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1974. ISBN 3-7648-1000-9. S. 188.

An der Niederschlagung des Hitlerputsches beteiligte sich das III. Bataillon des Regiments. Es verblieb aus Sicherheitsgründen bis 27. November 1923 in München und kehrte dann in die Garnison zurück.Kai Uwe Tapken: Die Reichswehr in Bayern von 1919 bis 1924. Verlag Dr. Kovac. Hamburg 2002. ISBN 3-8300-0646-2. S. 402.

Im Zuge der Vergrößerung der Reichswehr (vgl.: Aufrüstung der Wehrmacht) wurde das Regiment 1934 in der ersten Aufstellungswelle geteilt und daraus die Infanterie-Regimenter München (IR 19) und Augsburg (IR 40) gebildet.

Die Uniform des Regiments trugen der General der Infanterie Adolf von Ruith und der General der Infanterie Karl von Prager.

Garnisonen München: Regimentsstab, I. Bataillon mit Stab und 13. (MW)-Kompanie Augsburg: II. Bataillon mit Stab Kempten/Lindau: III. Bataillon mit Stab Landshut: Ausbildungs-Bataillon

Kommandeure Nr. Name Beginn der Berufung Ende der BerufungDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger-Bataillone, Wehrbezirkskommandanten und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Osnabrück 1992. ISBN 3-7648-1782-8. S. 503.1.Oberst Friedrich von Haack 1. Januar 192131. Januar 19222.Oberst Adolf von Ruith1. Februar 192230. Oktober 19233.Oberst Martin von Dittelberger1. November 192331. Januar 19254.Oberst Karl von Prager1. Februar 192531. Januar 19275.Oberst Hugo von Pflügel 1. Februar 192731. März 19286.Oberst Wilhelm Adam1. April 192830. September 19297.Oberst Hans von Hößlin1. Oktober 192931. Januar 19318.Oberst Max Schindler1. Februar 193128. Februar 19339.Oberst Karl Graf 1. März 193331. Juli 1935

Organisation Verbandszugehörigkeit Das Regiment unterstand dem Infanterieführer VII der 7. (Bayerische) Division in München.

Gliederung Das Regiment bestand neben dem Regimentsstab mit Nachrichtenstaffel aus I. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 41, II. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 42, III. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 42, Ergänzungs-Bataillon, ab 23. März 1921 Ausbildungs-Bataillon, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Schützen-Regiment 41.

Jedes Feld-Bataillon gliederte sich zu drei Kompanien zu je drei Offizieren und 161 Unteroffizieren und Mannschaften (3/161) sowie einer MG-Kompanie (4/126). Insgesamt bestand ein Bataillon aus 18 Offizieren und Beamten (einschließlich Sanitätsoffizieren) und 658 Mann.

Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung Die Schützen waren mit dem Karabiner K98a ausgerüstet. Jeder Zug besaß ein leichtes Maschinengewehr MG 08/15.

In den MG-Kompanien bestanden jeweils der 1. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, vierspännig gezogen, der 2. bis 4. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, zweispännig gezogen.

Die schwersten Waffen des Regiments waren die Minenwerfer in der 13. Kompanie. Der 1. Zug war mit zwei mittleren Werfern 17 cm, vierspännig gezogen, ausgerüstet, der 2. und 3. Zug mit drei leichten Werfern 7,6 cm, zweispännig gefahren.

Sonstiges Traditionsübernahme Das Regiment übernahm 1921Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die Tradition der alten Regimenter. 1. Kompanie: Infanterie-Leib-Regiment 2. Kompanie: Infanterie-Leib-Regiment 3. Kompanie: 1. Infanterie-Regiment „König“ 4. Kompanie: 2. Infanterie Regiment „Kronprinz“ 5. Kompanie: 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ 6. Kompanie: 1. Infanterie-Regiment „König“ 7. Kompanie: 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ 8. Kompanie: 1. Infanterie-Regiment „König“ 9. Kompanie: 20. Infanterie-Regiment „Prinz Franz“ 10. Kompanie: 1. Jägerbataillon „König“ 11. Kompanie: 12. Infanterie-Regiment „Prinz Arnulf“ 12. Kompanie: 1. Jägerbataillon „König“ 13. Kompanie: Bayerische Minenwerfer-Truppe 14. Kompanie: 16. Infanterie-Regiment „Großherzog Ferdinand von Toskana“ 15. Kompanie: 2. Infanterie Regiment „Kronprinz“ 16. Kompanie: 2. Infanterie Regiment „Kronprinz“

Literatur Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939. Biblio, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-1000-9, S. 194ff. Edgar Graf von Matuschka: Organisation des Reichsheeres. In: Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648–1939. Militärgeschichtliches Forschungsamt Freiburg (Breisgau) (Hrsg.), Teil VI: Reichswehr und Republik (1918–1933). Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1970, S. 320–322.

Einzelnachweise

Infanterieregiment 19 Kategorie:Bayerische Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Münchner Militärgeschichte Kategorie:Augsburger Militärgeschichte Kategorie:Geschichte der Stadt Kempten (Allgäu) Kategorie:Gegründet 1921 Kategorie:Aufgelöst 1934