mini|hochkant=1|Stolpersteine in der Glockengasse Die Liste der Stolpersteine in der Würzburger Altstadt enthält die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunstprojekts von Gunter Demnig in der Würzburger Altstadt, einem Stadtbezirk Würzburgs, verlegt wurden. Auf jedem der Betonquader mit zehn Zentimeter Kantenlänge, die in den Bürgersteigen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer eingelassen sind, ist auf der Oberseite eine Messingtafel verankert. Diese gibt Auskunft über Namen, Geburtsjahr und Schicksal der Personen, derer gedacht werden soll.
Hintergrund Auf Einladung der Initiatoren der Stolpersteine Würzburg stellte Demnig Ende 2004 sein Projekt Stolpersteine im Würzburger Rathaus vor. Anfang 2005 wurde ein interfraktioneller Antrag in den Würzburger Stadtrat eingebracht, die Verlegung von Stolpersteinen in Würzburg durchführen zu lassen, der mit großer Mehrheit angenommen wurde. Die Finanzierung sollte dabei über Patenschaften erfolgen. Die erste Stolpersteinverlegung erfolgte am 17. Juli 2006. Die Patenschaft für den ersten Stolperstein übernahm die damalige Oberbürgermeisterin Pia Beckmann. Seitdem wurden in 34 Verlegeaktionen 706 Stolpersteine verlegt.
Verlegte Stolpersteine
Im Stadtbezirk Altstadt wurden – unterteilt nach Stadtteilen – an folgenden Stellen Stolpersteine verlegt.
Domviertel
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTE HANNELORE AKSELRAD JG. 1929 DEPORTIERT 1943 ERMORDET IN AUSCHWITZ Büttnerstraße 15 (1929–1943/45) Biografie 120px HIER WOHNTEFANNY ANSBACHER JG. 1922 DEPORTIERT 1943 AUSCHWITZ ERMORDET 1943 Sterngasse 16 (1921–1943) Biografie 120px HIER WOHNTENATHAN ANSBACHER JG. 1925DEPORTIERT 1942 ERMORDET IN AUSCHWITZ (1925–1942/45) Biografie 120px HIER WOHNTE REBEKKA ANSBACHER JG. 1922 DEPORTIERT 1942 ERMORDET IN AUSCHWITZ (1922–1942/45) Biografie 120px HIER WOHNTESELMA ANSBACHER GEB. OBERMEYER JG. 1892 DEPORTIERT 1942 ERMORDET INAUSCHWITZ geb. Obermeyer wurde am 15. Juli 1892 in St. Pölten oder Neulengbach in Österreich geboren. Ihr Vater war Jakob Obermeyer, Professor für semitische Sprachen und Literatur, der ab 1931 als Pfründner im jüdischen Altersheim von Würzburg lebte. Sie heiratete Simon Ansbacher. Das Paar bekam zwei Söhne und zwei Töchter. Selma Ansbacher engagierte sich in der Israelitischen Kultusgemeinde, besuchte regelmäßig Kranke und beherbergte Studenten und Seminaristen. Die Familie flüchtete 1939 nach Belgien, doch bereits im Jahr darauf wurde der Ehemann verhaftet und deportiert. Die Lage der Familie wurde prekär, Selma Ansbacher und ihre Kinder waren auf die Unterstützung sozialer Organisationen angewiesen. Am 15. August 1942 wurden Selma Ansbacher und zwei ihrer Kinder über das SS-Sammellager Mecheln nach Auschwitz deportiert. Sie, ihr Ehemann, beide Töchter und der jüngere Sohn wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.Main-Post: Selma Ansbacher, Sterngasse 16 – ermordet im KZ Auschwitz, 3. März 2007Stolpersteine Würzburg: Selma Shulamit Ansbacher, geb. Obermeyer, abgerufen am 28. Januar 2025