Carlos und Elisabeth ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahre 1924 von Richard Oswald mit Conrad Veidt und Dagny Servaes in den Hauptrollen eines unglücklichen Liebespaares.

Handlung Im Mittelpunkt des optisch prunkvoll gestalteten Geschehens steht, in freier Anlehnung an Motive Friedrich Schillers Don Karlos und der Historie, die ebenso leidenschaftliche wie tragische und unglücklich verlaufende Liebe zwischen dem spanischen Infanten und Thronfolger Don Carlos und der Prinzessin Elisabeth von Valois. Beide wurden einst einander versprochen. Doch der königliche Vater des Don Carlos, Philipp von Spanien, versucht das junge Glück mit allen Mitteln zu verhindern, hat er doch ein Auge auf das junge Edelfräulein geworfen.

Seine Motive sind alles andere als edel. Er beansprucht Elisabeth für sich und nimmt sich das Vorrecht, sie nicht nur seinem Sohn unter der Nase wegzuschnappen, sondern sie auch noch – gegen ihren Willen – zu heiraten. Don Carlos und Elisabeth treffen sich auch weiterhin heimlich und hecken einen Plan aus, gemeinsam zu fliehen. Doch der Plan fliegt auf, und König Philipp händigt seinen eigenen Sohn der Heiligen Inquisition aus. Sein Vater weist das eingereichte Gnadengesuch zurück, und so stirbt Don Carlos bei einer grausamen Hinrichtung. Don Philipps Triumph ist nur von kurzer Dauer. Elisabeth ist daraufhin nicht mehr Willens, ohne ihren Geliebten weiterzuleben und folgt Carlos freiwillig in den Tod. Der despotische Monarch bleibt als gebrochener Mann zurück.

Produktionsnotizen und Hintergrund Carlos und Elisabeth – Untertitel: Ein Drama von Liebe und Eifersucht – wurde in den letzten Monaten des Jahres 1923 gedreht. Der Film, bestehend aus einem Vorspiel und fünf Akten, passierte am 20. Februar 1924 die Zensur und wurde am 26. Februar 1924 in den Richard-Oswald-Lichtspielen in Berlin uraufgeführt.

Es handelt sich um den letzten großen Kostümfilm im Rahmen von Oswalds Reihe ebenso kostspieliger wie ausstattungsprächtiger Großproduktionen (Lady Hamilton, Lucrezia Borgia). Nachdem die teure Carlos und Elisabeth-Verfilmung die kommerziellen Erwartungen nicht erfüllen konnte und überdies bisweilen harsch kritisiert wurde, kehrte Oswald anschließend zur Herstellung sehr viel schmaler budgetierter Filme zurück.

Conrad Veidt spielt hier eine Doppelrolle: Im Vorspiel verkörpert er den alten König Karl V., während er im eigentlichen Film den Don Carlos, dessen Enkel, spielt. Veidts massiger Kollege Eugen Klöpfer hat hingegen (optisch betrachtet) Mühe, in jungen Jahren einen glaubwürdigen jungen Infanten Philipp zu geben, während er später den erwachsenen König von Spanien, den Vater von Carlos, darstellt.

Die Filmbauten entwarf O. F. Werndorff, ausgeführt von Josef Junkersdorff. Werndorff zeichnete auch für die Kostümgestaltung verantwortlich.

Kritik Die Filmkritik reagierte auf Oswalds letzten Großfilm unter seinen Stummfilminszenierungen zum großen Teil heftig ablehnend, auch wenn die Schaupracht der Inszenierung bisweilen gelobt wurde.

Starkritiker Herbert Ihering urteilte im Berliner Börsen-Courier scharf: Berliner Börsen-Courier Nr. 98 vom 27. Februar 1924

Iherings Kollege Willy Haas kam im Film-Kurier zu folgendem Schluss: Film-Kurier Nr. 50 vom 27. Februar 1924

In der Lichtbild-Bühne war zu lesen: Lichtbild-Bühne, Nr. 23, vom 1. März 1924

Stefan Großmann urteilte in Das Tage-Buch: Das Tage-Buch, Nr. 10, vom 8. März 1924

Balthasar (d. i. Roland Schacht) schrieb in Das Blaue Heft: Das Blaue Heft, Nr. 7, vom 1. April 1924

Einzelnachweise

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