Das Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid in Wiesentheid ist ein öffentliches (kommunales) Gymnasium mit angeschlossenem Internat und Tagesheim und somit eine Besonderheit im bayerischen Schulsystem. Es erfüllt neben 14 anderen öffentlichen bayerischen Internatsschulen den gesetzlichen Auftrag des Art. 106 BayEUG. Im Schuljahr 2025/26 besuchten 556 Schüler das Gymnasium.

Geschichte Im April 1945 wurde das private Realprogymnasium Wiesentheid auf Initiative des Oberstudienrates Hans Zander gegründet, nach dem später auch die Straße benannt wurde, an der die Schule liegen würde. 1947 begann der Schulbetrieb in Nebenzimmern von Gasthäusern, bis er dann 1949 ins frühere Reichsarbeitsdienstlager verlegt wurde. Zunächst bestanden lediglich drei Klassen.Dieter Krenz: Wiesentheid – Ein Streifzug durch die Geschichte. Wiesentheid 2018, S. 67. 1955 beschloss der Zweckverband Bayerische Landschulheime die Errichtung eines Schülerheimes für 60 Knaben, übernahm 1956 das Realprogymnasium und baute es als neunklassige Oberrealschule aus. Der Name wurde in Steigerwald-Landschulheim geändert.

mini|Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid, Außenansicht Am 1. September 1962 wurde unter Adolf Goetz die erste Erweiterung des Schülerheims beschlossen. Der Umzug in die heutigen Baulichkeiten erfolgte im Jahr 1963.Dieter Krenz: Wiesentheid – Ein Streifzug durch die Geschichte. Wiesentheid 2018, S. 73. Um die Schule legte man ein Neubaugebiet, das Areal „Weihersbrunnen I“ an. Schon im nächsten Jahr wurde das Schülerheim dann zum zweiten Mal erweitert. 1966 wurde der Freistaat Bayern Mitglied des Zweckverbandes Bayrischer Landschulheime und in der Schule wurde der sprachliche Schulzweig eingeführt. 1967 wurde das Schulhaus erweitert und dabei auch die erste Schulturnhalle in Betrieb genommen. 1971 wurde das Schulgebäude ein weiteres Mal erweitert diesmal um die Biologie-, Chemie- und Kunsträume und 1978 dann um eine weitere Schulturnhalle und die Kollegstufenräume. Im selben Jahr wurde auch erstmals ein Kollegstufenabitur durchgeführt und der Tagesheimbetrieb wurde errichtet. 1981 wurden zum ersten Mal Mädchen im Internat aufgenommen und 1985 wurde der sozialwissenschaftliche Schulzweig eingeführt. 1996 fand der Umbau der Zeichensäle, Neubau einer neuen Aula und die Umgestaltung des Pausenhofs statt. 2005 wurde Forum und Tagesheim neugebaut und modernisiert. Darauf wurden 2008 Physik-, Chemie- und Biologieräume neugestaltet. In dem folgenden Jahr wurde unter dem neuen Schulleiter Hilmar Kirch Erziehungsziele Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und Weltoffenheit im Rahmen der Landschulheimpädagogik: Gemeinsam in die Zukunft vorgestellt. Im Jahre 2010 wurden Profilklassen für Realschulabsolventen eingeführt und die Schule gewann erstmals die Auszeichnung Umweltschule. Ergänzung der langjährigen Schulpartnerschaften mit Tschechien (seit 1992), Ukraine (seit 1998) und Frankreich (seit 2006) durch Israel im Jahre 2012. 2014–2018 erhielt die Schule besondere Bezeichnungen wie Offizielle MINT-Schule (2014), Schule mit Internationaler Ausrichtung (2016), Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (2017) und Weltethosschule (2018).

Schule

Die Schule ist eine offene Ganztagsschule und bietet folgende Ausbildungsrichtungen an:

Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG) Sozialwissenschaftliches Gymnasium (SWG) Sprachliches Gymnasium (SG)

Daneben gibt es spezielle Grundschulklassen und eine sogenannte Profil-Klasse, in der Absolventen mit mittlerem Schulabschluss zum Abitur geführt werden.

Über den regulären Fachunterricht hinaus gibt es ein besonderes Nachmittagsangebot (Wahlunterricht) mit einer Vielzahl von Kursen und Arbeitsgemeinschaften.

Internat/Tagesheim

Das Internat kann bis zu 45 Mädchen und 45 Jungen aufnehmen (aktuelle Zahl: 35 Mädchen und 26 Jungen Stand 2025/2026). Die Schülerinnen und Schüler wohnen je nach Jahrgangsstufe in Drei- oder Zweibettzimmern, in der Oberstufe auch in Einzelzimmern. Das Tagesheim kann beliebig viele Schüler aufnehmen. Derzeit sind 49 Mädchen und 57 Jungen im Tagesheim angemeldet (Stand 2025/2026). Von Montag bis Freitag findet nachmittags in den Klassenzimmern eine betreute Studierzeit statt, zu der Lehrkräfte der Schule zur individuellen fachlichen Unterstützung anwesend sind. Neben Betreuung sind auch sportliche und kreative Aktivitäten geplant: Freizeitland Geiselwind, Bowling, Freibad, Weihnachtsmarkt und Weitere.

Kostenstruktur Das angeschlossene Internat des Steigerwald-Landschulheims wird als Einrichtung des Zweckverbands Bayerische Landschulheime betrieben. Ein Schulgeld wird nicht erhoben. Die elterlichen Beiträge beschränken sich auf die reinen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und die pädagogische Betreuung. Damit gehört das Internat am LSH Wiesentheid zu den finanziell günstigen Internatsangeboten in Bayern. Die Internatsschule bietet betreute Studierzeiten, eine durchgehende sozialpädagogische Begleitung sowie ein breites Spektrum an Wahlfächern und Freizeitaktivitäten und ist am Wochenende geöffnet.

Sport Für den Sportunterricht werden den Klassen zwei Turnhallen zur Verfügung gestellt. Für den Sommer gibt es zudem zwei Sportplätze und ebenso viele Volleyballfelder. Durch die gute Lage kann auch der Schlosspark in den Unterricht mit eingebunden werden und bietet somit eine gute Abwechslung zu dem Schulgelände.

Austauschprogramme Das Landschulheim pflegt seit Jahren einige Schüleraustauschprogramme und Schulfreundschaften mit ausländischen Schulen. Diese sind: Der Tschechienaustausch mit dem Gymnázium F. X. Šaldy in Liberec (Kontakt seit 1992) Der Ukraineaustausch mit der 'Schule Nr. 4' in Nowohrad-Wolynskyj (Kontakt seit 1999) Der Frankreichaustausch mit dem Collège Guillaume de Normandie in Caen (Erstbesuch 2016) Der USA-Austausch mit der Highschool in Arcata, Kalifornien

Auszeichnungen

2010 – Kinder und Jugendwettbewerb 2010 – 1. Umweltpreis des Landkreises Kitzingen 2010 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2011 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2012 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2013 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2014 – MINT Schule 2014 – Teilnahmeurkunde Gemeinsam für Afrika 2014 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2015 – Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Umwelt 2015 – 1. Umweltpreis des Landkreises Kitzingen 2015 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2016 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2017 – Mint Schule 2017 – Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage 2017 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2018 – Naturschutzpreis 2018 – Spende an Kindernothilfe 2018 – Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2018 – Weltethos Schule 2019 – Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule 2019 – Zertifikat 16. Internationale JuniorScience Olympiade 2020 – Deutsch-Französisch Partnerschaftspreis 2020 – Umweltschutz in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule 2021 – Berufswahl-Siegel Bayern

Persönlichkeiten Schüler

Oskar Roehler (* 1959), Filmregisseur, Journalist, Autor. Roehler verarbeitete seine Schulzeit in Wiesentheid satirisch im Film Tod den Hippies!! Es lebe der Punk Jürgen Rudolf Gadau (* 1965), Professor für Biologie und Zoologie School of Life Sciences Arizona State University Kai Uwe Tapken (* 1965), Militärhistoriker Barbara Becker (* 1969), Politikerin, MdL Sandra Ellena (* 1973), SprachwissenschaftlerinSandra Ellena. Neuphilologisches Institut – Romanistik, Universität Würzburg Harald Pfeiffer (* 1974), Physiker Leslie Clio (* 1986), Pop-Sängerin Steffen Mix (1989–2017), Fußballschiedsrichter Philipp Grimm (* 1992), Sportschütze

Lehrer

Helmut Nennmann (* 1949), Maler und Grafiker Axel Weiß (* 1958), Grafikdesigner, Illustrator und Kunstpädagoge

Siehe auch Liste der Bildungseinrichtungen im Landkreis Kitzingen

Weblinks

Website des Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid

Einzelnachweise

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