Neverin ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des gleichnamigen Amtes, dem weitere elf Gemeinden angehören.
Geografie Neverin liegt inmitten der hügeligen und seenreichen eiszeitlichen Grundmoränenlandschaft des Werders, etwa zehn Kilometer nordöstlich von Neubrandenburg.
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Neverin und Glocksin.§ 8 der Hauptsatzung der Gemeinde
Geschichte Neverin Neverin wurde im Jahre 1385 als Neveryn erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname wird aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet so viel wie Ort des oder der Nevera (Unglaube). Früher befand sich im Ortsgebiet eine Burg, von der außer einigen kleinen Resten nichts mehr zu sehen ist. Das Rittergut war u. a. im Besitz der Familien von Arnim (ab um 1694), von Berg (ab 1713), von Dewitz (ab 1720), von Gloeden (ab 1759), von Bothmer (ab 1765), von Dewitz (ab 1783) und von Behr-Negendank (1812–1945). Von der Gutsanlage blieben nur wenige bauliche Reste. Das um 1800 errichtete klassizistische Herrenhaus wurde 1985/87 gesprengt und abgeräumt. Sabine Bock: Herrschaftliche Wohnhäuser auf den Gütern und Domänen in Mecklenburg-Strelitz. Architektur und Geschichte. Band 2. (= Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege, 7.1–3). Thomas Helms Verlag Schwerin 2008, ISBN 978-3-935749-05-3, S. 684–690.
Glocksin
Glocksin wurde 1337 erstmals erwähnt. Oswald Ihlenfeld war im 15. Jahrhundert Besitzer des dortigen Ritterguts, das 1609/1613 von der Stadt Neubrandenburg gekauft wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gut verkauft. Im Jahre 1791 kaufte der Geheimrat Ludwig Anton Seib das Gut, das im Familienbesitz verblieb. Im Jahre 1802 entstand eine Schmiede, 1805 die Kirche, 1870 die Schule und 1884 ein Bahnhof. Nach 1945 verlor die Familie Seib das Gut an den Staat. Am 1. Juli 1950 wurde Glocksin eingemeindet. Im Jahr 1967 entstand eine Wasserleitung und 1983 eine Bitumenstraße. Nach 1995 wurden neue Wohnhäuser gebaut und 2003 die Kirche renoviert.
Politik Gemeindevertretung Bei der Wahl zur Gemeindevertretung am 9. Juni 2024 kam es zu folgendem Ergebnis:Bekanntmachung der endgültigen Wahlergebnisse der Wahl der Gemeindevertretung in Neverin am 9. Juni 2024 Liste / Bewerber Stimmenanteil Sitze Bürger für Neverin 80,6 % 8 EB Karl Fleming 8,4 % 1 EB Wolfgang Fleischer 7,1 % 1 EB Kirsten Ring 4,0 % 0
Bürgermeister 1999 bis 2014: Helmut Frosch (CDU) 2014 bis 2019: Helmut Hesse (CDU) 2019 bis 2025: Nico Klose (Bürger für Neverin) ab 12. November 2025: Karoline Koreng (Bürger für Neverin)
Wappen
Flagge rahmenlos|rand|hochkant=0.5|links|Flagge der Gemeinde Neverin Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau, Weiß und Blau gestreift. Die blauen Streifen nehmen je ein Viertel, der weiße Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.Hauptsatzung § 2 (PDF; 1023 kB).
Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE NEVERIN * LANDKREIS MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE“.
Sehenswürdigkeiten
Neverin: Gotische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert; um 1770 wurde die Kirche umgebaut und verputzt. Alter Wasserturm Glocksin: Dorfkirche Glocksin als Fachwerkbau
Verkehrsanbindung In Neverin kreuzen die Landesstraßen 142 (Neubrandenburg-Brunn) und 28 (Altentreptow-Warlin). Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 20 (Anschluss Neubrandenburg-Nord in etwa acht Kilometern Entfernung). In Neubrandenburg und Altentreptow befinden sich die nächsten Bahnhöfe.
Literatur
Weblinks
Gutshaus Glocksin
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft