Das Mercedes-Benz-Werk Wörth ist ein Lkw-Montagewerk der Daimler Truck AG in Wörth am Rhein und gilt als das größte Lkw-Werk der Welt., S. 4, abgerufen am 23. Januar 2016. Es hat eine Grundfläche von 2.883.072 m² und eine Gebäudefläche von 627.920 m². Die Tagesproduktion liegt bei bis zu 470 Fahrzeugen (Stand Juli 2018). Ende 2019 arbeiteten 10.326 Mitarbeiter im Werk Wörth. Die reine Produktionsfläche beträgt 480.000 Quadratmeter.
Im Jahr 2025 wurden rund 66.000 Lkw gebaut. Daimler Truck plant in Zukunft in Wörth Produktionsvolumina zwischen 50.000 und 80.000 LKWs und eine Stammbelegschaft von etwa 5300 Mitarbeitern. In einem neuen Werk in Cheb (Tschechien) sollen 1000 Mitarbeiter 25.000 Lastwagen pro Jahr montieren.faz.net 31. März 2026: Daimler Truck baut neue Fabrik in Tschechienwww.daimlertruck.com: Pressemitteilung vom 31. März 2026
Lage und Verkehrsanbindung
mini|Verwaltungsgebäude bei Tor 1 Das Werk befindet sich östlich der Bundesstraße 9 und nördlich der Bundesstraße 10. Es grenzt im Norden an den Hafen Wörth. Die Zufahrt für Pkw und Besucher ist die Daimlerstraße; die Zufahrt für Lkw und Lieferanten ist die Mercedesstraße.Anfahrtsplan Werk Wörth (PDF; 351 kB), abgerufen am 15. November 2013. Das Werk hat einen Gleisanschluss an das Industriestammgleis zwischen dem Bahnhof Wörth und dem Hafen Wörth, der 1964 errichtet wurde. Das Entwicklungs- und Versuchszentrum befindet sich nördlich des Werks zwischen der Bundesstraße 9, der Hafenstraße und der Mobilstraße.www.daimlertruck.com 2025: Entwicklungs- und Versuchszentrum (eVZ) In Maximiliansau zählt das Gelände des ehemaligen Holzhof Schencksüdlich der Bundesstraße 10 zwischen Rhein und dem östlichen Ortsrand zum Werksgelände.
Die Montagehalle ist 1000 m lang und 50 m breit. Das Werk Wörth war 2012 der zweitgrößte Arbeitgeber des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Es liefert Komplettfahrzeuge und CKD-Bausätze in mehr als 150 Länder. In Europa stammte 2012 fast jeder dritte Lastwagen zwischen 6,5 und 16 Tonnen aus dem Mercedes-Benz Werk-Wörth, in Deutschland fast jeder zweite.
Produktion mini|Neu produzierte Mercedes-Lkw auf einer Abstellfläche beim Hafen Wörth. Im Hintergrund der Kamin des zum Werk gehörigen Kraftwerks mini|Der erste und der dreimillionste LKW aus dem Werk Wörth (Juli 2006) In Wörth werden folgende Mercedes-Benz-Lkw hergestellt: Actros: schwere Klasse für den Einsatz im Fernverkehr, im Schwerverkehr und im Bauverkehr Arocs: schwere Klasse für den Einsatz im Baugewerbe Atego: Verteilerverkehr in der Stadt Econic: Kommunal-, Sammel- und Verteilerverkehr Unimog: Geländegängiges Fahrzeug als Geräteträger Zetros: hochgeländegängiger, schwerer Lkw
Econic, Unimog und Zetros gehören zum Produktbereich Sonderfahrzeuge. Dieser hatte 2012 1054 Beschäftigte. Das Produktionsleistungszentrum Wörth hatte 2012 7941 Beschäftigte, die dekonzentrierten Bereiche (inkl. Vertrieb und EVZ) 2956., S. 8, abgerufen am 21. Januar 2014.
Ein Teil der Produktion wird als Teilebausatz (Completely Knocked Down, CKD) ausgeliefert.
2013 liefen täglich bis zu 470 neue Lkw vom Band.
1971 lief in Wörth der 250.000., 1980 der einmillionste Lkw vom Band. 1991 wurde die Zahl von 1,5 Millionen Lkw erreicht. Im Juli 2006 wurde der dreimillionste Lkw ausgeliefert. Die Gesamtproduktion seit 1965 beträgt mehr als 3,6 Millionen Lkw. Rund 60 Prozent der Produktion wird in insgesamt mehr als 150 Länder exportiert.
Geschichte mini|Das Werk von Nordwesten im Jahr 1967 1960 kaufte die damalige Daimler-Benz AG 1,5 Millionen m² Grund bei Wörth für den Bau eines Werks. Ursprünglich war geplant, in Wörth ein Motorenwerk zu errichten, das die Lkw-Werke in Mannheim (für leichte Fahrzeuge zwischen sechs und zwölf Tonnen Gesamtgewicht) und Gaggenau (für schwere Lkw über zwölf Tonnen) beliefern sollte. 1963 beschloss das Unternehmen, das Werk Wörth zum zentralen Lkw-Werk auszubauen und dass die Werke Gaggenau und Mannheim die Lkw-Fertigung und das Werk Sindelfingen die Fahrerhaus-Fertigung nach Wörth abgeben sollten. Geplant war damals eine Produktionseinheit von etwa 200 bis 220 Lkw am Tag und damit rund 50.000 Lkw im Jahr.
Das Werk wurde ab 1962 nach Plänen von Karl Kohlbecker errichtet. 1965 entstand der Verwaltungsneubau, 1966 eine Zentralküche und eine Cafeteria mit Casino.
Am 1. Oktober 1963 begann die Fertigung von Fahrerhaus-Rohbauten in Wörth. Ab Ende 1964 wurden auch komplett lackierte Fahrerhäuser ausgeliefert, ab Frühjahr 1965 Fahrerhäuser einschließlich Innenausbau. Am 14. Juli 1965 rollte der erste komplette Lkw in Wörth vom Band. Es war das Modell Mercedes-Benz Leichter Frontlenker LP 608, eine neue Baureihe von leichten Lkw, die bis 1984 in Wörth gebaut wurde. 1966 wurde bereits die ursprünglich geplante Produktionskapazität erreicht, als der Bau von mittelschweren Lastwagen und die Produktion der Fahrzeugbausätze für den Versand in andere Montagewerke hinzukamen.
1972 wurde das neue zentrale Ersatzteillager Nutzfahrzeug-, Omnibus- und Unimog-Teile in Wörth eingerichtet. 1976 war ein Hochregallager fertiggestellt. 1990 wurde in Germersheim das Global Logistics Center (GLC) in Betrieb genommen und Teile des Lagers aus Wörth nach Germersheim verlegt. Nach 1991 wurden rund 4000 Arbeitsplätze abgebaut., in: brand eins, Ausgabe 1/2007, abgerufen am 11. Mai 2014
1996 übernahm die damalige Sommer Allibert Industries (SAI) die 1977 eingerichtete Kunststoffteile-Fertigung, Pressemitteilung der Daimler AG vom 17. Juli 2006, abgerufen am 11. Februar 2014. des Lkw-Werks von Mercedes-Benz mit damals rund 600 Beschäftigten. Im Jahr 2000 wurde SAI von Faurecia übernommen, abgerufen am 5. März 2014, die Schließung des Werks mit zuletzt 125 Beschäftigten zum 30. Juli 2013 vereinbart.IG Metall Neustadt: Faurecia: Schließung in Wörth geregelt und Das Gesamtpaket bei Faurecia muss stimmen, abgerufen am 10. November 2013
Ab 2000 errichtete die ipw GmbH, ein Unternehmen im Eigentum des Landkreises Germersheim, den Industriepark Wörth auf dem Werksgelände. Die dort errichteten drei Hallen wurden an Zulieferer vermietet. Anfangs arbeiteten im Industriepark 50 Arbeitnehmer, seit 2004 sind es im Durchschnitt 163 Beschäftigte. Die Gesamtfläche beträgt rund 40.000 m², davon etwa 13.500 m² Produktionsfläche. Folgende Unternehmen waren 2010 im Industriepark ansässig: Grammer Wörth GmbH, Fahrersitze Magna Seating (Germany) GmbH, Liege und Staukästen Fritzmeier Composite GmbH & Co.KG, Windleitsysteme Fritzmeier Composite GmbH & Co.KG, Ablage über Windschutzscheibe Thomas GmbH & Co. Technik und Innovation KG, Liegen Inteva Products Wörth GmbH & Co. KG, Türinnenmodule Sole G.m.b.H., Armaturentafel und Kotflügel Daimler FleetBoard GmbH, fahrzeug- und transportbezogene Telematikdienste (MS Word; 717 kB)
2002 bis 2004 entstanden die 100 Tage Halle und das Branchen-Informationszentrum als Erweiterung des Kundencenters.
mini|Zufahrt zum Entwicklungs- und Versuchszentrum mini|Steigungsstrecken im Entwicklungs- und Versuchszentrum 2008 wurde ein Entwicklungs- und Versuchszentrum (EVZ) für Lkw eröffnet. Es befindet sich in der Nähe des Werks beim Hafen Wörth und hat eine Fläche von 550.000 m². Es wurde zwischen 2005 und 2008 für 80 Millionen Euro gebaut. Das EVZ besteht aus einer inneren Fläche mit mehreren Schlechtwetterstrecken und vierzehn verschiedenen Fahrbahnprofilen, den äußeren Fahrbahnen mit unterschiedlichen Neigungswinkeln, die der Funktionserprobung dienen, und Werkstatt- und Bürogebäude. In dem Zentrum waren 2009 300 Mitarbeiter beschäftigt. Die Planung stammte ebenfalls vom Gaggenauer Büro Kohlbecker.
2013 wurde ein Blockheizkraftwerk zur Eigenenergieerzeugung in Betrieb genommen., S. 13, abgerufen am 13. Dezember 2014.
Zwischen Juni 2018 und Januar 2020 wurde das bisherige Bürogebäude um einen Anbau mit Werkstatthalle und einer eigenen Kantine erweitert.Umwelterklärung 2020, Daimler Truck AG, Mercedes-Benz Werk Wörth, S. 40, abgerufen am 27. Februar 2020.
Produzierte Modelle Von 1965 bis 1984 wurde die LP-Baureihe gebaut. Ab 1973 kam die NG-Reihe hinzu, die 1988 von der Schweren Klasse (bis 1998) abgelöst wurde. Zwischen 1983 und 1998 wurde die leichtere LN-Baureihe gebaut, auf die 1998 der Atego folgte. Ab 1996 rollte der Actros vom Band und von 2001 bis 2013 der Axor. 2002 wurde die Produktion des Unimog von Gaggenau nach Wörth verlegt. 2003 wurde die Econic-Produktion von Zwickau nach Wörth verlegt., abgerufen am 8. August 2013 2007 startete die Produktion des Unimog U 20., S. 8, abgerufen am 10. Februar 2014. 2009 begann die Produktion des Zetros.Aktualisierte Umwelterklärung 2010 Wörth, Daimler AG, S. 8, abgerufen am 10. Februar 2014. Von 2012 bis 2017 wurde der Antos produziert.
Entwicklung der Produktionsmenge und der Mitarbeiterzahl Jahr Anzahl der Mitarbeiter davon Leiharbeiter Produzierte Fahrzeuge inkl. CKD 1963 100 1965 2.600 1966 >48.000 1967 4.188Archiv Daimler-Benz AG, zit. n. Manfred Bader, Albert Ritter und Albert Schwarz: Wörth am Rhein. Ortschronik. Zwei Bände. Wörth am Rhein 1983, zusammen 1831 S., S. 1586 53.000 1969 6.673 1971 6.737 1973 8.201 1975 8.687 105.200 1977 8.853 1979 9.622 1981 >10.00010.759 laut Archiv Daimler-Benz AG, zit. n. Manfred Bader, Albert Ritter und Albert Schwarz: Wörth am Rhein. Ortschronik. Zwei Bände. Wörth am Rhein 1983, zusammen 1831 S., S. 1586 110.125 1986 ~70.000 1988 11.586 82.422 1991 15.035an den Standorten Wörth und Germersheim, abgerufen am 21. Januar 2014. >102.000 1993 57.093 1998 8.681Gesamtbelegschaft im Werk Wörth >90.000laut „100 Leiharbeiter mehr bei Daimler Wörth“, in: Die Rheinpfalz, Ausgabe Germersheimer Rundschau, vom 30. November 2010: 82.631 (ohne Sonderfahrzeuge wie Unimog und Econic), Angaben laut Daimler AG 2000 8.400Gesamtbelegschaft im Werk Wörth 86.852 2001 8.097, S. 3, abgerufen am 25. Januar 2014. 79.902 2002 8.136 75.117 2003 85.310 2004 8.933 100.740 2005 102.913 2006 10.000 101.973 2007 10.900Daimler kappt Schicht in Wörth, in: Die Rheinpfalz, Ausgabe Germersheimer Rundschau, vom 18. März 2009, Gesamtbelegschaft im Werk Wörth, Angaben laut Daimler AG 108.469 2008 11.770Mehr LKW-Bauer in Wörth als je zuvor, in: Die Rheinpfalz, Ausgabe Germersheimer Rundschau, vom 21. November 2013, Angaben laut Daimler AG, ohne Leiharbeiter 117.280 2009 11.140 47.745 2010 10.840 76.836 2011 11.670 97.972Ausgelieferte Fahrzeuge 2011: 108.787, produzierte Fahrzeuge 2011 97.972 laut , S. 7, abgerufen am 21. Januar 2014. 2012 11.819, abgerufen am 14. November 2013. 93.938 2013 ~12.000 700103.058 2014 ~11.000 300 93.299, S. 22, abgerufen am 23. Januar 2016. 2015 11.485 450 101.434, S. 27, abgerufen am 7. Juli 2016. 2016 11.100 330 97.000Daimler: Gewinn bricht weg, Werk Wörth stabil, Die Rheinpfalz, abgerufen am 26. Juli 2018. 2017 11.050Stabile Beschäftigung in Wörth, in: Die Rheinpfalz, Ausgabe Germersheimer Rundschau, vom 2. Februar 2019. 790 ~100.000 2018 11.180Daimler: Stabilitätsanker für Wörth, Germersheim und Mannheim, Die Rheinpfalz, abgerufen am 6. Februar 2019. rd. 900 100.789Konsolidierte Umwelterklärung 2023 Daimler Truck AG Standort Wörth , S. 39, abgerufen am 18. Juni 2025. 2019 10.700 rd. 380 85.133Aktualisierte Umwelterklärung 2024 Daimler Truck AG Standort Wörth , S. 37, abgerufen am 18. Juni 2025. 2020 10.350 350 65.562 2021 69.493 2022 91.085 2023 96.923
Laut den Umwelterklärungen verteilt sich die Beschäftigtenzahl am Standort Wörth wie folgt: