Der Schatz ist ein deutscher Stummfilm von G. W. Pabst aus dem Jahre 1923. Es handelt sich dabei um Pabsts erste Kinoinszenierung.
Handlung Irgendwo im heutigen Slowenien. Svetocar Badalic, seine Frau Anna und beider Tochter leben in einer Glockengießerei. Dort, so weiß der Meister zu berichten, sollen einst die auf dem Balkan wütenden Türken bei ihrem Rückzug 1683 die Gegend verwüstet und einen kostbaren Schatz vergraben haben. Des Glockengießers Altgeselle Svetelenz wittert die Chance, um die Hand von des Meisters Tochter anzuhalten, wenn er erst einmal den Schatz aufgespürt hat. Mit größter Verbissenheit stürzt er sich wie sein Meister und dessen Frau in die Suche. In dem wenig später in der Gießerei eintreffenden, jungen Goldschmied Arno, in den sich Beate prompt verliebt, erwächst dem sehr viel älteren Svetelenz massive Konkurrenz.
Das Schatzfieber hat mittlerweile fast alle angesteckt, lediglich Beates Gedanken schwirren um jemand anderen: um Arno. Der Geselle wird rasend eifersüchtig und überlegt, nachdem er gemeinsam mit Arno tatsächlich den Schatz ausfindig gemacht hat, wie er diesen lästigen Konkurrenten loswerden kann. In ihm macht sich Habgier breit, doch ehe es zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen kommen kann, schnappt sich Arno Beate und verlässt mit ihr die Gießerei. Dort eskaliert schließlich die Situation bis zum tödlichen Ausgang: Svetelenz reißt aus Wut den wichtigsten Stützpfeiler des Hauses ein, das daraufhin auf die verbliebenen drei Personen herabstürzt und alle mit dem geborgenen Goldschatz unter sich begräbt.
Produktionsnotizen Der von Oktober bis November 1922 im Jofa-Atelier-Berlin-JohannisthalCineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 18 – G. W. Pabst. gedrehte Film passierte am 21. Februar 1923 die Filmzensur, wurde mit Jugendverbot belegt und am 26. Februar in Dresden uraufgeführt. Die Berliner Erstaufführung erfolgte am 23. April 1923. Erst 76 Jahre darauf erlebte Der Schatz seine deutsche Nachkriegsaufführung, als er am 14. Oktober 1999 auf ARTE gezeigt wurde. 2007 erschien der Film auf DVD.
Die stark vom Filmexpressionismus bestimmten Bauten wurden von dem diesbezüglich erfahrenen Architektengespann Robert Herlth und Walter Röhrig entworfen und ausgeführt. Die Plastiken schuf Walter Schulze-Mittendorf.
Kritiken Lotte H. Eisner bemängelte eine stilistische Uneinheitlichkeit und analysierte Pabsts Debütfilm ausführlich:
Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Ein lange Zeit unterschätztes Melodram von G. W. Pabst, das in seiner restaurierten, mit der Originalmusik eingespielten Fassung durch ambitionierten Kunstanspruch überzeugt. Einer der großen deutschen Kammerspielfilme, zugleich eines der letzten Werke des Expressionismus.“
In CineGraph steht geschrieben: „In der dumpfen, mittelalterlichen Fabel, die in Dekoration (Röhrig/Herlth) und Besetzung (Steinbrück/Krauß) in expressionistischem Stil realisiert ist, klingt bereits das Motiv von der Verquickung von Sex, Geld und Macht an, das Pabst in seinen besten Filmen immer wieder aufgreifen wird.“Cine Graph, Lieferung 3 Georg Wilhelm Pabst, D 1, März 1985.
Im DVD-Begleittext heißt es:
Hal Erickson schreibt:
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