Die Brannoviken (lateinisch Brannovices, auch Aulerci Brannovices) waren ein gallischer Keltenstamm im Stammesverbandes der Aulerker. Nach CaesarCaesar, De bello Gallico VII, 75. gehörten sie zusammen mit den Aulerkern, Ambarrern und Segusiavern zu den Klienten der Haeduer. Ihr Siedlungsgebiet lag zwischen der Loire und der Seine im Gebiet um Mâcon, nach Caesar ungefähr nördlich von dem der Ambarrer.Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 50.Max Ihm: Brannovices. In: RE, Bd. III,1, Sp. 814–815. Der Name Brannovices kann mit „Rabenkämpfer“ übersetzt werden.Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 880, 1048. Bei Scheibelreiter wird ein Zusammenhang mit der keltischen Rabensymbolik hergestellt.Georg Scheibelreiter: Tiernamen und Wappenwesen. S. 103–104. Die Region Le Brionnais im Süden Burgunds soll ihren Namen von den Brannoviken herleiten.Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 200.

CaesarCaesar, De bello Gallico II, 34. nennt sie als östlichste Verbündete der civitates maritimae, der seefahrenden Stämme der Region Aremorica. 57 v. Chr. sandte er Publius Licinius Crassus mit einer Legion in die Territorien der Veneter, Redonen, Brannoviken und anderer keltischer Stämme, die sich daraufhin unterwarfen.

Beim Entsatzheer für die in Alesia eingeschlossenen Truppen von Vercingetorix (52 v. Chr.) stellten die Haeduer mit ihren Klientenstämmen, darunter den Brannoviken, eine Streitmacht von 35.000 Mann.Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 234–235.

Literatur Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 978-3-7001-2609-6. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5. Georg Scheibelreiter: Tiernamen und Wappenwesen. Institut für Österreichische Geschichtsforschung Wien. Böhlau Verlag, Wien 1992, ISBN 978-3-205-05475-7. (). Carl Waldman, Catherine Mason: Encyclopedia of European Peoples. Infobase Publishing, 2006, ISBN 978-1-4381-2918-1, S. 74. ().

Einzelnachweise

Kategorie:Keltischer Stamm