Naci Özkaya (* 1. Juli 1922 in Trabzon; † 7. März 2007 in Istanbul) war ein türkischer Fußballspieler und -funktionär. Durch seine langjährige Tätigkeit für Galatasaray Istanbul wird er sehr stark mit diesem Verein assoziiert. Auf Fan- und Vereinsseiten wird er als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Klubgeschichte bezeichnet.galatasaray.org: "NACİ ÖZKAYA (1923–2007)", abgerufen am 4. November 2013. Während seiner Spielerzeit bei Galatasaray trug er zeitweise auch die Kapitänsbinde. Er war für Galatasaray auch als Co-Trainer, Teammanager und Vereinsfunktionär tätig. Zu Spielerzeiten war er aufgrund seiner blonden Haare unter dem Spitznamen Sarı Naci (dt. Blonder Naci oder Naci der Blonde) bekannt. Er war nach dem Ende seiner Spielerkarriere bei Galatasaray in diversen Position als Vereinsfunktionär tätig und war bis zu seinem Tod Vorstandsmitglied des Vereins.
Spielerkarriere Verein Özkaya startete seine Fußballkarriere als Sechzehnjähriger bei Izmit İttihatspor. Anschließend spielte er für die Vereine Izmit Kağıtspor, Eskişehir Demirspor und Ankara Maskespor.23. November 1981, Milliyet Spor, S. 5 In den 1940er Jahren wechselte er zum Hauptstadtverein MKE Ankaragücü. Da damals noch keine landesübergreifende Liga in der Türkei existierte, bestanden in den Ballungszentren diverse regionale Ligen, von denen die Ankara Futbol Ligi (dt. Fußballliga Ankara) nach der Istanbuler Liga als eine der renommiertesten des Landes galt. Özkaya spielte mit seinem Klub in dieser Liga. Im Sommer 1946 wechselte er innerhalb der Liga zum Stadtrivalen Ankara Demirspor, der Betriebsmannschaft der staatlichen Eisenbahngesellschaft. Mit diesem Verein beendete er die Spielzeit 1946/47 als Meister der Fußballliga Ankara.
In seiner Meisterschaftssaison bei Ankara Demirspor spielte auch eine Spielerlegende von Galatasaray Istanbul, Gündüz Kılıç, ebenfalls bei diesem Verein. Kılıç kehrte im Sommer 1947 zu Galatasaray zurück und berichtete den Galatasaray-Verantwortlichen zuvor von Özkaya. Nach dem Meisterschaftstitel mit Demirspor wurden mehrere Istanbuler Vereine auf Özkaya aufmerksam. Der Traditionsklub Galatasaray Istanbul überzeugt dank Kılıç Özkaya und dessen Verein von einem Wechsel zu den Rot-Gelben. So wechselte Özkaya im Sommer 1948 in die İstanbul Futbol Ligi (dt. Istanbuler Fußballliga). Bei seinem neuen Verein eroberte er sich auf Anhieb einen Stammplatz und wurde mit 15 Einsätzen zusammen mit seinem Teamkollegen Bülent Eken der Spieler mit den meisten Einsätzen für Galatasaray. Die Liga beendete er mit seiner Mannschaft weit abgeschlagenen von der Spitze als Tabellendritter. Özkaya stieg durch seine guten Leistungen zum Saisonende zum türkischen Nationalspieler auf. In seiner zweiten Saison bei Galatasaray errang er mit der Mannschaft die Meisterschaft der Istanbuler Fußballliga.
Zum Frühjahr 1952 wurde die İstanbul Futbol Ligi in die İstanbul Profesyonel Ligi (dt.: Istanbuler Profiliga) überführt und alle namhaften Vereine nahmen fortan an dieser Liga teil. In der ersten Saison dieser Liga erreichte Özkaya den 3. Tabellenplatz hinter dem Erzrivalen Beşiktaş Istanbul die Vizemeisterschaft. Özkaya kam in 14 Spielen zum Einsatz und erzielte vier Tore. Nach einer weiteren Spielzeit für Galatasaray beendete Özkaya im Sommer 1953 seine Fußballspielerkarriere.
Nach dem Ende seiner Spielerkarriere ließ sich Özkaya in Nordzypern nieder und zählte hier zu den Gründern des Vereins Çetinkaya SK. Für diesen Verein war er eine Zeitlang als Spielertrainer tätig. Am 16. Juni 1956 trat er mit einem Abschiedsspiel, in dem Galatasaray auf Dynamo Sofia traf, von der Fußballbühne ab.15. September 1956, Milliyet, S. 6
Nationalmannschaft Nach seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul rückte Özkaya auch in den Fokus der türkischen Nationalmannschaft. So wurde er im Rahmen eines zum 23. April 1948 angesetzten Testspiels gegen die Griechische Nationalmannschaft vom damaligen Nationaltrainer Ignác Molnár das erste Mal in den Kader der türkischen Auswahl berufen. Bei dieser Partie spielte er von Anfang an und gab sein Länderspieldebüt.Griechenland-Türkei 23. April 1948 in tff.org. Fortan gehörte er vier Jahre lang zu den regelmäßig nominierten Spielern und nahm mit der Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1948 teil. Hier erreichte Özkaya mit seinem Team das Viertelfinale und scheiterte in diesem mit einer 1:3-Niederlage an Jugoslawien.
Am 17. Juni 1951 bestritt die Türkei im mit 100.000 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion sein erstes Länderspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft. In diesem Spiel, in dem Özkaya über die volle Spielzeit aktiv war, gewann die Türkei mit 2:1 und sorgte für eine große Überraschung.tagesspiegel.de: "Türkische Fans pilgern nach Potsdam", abgerufen am 10. November 2013.
Im Sommer 1949 nahm Özkaya mit der Türkei am Mittelmeerpokal teil und belegt hinter der zweiten Auswahl der italienischen Nationalmannschaft den zweiten Platz.
Neben seiner Tätigkeit für die A-Nationalmannschaft war Özkaya auch für die B-Nationalmannschaft und die türkische U-21-Nationalmannschaft tätig. In seinen Einsätzen für die letztere Auswahl war er allen Spielern über 21 Jahre alt.
Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 8. Juni 1952 gegen die Spanische Nationalmannschaft. Insgesamt spielte er 16 Mal für die türkische A-Nationalmannschaft.
Trainerkarriere Gegen Ende seiner Spielerkarriere reiste Özkaya nach Nordzypern und verhandelte mit dem dortigen Verein Çetinkaya SK um eine Stelle als Trainer. Beide Seiten einigten sich auf eine Zusammenarbeit, sodass Özkaya im Anschluss an seine Spielerkarriere eine Tätigkeit als Trainer begann.4. Oktober 1953, Milliyet, S. 52. Oktober 1953, Milliyet, S. 5 Die erste Zeit arbeitete er für Çetinkaya als Spielertrainer. Çetinkaya trainierte er bis zum Oktober 1956 und leistete hier Fußballaufbauhilfe.26. Juli 1955, Milliyet, S. 830. Oktober 1954, Milliyet, S. 8 So organisierte er den Verein mit und zählte zu den Gründern des Vereins. Er sorgt dafür, dass Çetinkaya als Vereinsfarben Rot-Gelb wählte, die Vereinsfarben Özkayas alten Verein Galatasaray.
Im Oktober 1956 trat er von seinem Amt als Cheftrainer von Çetinkaya SK zurück und übernahm Gençlik Gücü Türk SK.6. Oktober 1956, Milliyet, S. 6 Diesen Verein trainierte eine unbestimmte Zeit lang.
Im Frühjahr 1959 wurde die landesweit ausgelegte Millî Lig, die heutigen Süper Lig neugegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte in der Türkei keine nationale Liga existiert, sondern nur regionale Ligen in den größeren Ballungszentren, von welchen İstanbul Profesyonel Ligi (dt.: Istanbuler Profiliga) die renommierteste gewesen war. Özkaya übernahm nach der Winterpause der zweiten Spielzeit dieser türkischen Nationalen Liga, der Erstligaspielzeit 1959/60, den Istanbuler Verein Beykozspor. Nachdem er diese erste Saison mit Beykozspor einen Tabellenplatz im unteren Tabellendrittel erreicht hatte, etablierte er Beykoz am Ende der Spielzeit Erstligaspielzeit 1960/61 zur Überraschungsmannschaft der Saison. Die Mannschaft beendete die Saison auf dem 4. Tabellenplatz und erreichte so die bis heute gültige beste Erstligaplatzierung seiner Vereinsgeschichte. Im Juli 1961 trat Özkaya überraschend von seinem Amt als Cheftrainer von Beykozspor zurück.2. Juli 1961, Milliyet, S. 8
Nach seinem Abschied von Beykozspor übernahm er für die anstehende Saison den Liga- und Stadtrivalen Feriköy SK. Von diesem Verein trennte er sich nach 14 Monaten, nachdem einige Vereinsfunktionäre versucht hatten sich in die Mannschaftsplanung und Aufstellung einzumischen. Er wurde durch Necdet Erdem ersetzt.30. Oktober 1962, Milliyet, S. 8
Einen Monat nach seinem Rücktritt bei Feriköy übernahm er mit Karagümrük SK einen anderen Istanbuler Erstligisten.23. November 1962, Milliyet, S. 8 Diesen Verein betreute er in einer Ligapartie. Nachdem der Klub mit ihm aber nach mehreren Wochen den versprochenen Vertrag nicht unterschrieben hatte, verließ er diesen Klub Anfang Dezember 1963 und übernahm stattdessen seinen alten Verein Beykozspor als Cheftrainer.8. Dezember 1962, Milliyet, S. 8
In der Winterpause der Spielzeit 1963/64 trat Gündüz Kılıç von seinem Amt als Cheftrainer von Galatasaray Istanbul zurück und wurde Anfang Januar 1964 durch seinen Co-Trainer Coşkun Özarı ersetzt. Dieser wünschte Özkaya als Co-Trainer.22. Januar 1964, Milliyet, S. 8 Nach diesen Entwicklungen versuchte Özkaya von Beykozspor eine freundschaftliche Freigabe zu bekommen. Da Beykozspor ihm diese lange Zeit verweigert hatte, gab Özkaya Ende Februar 1964 seinen Rücktritt bekannt und übernahm bei Galatasaray das Amt des Co-Trainers.22. Februar 1964, Milliyet, S. 8 Miz seinem früheren Teamkollegen Özarı betreute er Galatasaray bis Ende September 1964 und verließ den Verein, nachdem Özarı vorher seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte.16. August 1964, Milliyet, S. 84. März 1964, Milliyet, S. 8
Im Anschluss an seine Tätigkeit bei Galatasaray begann er den Zweitligisten Manisa Sakaryaspor zu trainieren.14. November 1964, Milliyet, S. 8 Während dieser Zeit geriet er während einer Regelwidrigkeit mit dem Fußballverband in Konflikt und musste sich vor dem Sportstrafkomitee verantworten.4. März 1965, Milliyet, S. 8 Nach diesen Entwicklungen legte er sein Amt bei Manisa Sakaryaspor zurück. Bereits zur nächsten Saison übernahm er im August 1965 den in der Zwischenzeit in Manisaspor umbenannten Verein ein weiteres Mal.31. August 1965, Milliyet, S. 85. September 1965, Milliyet, S. 7 Nach einem Monat trat er aber von seinem Amt wieder zurück.9. September 1965, Milliyet, S. 8