mini|Axel Ranisch (2016) Axel Ranisch (* 30. Juni 1983 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Film- und Opernregisseur, Autor, Schauspieler und Produzent.

Leben Axel Ranisch wurde 1983 im Ost-Berliner Bezirk Lichtenberg geboren und wuchs im Ortsteil Fennpfuhl auf. Im Jahre 2003 machte er sein Abitur. Schon davor, im Juni 2002, hatte er seinen ersten Kurzfilm realisiert. In den folgenden sieben Jahren entstanden etwa 80 Kurzfilme in Eigenregie und einige weitere unter seiner Mitwirkung als Darsteller, Autor, Filmkomponist oder Filmeditor. Noch parallel zum Abitur begann Ranisch eine Ausbildung in Medien- und Theaterpädagogik an der brandenburgischen DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin, die er im Frühjahr 2004 abschloss. Seitdem leitete er zahlreiche Projekte als Medienpädagoge.

Axel Ranisch studierte dann von 2004 bis 2011 an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Regie.Axel Ranisch persönliche Website, abgerufen am 12. September 2023 Seine dort entstandenen Filmwerke sind auf über hundert kleinen und größeren Filmfestivals gezeigt worden (darunter die Werkstatt der Jungen Filmszene) und wurden in regelmäßigen Abständen mit Auszeichnungen bedacht. Einen ersten größeren Erfolg landete Axel Ranisch mit seinem Diplomfilm Dicke Mädchen, durch den er zum Exponenten des German Mumblecore wurde. Mit seiner Großmutter Ruth Bickelhaupt (1921–2022)Biografie auf der Film-Homepage dickemaedchen.com. Abgerufen am 10. Juli 2017 in der Hauptrolle und den beiden Schauspielern Heiko Pinkowski und Peter Trabner an ihrer Seite, improvisierten sie ohne Filmteam und Budget in nur zehn Drehtagen eine Tragikomödie, die im Oktober 2011 ihre Premiere bei den Hofer Filmtagen feierte und auf zahlreichen nationalen und internationalen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet wurde. Zudem beendete Axel Ranisch sein Regiestudium dank dieses Films mit Auszeichnung. Im November 2012 kam Dicke Mädchen im Verleih von MissingFILMs bundesweit in die Deutschen Kinos. Im selben Jahr gründete Ranisch mit seinen Kommilitonen Dennis Pauls und Anne Baeker sowie dem Schauspieler Heiko Pinkowski die gemeinsame Produktionsfirma Sehr gute Filme.Offizielle Website der Produktionsfirma Sehr gute Filme

Zusammen mit den Regisseuren Tom Tykwer, Chris Kraus, Robert Thalheim und Julia von Heinz drehte Ranisch den Dokumentarfilm Rosakinder (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim: „Rosa hat mir Mut gemacht, mich auf ein Treppchen gestellt und wieder runtergeholt, mir Vertrauen geschenkt, mich gefördert und gefordert, den Weg in die Filmbranche geebnet, mich angestachelt, unter Druck gesetzt, mich wütend gemacht, zum Lachen gebracht, nie im Stich gelassen und getröstet, wenn ich Hilfe brauchte. Für mich hätte es keinen besseren Professor als ihn geben können und deshalb wird er es auch für immer bleiben: mein Prof. Rosa von Praunheim.“

2013 inszenierte Ranisch seinen ersten Opernabend (The Bear von William Walton & La voix humaine von Francis Poulenc) an der Bayerischen Staatsoper in München. Zudem startete sein Debütfilm Ich fühl mich Disco am 31. Oktober 2013 bundesweit in den deutschen Kinos und wurde erneut national und international mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Am 25. September 2014 feierte in der Orangerie von Schloss Herrenhausen in Hannover, im Rahmen der KunstFestSpiele Herrenhausen, die Komische Oper George von Elena Kats-Chernin ihre Welturaufführung. Ranisch war in dieser Produktion nicht nur für die Inszenierung verantwortlich, er verfasste auch das Libretto. Im Frühjahr 2018 inszenierte Ranisch sein erstes Theaterstück Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse nach Christine Nöstlinger am Theater an der Parkaue.

Im gleichen Zeitraum erschien im Ullstein Verlag sein erster Roman Nackt über Berlin, der den mit 2.222 Euro dotierten Debütpreis der lit.Cologne 2018 erhielt.Debütpreis für Axel Ranisch, Börsenblatt vom 19. März 2018, abgerufen am 18. September 2018 Die Bühnen Halle sicherten sich früh die Lizenz für eine Bühnenbearbeitung, und bereits am 16. September 2018 fand die Uraufführung als erste Musiktheaterpremiere der Saison unter großem Zuspruch der Kritiker statt. Die dreistündige Inszenierung von Henriette Hörnigk auf der Opern-„Raumbühne“ sei „ein Pointenfeuerwerk mit Tiefgang, eine Art böses Tschick“, kommentierte Matthias Schmidt auf Nachtkritik.Nackt über Berlin – Henriette Hörnigk inszeniert den Roman von Axel Ranisch in der neuen Raumbühne der Oper Halle, nachtkritik.de vom 16. September 2018, abgerufen am 18. September 2018Roland H. Dippel: Knallbunte Schicksale – Axel Ranischs „Nackt über Berlin“ im Opernhaus Halle, Rezension in der Neuen MusikZeitung vom 18. September 2018, abgerufen am 18. September 2018

Zu Axel Ranischs wichtigsten Lehrern und Mentoren gehören der bildende Künstler Ricardo Zamora, der Filmemacher Rosa von Praunheim, die Pädagogin und Autorin Annelie Streit, der Publizist und Schriftsteller Gerhard Dahne und der langjährige Leiter der Berliner Bildungsstätte Wannseeforum, Moritz von Engelhardt.

Nach einer Gastprofessur im Jahr 2022 ist Axel Ranisch seit 2023 Lehrkraft für besondere Aufgaben, Bewegtbild/Künstlerischer Film an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken (HBKsaar) und unterrichtet im Studiengang Media Art Design die Studierenden des Filmateliers von Professorin Cho Sung-hyung.

Ranisch ist offen homosexuellIch glaube an Augenblickszauber. Interview im Tagesspiegel und lebt in Berlin. Im Jahr 2016 hat Ranisch seinen langjährigen Partner, den Autor Paul Norman Zacher, geheiratet, mit dem er auch gelegentlich zusammenarbeitet.

Filmografie (Auswahl)

Theater und Oper 2009: A Clockwork Orange von Anthony Burgess am Brandenburger Jugendtheater, Co-Regie, zusammen mit Christiane Ziehl 2013: The Bear von William Walton & La voix humaine von Francis Poulenc an der Bayerischen Staatsoper (Spielstätte: Kino Theatiner Film) 2014: George (UA) Komische Oper in drei Akten, mit einem Prolog und einem Epilog. Musik von Elena Kats-Chernin, Libretto von Axel Ranisch, eine Produktion von Danya Segal und dem Theater für Niedersachsen in Kooperation mit den Niedersächsischen Musiktagen und den KunstFestSpielen Herrenhausen im Rahmen der Landesausstellung 2014 „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“. 2015: Pinocchio von Pierangelo Valtinoni an der Bayerischen Staatsoper (Spielstätte: Reithalle) 2018: Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse nach Christine Nöstlinger am Theater an der Parkaue 2018: Orlando paladino von Joseph Haydn an der Bayerischen Staatsoper (Spielstätte: Prinzregententheater) 2018: Die Liebe zu drei Orangen von Sergei Prokofjew an der Staatsoper Stuttgart 2019: Mavra von Igor Strawinsky & Jolanthe von Pjotr Iljitsch Tschaikowski an der Bayerischen Staatsoper (Spielstätte: Cuvilliés-Theater) 2020/22: Rigoletto von Giuseppe Verdi an der Opéra National de Lyon, aufgrund der Corona-Pandemie am Tag der Premiere auf März 2022 verschoben. 2021: Il segreto di Susanna von Ermanno Wolf-Ferrari an der Bayerischen Staatsoper (Live-Stream-Reihe Montagsstücke) 2022: Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck an der Staatsoper Stuttgart 2022: 75 Jahre Komische Oper Berlin – Die Gala 2023: Il trittico (Das Triptychon) von Giacomo Puccini an der Hamburgischen Staatsoper 2023: Saul von Georg Friedrich Händel, Komische Oper Berlin 2023: Mutti, was machst du da? von Paul Zacher und Axel Ranisch, Berliner Ensemble 2024: La Cage aux folles, Musical von Harvey Fierstein mit Musik von Jerry Herman, Bühnen Bern 2024: Messeschlager Gisela, Operette von Gerd Natschinski, Komische Oper Berlin 2024: Intermezzo von Richard Strauss, Semperoper 2025: Der Spieler von Sergei Sergejewitsch Prokofjew an der Staatsoper Stuttgart 2025: Aschenbrödels Traum (Märchenoperette) von Martina Eisenreich Uraufführung an der Volksoper Wien 2026: Mokka-Hits und Milchbar-Träume, Musical von Axel Ranisch und Adam Benzwi, Komische Oper Berlin, Uraufführung am 14. Juni 2026Spielplaneintrag bei der Komischen Oper Berlin

Literarische Werke Reuber – Theaterstück für Kinder ab 8 Jahren, Rowohlt Theater Verlag, Berlin 2014. Nackt über Berlin – Roman, Ullstein fünf, Berlin 2018, ISBN 978-3-96101-013-4. Klassik drastisch – Lippenbekenntnisse zweier Musik-Nerds – zusammen mit Devid Striesow, Ullstein fünf, Berlin 2020, Mutti, was machst du da? – Theaterstück (gemeinsam mit Paul Zacher), 2023 Aschenbrödels Traum – Libretto für eine Märchenoperette zur Musik von Martina Eisenreich

Hörfunk 2018/21: Anton und Pepe, 5-teilige Hörspielreihe von Paul Norman Zacher und Axel Ranisch, NDR Kultur seit 2018: Klassik drastisch, Musiksendung von und mit Devid Striesow und Axel Ranisch, Deutschlandfunk Kultur (80 Folgen in 10 Staffeln, sowie zwei Sondersendungen zu Weihnachten)

Auszeichnungen (Auswahl)

Weblinks

Offizielle Website Axel Ranisch bei seiner Künstleragentur Interview in SWR2 Axel Ranisch als Gast im art.aber.herzlich Podcast von Flix und Marvin Clifford

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Person (Film, Berlin) Kategorie:Stipendiat der Villa Aurora Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Hörspielautor Kategorie:Schriftsteller (Berlin) Kategorie:Rosa von Praunheim Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann