mini|hochkant|Marie Lavoisier und ihr Mann, Porträt von Jacques-Louis David 1788

Diese Liste von Chemikerinnen enthält bekannte Wissenschaftlerinnen mit dem Schwerpunkt auf dem Gebiet der Chemie, Biochemie und Pharmakologie, ohne die Schwerpunkte Medizin, Gentechnik, Zellbiologie oder Molekularbiologie (etwa Rita Levi-Montalcini) oder Chemikerinnen, die vor allem auf anderem Gebiet wie Politik (Margaret Thatcher), Literatur oder Sport (Jelena Wladimirowna Petuschkowa) bekannt sind.

Liste bekannter Chemikerinnen

A mini|hochkant|Frances H. Arnold

Barbara Albert (* 1966), Prof. an der TU Darmstadt, Festkörperchemie, 2012/13 Präsidentin der GDCh Katharina Al-Shamery, Prof. für Physikalische Chemie in Oldenburg Anna von Dänemark (1532–1585), Kurfürstin von Sachsen, befasste sich mit Pharmazie und hatte ein eigenes Labor Frances H. Arnold (* 1956), Prof. am Caltech, Biochemie, Gerichtete Evolution, Chemie-Nobelpreis 2018 Ruth Arnon (* 1933), eigentlich Immunologin, Prof. am Weizmann-Institut, synthetische Antigene, Medikament gegen Multiple Sklerose (Copaxone)

B mini|hochkant|Jacqueline K. Barton

Maria Bakunin (1873–1960), russischstämmige italienische Chemikerin und Biologin, Tochter von Michail Bakunin, promovierte in Neapel in Chemie, ab 1912 Professorin für Angewandte Chemie am dortigen Polytechnikum, befasste sich auch mit Geologie (Vesuvausbrüche, Ölschiefer). Sie baute mit Benedetto Croce nach dem Zweiten Weltkrieg die Accademia Pontaniana wieder auf und war deren Präsident. Tante des Mathematikers Renato Caccioppoli. Jacqueline Barton (* 1952), Prof. am Caltech, DNA-Chemie Marianne Baudler (1921–2003), Prof. für Anorganische und Analytische Chemie in Köln. Phosphor-Chemie. Alfred-Stock-Gedächtnispreis. Annette Beck-Sickinger (* 1960), Biochemie, Prof. in Leipzig. Margot Becke-Goehring (1914–2009), Professorin in Heidelberg und 1966 erste Rektorin einer Hochschule in Westdeutschland. Direktorin des Gmelin-Instituts. Ruth Benerito (1916–2013), Forschungszentrum des US-Landwirtschaftsministeriums in New Orleans, knitterfeste Baumwolle Ruth Benesch (1925–2000), untersuchte mit ihrem Mann Reinhold Benesch wie Hämoglobin Sauerstoff im Körper freisetzt (hoher Kohlendioxidgehalt als Auslöser). Carolyn Bertozzi (* 1966), Prof. Berkeley, Biochemie, Molekular- und Zellbiologie. Sie führte den Begriff bioorthogonale Reaktion ein und entwickelte dafür erste Reaktionen. Click-Chemie. Nadja-Carola Bigall (* 1979), Physikalische Chemie, Universität Hannover, Aufbau von Überstrukturen aus Nanopartikeln mit speziellen Eigenschaften zum Beispiel für Sensoren Pamela J. Bjorkman (* 1956), Prof. am Caltech, Röntgenkristallographie des Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) Donna Blackmond (* 1958), Prof. am Scripps Research Institute, asymmetrische Katalyse, chemische Kinetik, biologische Homochiralität, ursprünglich Chemieingenieurin Filomena Nitti Bovet (1909–1994), italienische Pharmakologin, Tochter von Francesco Saverio Nitti, verheiratet mit Daniel Bovet, mit dem sie am Institut Pasteur in Paris und in Rom zusammenarbeitete. Veröffentlichte unter Bovet oder Nitti-Bovet Silvia Braslavsky (* 1942), MPI für Strahlenchemie, befasst sich mit Photochemie Angela Hartley Brodie (1934–2017), Biochemie, Mittel gegen Brustkrebs (Aromatase-Hemmer) Lucia de Brouckere (1904–1982), belgische Chemikerin, promovierte in Brüssel, wo sie auch an der Universität lehrte (Chargé de Cours 1937, als erste Frau in der Faculté de Sciences in Brüssel) Rachel Fuller Brown (1898–1980), entwickelte mit Elizabeth Lee Hazen Nystatin Marie Buckwitz (1890–1951), eine der ersten Frauen, die in Wien als Chemikerin promovierten Edith Bülbring (1903–1990), deutschstämmige Pharmakologin in Oxford Cynthia J. Burrows (* 1953), Chemie von Nukleinsäuren und oxidativen Schäden an DNA, Professorin an der University of Utah, Willard Gibbs Medal.

C mini|hochkant|Sabine Stuart de Chevalier, Discours Philosophique, 1781 mini|hochkant|Marie Curie 1903

Mary L. Caldwell (1890–1972), US-amerikanische Biochemikerin, Prof. Columbia University, untersuchte Amylasen Emma P. Carr (1880–1972), US-amerikanische Chemikerin, untersuchte die Doppelbindung mittels Ultraviolettspektroskopie, erste Preisträgerin der Garvan-Olin-Medaille Emily Carter (* 1960), promovierte 1987 am Caltech in Chemie, war Prof. an der UCLA und seit 2004 in Princeton, Gründungsdirektorin des Andlinger Center for Energy and Environment, Mitglied der National Academy of Sciences, Theoretische Chemie, Quantenchemie Marjorie C. Caserio (1929–2021), britisch-US-amerikanische Chemikerin, Prof. an der UCI und UCSD für Organische Chemie; Arine, Allene und organische Schwefelverbindungen Yvette Cauchois (1908–1999), französische Physiko-Chemikerin, Spektroskopie, Schülerin von Jean Perrin, promovierte 1933 in Paris. Professorin für Physikalische Chemie in Paris Sylvia T. Ceyer (* 1953), Prof. am MIT, Physikalische Chemie, Oberflächenchemie Asima Chatterjee (1917–2006), indische Chemikerin, Prof. in Kalkutta, Alkaloide Sabine Stuart de Chevalier, französische Autorin eines alchemistischen Buches Discours philosophique… aus dem 18. Jahrhundert Uma Chowdhry (* 1947), ehemalige CTO von DuPontChemical Heritage Foundation: In: chemheritage.org. Abgerufen am 30. September 2020 (englisch). Barbara von Cilli († 1451), Kaiserin als Ehefrau von Sigismund, hatte einen Ruf als Alchemistin, soll aber dabei getäuscht haben. Mildred Cohn (1913–2009), Biochemikerin, erhielt die National Medal of Science, Einsatz von NMR für das Studium von Enzymreaktionen, besonders mit ATP Catherine Coleman (* 1960), Chemikerin und NASA-Astronautin Gerty Cori (1896–1957), Nobelpreis für Physiologie und Medizin 1947, Biochemie, wichtige Arbeiten zum Zucker-Stoffwechsel, teilweise mit ihrem Mann Carl Ferdinand Cori Isabella Cortese, 16. Jahrhundert, Autorin des Chemie-Kochbuchs I secreta de la Signora Isabella Cortese (Venedig 1561), möglicherweise aber ein Pseudonym Erika Cremer (1900–1996), Professorin in Innsbruck, entwickelte die Adsorptionsgaschromatographie Dorothy Crowfoot-Hodgkin (1910–1994), Nobelpreis für Chemie 1964, Röntgenstrukturanalyse komplexer Biomoleküle wie Insulin Marie Curie (1867–1934), Nobelpreis für Physik 1903 und für Chemie 1911, Radiochemie

D Marcetta Darensbourg (* 1942), Prof. Texas A&M University, bioanorganische und metallorganische Chemie, zum Beispiel biomimetische Katalysatoren für Bio-Brennstoffzellen, Willard Gibbs Medal Viktoria Däschlein-Gessner (* 1982), Anorganikerin an der Ruhr-Universität Bochum Margaret Oakley Dayhoff (1925–1983), Prof. an der Georgetown University, Theoretische Chemie, Pionierin der Bioinformatik Stefanie Dehnen (* 1969), Prof. am Karlsruher Institut für Technologie, Anorganische Chemie, Direktorin des Instituts für Nanotechnologie Anne Dell (* 1950), australische Chemikerin, NMR- und Massenspektrometrie von Kohlenhydraten, Glykobiologie, Professorin am Imperial College London Christiane Dietrich-Buchecker (1942–2008), Universität Straßburg, war an den grundlegenden Arbeiten von Jean-Pierre Sauvage zur Catenan-Synthese von 1983 und der ersten Synthese eines Kleeblattknoten-Moleküls 1989 beteiligt Ewine van Dishoeck (* 1955), Prof. in Leiden, Kosmochemie Jennifer A. Doudna (* 1964), Prof. in Berkeley, Biochemie, Struktur Ribozyme Birgit Drießen-Hölscher (1964–2004), Prof. in Paderborn, homogene Katalyse Tracy Caldwell Dyson (* 1969), Chemikerin und NASA-Astronautin

E mini|hochkant|Gertrude Belle Elion

Ingeborg Eichler (1923–2008), Pharmakologin, setzte in Österreich die Verschreibungspflicht für Contergan durch und konnte so die Folgen des Contergan-Skandals in Österreich stark eingrenzen Odile Eisenstein (* 1949), französische Chemikerin, promovierte 1977 bei Lionel Salem und Nguyên Trong Anh an der Universität Paris-Süd, Forschungsdirektorin des CNRS und Professorin in Montpellier und an der Universität Oslo. Theoretische organische Chemie mit Arbeiten zu den Felkin-Anh-Regeln. Mitglied der National Academy of Sciences und der Académie des Sciences. Gertrude Belle Elion (1918–1999), Pharmakologin, Nobelpreis, an den Wellcome Laboratorien an vielen bedeutenden Medikamentenentwicklungen beteiligt Irène Elphimoff (Elphimoff-Felkin), französische Chemikerin (theoretische organische Chemie), Ehefrau von Hugh Felkin und deshalb auch Irène Elphimoff-Felkin. Professorin am Institut de Chimie des Substances Naturelles des CNRS in Gif-sur-Yvette. Gladys Anderson Emerson, US-amerikanische Biochemikerin und Ernährungswissenschaftlerin, Forschungen zu Vitamin B und E, University of California, Berkeley und Los Angeles sowie Merck & Co., Inc.

F Marga Faulstich (1915–1998), optische Gläser bei Schott in Jena und Mainz Lieselotte Feikes (1923–2008), Umweltchemikerin, entwickelte bei den Carl-Freudenberg-Werken in Weinheim Verfahren zur Abwasser-Reinigung unter anderem für Gerbereien Claudia Felser (* 1962), Prof. in Mainz, Materialwissenschaften Barbara M. Ferrier (1932–2006), Prof. McMaster University, organische Synthese und Biochemie, Barbaralon und Barbaralan sind nach ihr benannt. Jacqueline Ficini (1923–1988), französische Chemikerin, Organische Chemie und Synthese, studierte in Paris und Angers, promovierte 1952, Post-Doc bei Gilbert Stork, Professorin in Reims und an der Universität Paris VI, u. a. Enzymchemie, Le Bel Preis, Jecker-Preis und Berthelot-Medaille, Ritter der Palmes Academiques und der Ehrenlegion Mary Fieser (1909–1997), Organische Chemie, schrieb bekannte Lehrbücher mit ihrem Ehemann Louis Fieser Edith M. Flanigen (1929–2026), Zeolith-Forschung, Chemikerin bei Union Carbide, synthetische Smaragde, erhielt als erste Frau die Perkin Medal Marye Anne Fox (1947–2021), US-amerikanische Chemikerin (physikalische organische Chemie). War Chief Executive der North Carolina State University in Raleigh und Kanzlerin der University of California, San Diego. Erhielt 2010 die National Medal of Science. Joanna Fowler (* 1942), Kernchemie, Neurowissenschaften, entwickelte Tracer für Positronen-Emissions-Tomographie des Gehirns Rosalind Franklin (1920–1958), Röntgenkristallographie von DNA, ihre Messergebnisse ermöglichten James D. Watson und Francis Crick ihren Durchbruch, waren aber ohne Wissen von Franklin, die beim Nobelpreis an Watson und Crick leer ausging, diesen zugänglich gemacht worden. Helen Free (1923–2021), entwickelte Diabetes-Selbsttests an den Miles Laboratories (jetzt zu Bayer gehörig), Chemical Pioneer Award Cynthia M. Friend (* 1955), Prof. in Harvard, Oberflächenchemie und Katalyse Anna-Charlotte Frölich (1907–?), Abteilungsleiterin Chemie KWI Tierzuchtforschung Katharina Fromm (* 1968), Bioanorganische Chemie des Silbers; Rektorin der Universität Freiburg im Üechtland, Schweiz

G Tanja Gaich (* 1980), Professorin in Konstanz, Totalsynthese von Naturstoffen, u. a. Chemiepreis der Akademie der Wissenschaften Göttingen. Marika Geldmacher-von Mallinckrodt (1923–2016), forensische Toxikologin, Professorin in Erlangen. Klärte Abbau von E 605 (Parathion) im Körper, früher ein beliebtes Gift Elisa Ghigi (1902–1987), Prof. organische Chemie in Bologna Lila M. Gierasch (* 1948), US-amerikanische Biochemikerin und Biophysikerin, Prof. University of Massachusetts Amherst, Forschungsschwerpunkt Proteinfaltung Lynn Gladden (* 1961), Chemieingenieurin, Prof. in Cambridge, Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), Bakerian Lecture, CBE, Fellow der Royal Society Ellen Gleditsch (1879–1968), norwegische Chemikerin, Assistentin bei Marie Curie Jenny P. Glusker (* 1931), britische Biochemikerin, Prof. University of Pennsylvania. Enzyme, Röntgenkristallographische Untersuchungen u. a. von Karzinogenen und Anti-Tumor-Wirkstoffen. Schülerin von Dorothy Crowfoot-Hodgkin.