Dieser Artikel bietet einen Überblick über den Ausbau der Windenergie und die installierten Windkraftanlagen im Bundesland Oberösterreich.
Nach sechs Jahren Pause ging im Oktober 2022 im Windpark bei Munderfing in Oberösterreich wieder ein neues Windrad in Betrieb.
Damit waren Ende 2022 in Oberösterreich 31 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 50,27 MW in Betrieb. Dies blieb seitdem unverändert, zumindest bis Ende 2026, Ende 2024 gab es in ganz Österreich 1451 Anlagen mit einer gesamten Leistung von 4028 MW, d. h. 2,1 % der Anlagen und 1,2 % der Leistung Österreichs befanden sich in Oberösterreich. Für eine Übersicht über die Verteilung der Windkraft in Österreich siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel Windenergie.
Ausbau und Rahmenbedingungen der Windenergie in Oberösterreich
In Oberösterreich gingen 1996 zwei der ersten größeren Anlagen Österreichs in Betrieb, seinerzeit war das Land technologisch führend. In den späteren 2000er Jahren wurden keine weiteren Windkraftwerke mehr errichtet, und das Bundesland befindet sich inzwischen im unteren Mittelfeld des Ausbaues. Erst 2014 gingen wieder fünf Anlagen ans Netz. land-oberoesterreich.gv.at > Themen > Umwelt > Energie > Windkraftmasterplan Oberösterreich (Stand 2014, abgerufen am 9. Januar 2016). Es gibt (Stand Anfang 2016) 11 Windparks und einzelstehende größere Windräder, mit zusammen 28 Anlagen. Sie haben eine Gesamt-Nennleistung von um die gut 40 MW und einer jährlichen Stromerzeugung von etwa 72 Gigawattstunden in Betrieb, was etwa einem kleineren Flusskraftwerk wie an Enns oder Traun oder einem der großen ostösterreichischen Windparks entspricht.
Das realisierbare Potential beträgt für Oberösterreich über die ganze Landesfläche nur etwa 10 % dessen des Burgenlandes, sodass Windkraft hier insgesamt eine vergleichsweise geringe Rolle spielt.Vgl. etwa Die jährliche mittlere Windgeschwindigkeit beträgt in den ausgesetzteren Hügellagen nur 5–6 m/s, nur vereinzelt in den Gipfellagen von Hausruck und Böhmerwald 6–7 m/s (wie im Raum zwischen Neusiedlersee und Weinviertel flächendeckend),Vergl. Gregori Stanzer, Österreichisches Institut für Raumplanung: Windenergieanlagen auf Waldstandorten. Status Quo und Planungsinstrumente in Österreich. (PDF; 5,4 MB) Präsentation, Länderübergreifende Fachtagung, München, 24. Juni 2015; insb. Karten Windkraft in Österreich: Mittlere Windgeschwindigkeit, Fol. 2; und Windkraftmasterplan Oberösterreich, Karte, Fol. 14 (oir.at, abgerufen am 7. Januar 2016). also an der Grenze der Wirtschaftlichkeit.Vergl. hierzu → Artikel Windkraftanlage: Energieangebot und -ertrag: Ertrag.
Eine Besonderheit in Oberösterreich sind die Wald-Windkraftwerke, die auf relativ hohen Türmen mitten im Wald an mittelgebirgigen Graten stehen, und einen vergleichsweise geringen Landschaftsverbrauch haben, so der 100-m-Turm am Steiglberg im Kobernaußerwald, die 105-m-Anlagen Sternwald im Mühlviertel, und die 5 140-m-Türme bei Munderfing im Kobernaußerwald. Auch etliche geplante Standorte befinden sich im kollinen und montanen Nutzwald. Ebenenlagen wie in Ostösterreich werden kaum genutzt. Die alpineren Berggebiete sind in Oberösterreich Sperrzone – anders als etwa in der Steiermark, wo es umgekehrt ist.
Windmasterplan Oberösterreich 2011 wurde von der Oberösterreichischen Landesregierung der Windmasterplan OÖWindkraftmasterplan Oberösterreich. Amt der Oö. Landesregierung – Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft – Abteilung Umweltschutz: land-oberoesterreich.gv.at > Umwelt > Energie beschlossen, er trat per am 27. Juni 2011 in Kraft. Eine Arbeitsgruppe Windenergie unter der Leitung der Energiewirtschaftlichen Planung in der Abteilung Umweltschutz ermittelte alle aussichtsreichen und indiskutablen Standorte. Mitberücksichtigt wurde dabei Studie Windanalyse OÖ der Energie AG, die vom Land gefördert worden war. Für die weitere Standortplanung wurden Vorrangzonen und Ausschlusszonen definiert: land-oberoesterreich.gv.at Vorrangzonenstandorträume sind Gebiete Arbeitsgruppe Windenergie; Karte, Jänner 2012 (land-oberoesterreich.gv.at). Ausschlusszonen umfassen beispielsweise die wichtigen Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutzgebiete und -zonen, wie Nationalpark, UNESCO-Welterbe, Gewässerufer, Vogelzug- und Wildtierkorridore, einschließlich aller Lagen über einer Seehöhe von 1.600 m (damit sind etwa der gesamte innere Alpenraum, Böhmerwald und Freiwald/Weinsbergerwald vollständig erfasst), aber auch zahlreiche Kernsiedlungsräume (insbesondere im Linz–Welser Zentralraum durch die Flugplätze)Windkraftmasterplan Ausschlußzone. (PDF; 3,2 MB) Arbeitsgruppe Windenergie; Karte, Jänner 2017 (land-oberoesterreich.gv.at; mit Angabe der 15 konkreten Ausschlusskriterien). Einige Gebiete in konkreterer Planung verblieben als potentielle Standorträume, in denen eine Einzelfallentscheidung ansteht. Sonst wurde nahegelegt, vorhandene Standorte weiter auszubauen und, , Mindestabstände von 10 Kilometer zwischen Windparks einzuhalten.
Der Windkraft-Masterplan aus 2011 wurde 2017 überarbeitet und weist seitdem nur mehr Ausschlusszonen und keine Vorrangzonen mehr aus.
Standorte Übersicht Name Baujahr Gesamt-leistung (MW) Anzahl Typ (WKA) Ort Bezirk Koordinaten Projektierer / Betreiber Bemerkungen Windkraftanlagen EberschwangWindpark Eberschwang, abgerufen am 6. Februar 2016. 1996 1,0 2 Enercon E-40/5.40 (2×) Walling RI Windkraft Innviertel erster größerer Windkraftstandort Österreichsdavor waren nur 5 Einzelanlagen unter 250 kW in Betrieb; Adam und Eva, die 1. großen WKA in Österreich. windkraft-innviertel.at Windkraftanlagen Schenkenfelden 1998 1,2 2 NEG Micon NM48/600 (2×) Schenkenfelden UU Future Energy Windkraftanlage SchernhamWindkraftanlage Schernham, abgerufen am 6. Februar 2016. 2002–2003 1,8 1 Enercon E-66/18.70 (1×) Schernham RI Windkraft Innviertel errichtet auf dem Gelände eines Kieswerkes Windkraftanlagen SpörbichlWindpark Spörbichl, abgerufen am 6. Februar 2016. 1999 1,32 2 Vestas V47-660kW (2×) Spörbichl FR Neue Energie Windkraftanlage Steiglberg 2002 2,0 1 Vestas V80-2MW (1×) Stelzen RI Kobernaußerwald Energie errichtet an der Kobernaußer Straße Windkraftanlagen Steindlberg 2001 1,32 2 Vestas V47-660kW (2×) Rödham SD ENERGIE von A bis Z Windpark LaussaWindpark Laussa, abgerufen am 6. Februar 2016. 1996 1,8 3 Tacke TW 600 (3×) Plattenberg SE Energie AG war bei der Errichtung der größte Windpark Österreichs und der höchstgelegene Europas Windpark Munderfing Gemeinde Munderfing, abgerufen am 18. Juli 2025 2013–20142022 18,6 6 Vestas V112-3.0MW (5×)Vestas V136-3.6MW (1×) Munderfing BR EWS Consulting GmbH / Windpark Munderfing GmbH (Gemeinde Munderfing, Energie AG, Energiewerkstatt GmbH) errichtet im Kobernaußerwald, erster Windpark in mehrheitlichem Gemeindebesitz in Österreich Windpark Oberrödham abgerufen am 6. Februar 2016 1997 1,98 3 Vestas V47-660kW (3×) Oberrödham SD Energie AG Windpark SternwaldWindpark Sternwald, abgerufen am 6. Februar 2016.Windpark Sternwald wird erweitert, abgerufen am 6. Februar 2016. 2003 2005 2015–2016 20,0 9 Vestas V80-2MW (1×) Vestas V90-2MW (6×) Vestas V112-3.0MW (2×) Sternwald UU WEB Windenergie, STERNWIND errichtet unmittelbar an der tschechischen Grenze, Erweiterung im Bau
Planungszonen Windenergie Die 27 Vorrangzonen- und 4 potentiellen Standorträume des Windmasterplans OÖ sind: VZ … Vorrangzonenstandortraum, pS … potentieller Standortraum laut Windmasterplan Geb. … Gebiet: Raumeinheit nach NaLa Gem. … Standortgemeinden A. … installierte Einzelanlagen; geklammert: in Bau MW … installierte Gesamt-Nennleistung in MW; geklammert: in Bau seit … Gebiet erschlossen seit Stand: 10/2013 Zone Geb. Gem. A. MW seit VZ Auwald Mondseer Flyschberge Nußdorf a. A., Oberwang, Straß i. A. – – VZ Eckelsberg Almtaler und Kirchdorfer Flyschberge Grünburg, Nußbach – – VZ Eibling Enns- und Steyrtaler Voralpen Molln – – VZ Großtraberg Südliche Böhmerwaldausläufer Bad Leonfelden, Vorderweißenbach – – VZ Hausruckwald Nord Hausruck und Kobernaußer Wald Eberschwang, Pramet 2 1,0 VZ Hausruckwald Süd Hausruck und Kobernaußer Wald Ampflwang i. H. – –Pläne für drei Windräder in Hausruck-Nord. OÖ Nachrichten, 21. Januar 2013; Drei Windräder auf Höhenrücken in Eberschwang und Pramet geplant. OÖ Nachrichten, 15. Oktober 2013; VZ Hirschbach im Mühlkreis Leonfeldner Hochland Schenkenfelden – – VZ Hirschwaldstein Enns- und Steyrtaler Voralpen Grünburg, Micheldorf i.Oö. – – VZ Hochsalm Salzkammergut-Voralpen Grünau i. A., Micheldorf i.Oö., Scharnstein, Steinbach a. Z. – – VZ Hongar Traun- und Atterseer Flyschberge Altmünster, Aurach a.H., Pinsdorf, Regau – – VZ Kobernaußerwald Nord Hausruck und Kobernaußer Wald Lohnsburg a.K., Waldzell 1 2,0 VZ Kobernaußerwald Süd Hausruck und Kobernaußer Wald Pöndorf – – VZ Kobernaußerwald West Hausruck und Kobernaußer Wald Lengau, Munderfing 6 18,0 VZ Kronstorf West Unteres Enns- und Steyrtal Hargelsberg, Kronstorf – – VZ Laussa Enns- und Steyrtaler Flyschberge Garsten, Großraming, Laussa, Maria Neustift, St. Ulrich b.St. 3 1,8 VZ Ottenschlag im Mühlkreis Nord Leonfeldner Hochland / Zentralmühlviertler Hochland Ottenschlag i.Mkr. – – VZ Ranna Südliche Böhmerwaldausläufer Pfarrkirchen i.Mkr. – – VZ St. Roman Sauwald Kopfing i.I., St. Roman – – VZ Saurüssel Mondseer Flyschberge Oberwang, St. Georgen i. A., Straß i. A., Tiefgraben, Weißenkirchen i. A., Zell am Moos – –Bundesforste wollen Windpark am Saurüssel errichten. In: Oberösterreichische Nachrichten online, nachrichten.at, 19. Januar 2015; Information Windparks. rettet-das-salzkammergut.info, 13. Juli 2015; Umstritten ist dieser Windpark besonders wegen der geplanten Anlage auf dem am Zellersee gegenüberliegenden Kolomannsberg im Land Salzburg, der diese Tourismusregion beiderseits landschaftlich prägen würde; vgl. salzachwind.at, abgerufen am 9. Januar 2016. VZ Sauwald Sauwald Engelhartszell a. d. D., Vichtenstein – – VZ Schachawald Inn- und Hausruckviertler Hügelland Moosbach – –ein Projekt mit 4 Anlagen wurde aber 2012 von der Gemeinde Moosbach abgelehnt. Bericht der OÖ Nachrichten, von Dieter Seitl, zitiert in windstill.at Am 19. Juni 2012 VZ Schalchen Inn- und Hausruckviertler Hügelland Altheim, Treubach – – VZ SchneebergSchneeberg und Sonnkogel/Hohe Dirn Enns- und Steyrtaler Voralpen Losenstein, Molln, Reichraming, Ternberg – –Projekt Sonnkogel/Schneeberg der Energie AG; , energieag.at, 19. März 2013. VZ Sternwald Ost Böhmerwald Vorderweißenbach – – VZ Sternwald Nord Böhmerwald Schönegg, Vorderweißenbach 7 14,0 VZ Siebererwald Hausruck und Kobernaußer Wald Pfaffing – – VZ Ternberg West Enns- und Steyrtaler Voralpen Steinbach a.d.St., Ternberg – – pS Eiskogel Ost Almtaler und Kirchdorfer Flyschberge Inzersdorf i.Kr., Pettenbach, Steinbach a. Z. – –Windpark Eiskogel: geplant wären 7 Enercon E82 (2,3 MW, H 98 m, Ø 82 m); ; „Eiskogel“ auf dem Prüfstand. Franz Staudinger in meinbezirk.at, 9. Februar 2012 pS Eiskogel West Almtaler und Kirchdorfer Flyschberge Pettenbach, Steinbach a. Z. – – pS Reichraming SüdFahrenberg und Mittereck Enns- und Steyrtaler Voralpen Großraming, Reichraming – –Projekt Fahrnberg/Mittereck der Energie AG; , energieag.at, 19. März 2013. pS Stubau–Feichteck Enns- und Steyrtaler Voralpen Gaflenz, Großraming, Maria Neustift, Weyer – –
Geplante und verworfene Standorte
Windpark Silventus: 13 2 MW-Anlagen zwischen Pöndorf, Lohnsburg und St. Johann am Walde; Betreiber: Energiewerkstatt Munderfing, Bundesforste (2011 nicht genehmigungsfähig) Projektbeschreibung 2004–2007, Österreichisches Institut für Raumplanung;
Historisches