mini|Giuseppe Averani
Giuseppe Averani, latinisiert Josephus Averanus (* 20. März 1662 in Florenz; † 24. August 1738 ebenda)Nicola Carranza: Averani, Giuseppe. In: Dizionario biografico degli Italiani. Roma, Istituto della Enciclopedia italiana, Bd. 4 (1962) (italienisch) war ein italienischer Jurist und Naturwissenschaftler.
Leben Averani studierte Rechtswissenschaften an der Universität Pisa. Dort wurde er von Lorenzo Magalotti und Francesco Redi für einen Lehrstuhl in Rechtswissenschaften vorgeschlagen, auf den er 1685 durch den toskanischen Großherzog Cosimo III. de’ Medici berufen wurde.Istituto e Museo di Storia della Scienza: Giuseppe Averani (italienisch)
Friedrich August I. besuchte 1688 und 1713 einen Vortrag Averanis. Viktor Amadeus II. versuchte ihn erfolglos an die Universität Turin zu rufen. Als Auditor der florentinischen Rota beriet er Herzog und Minister. Die Römische Rota berief sich in mehreren Urteilen auf ihn. Zu seinem Bekanntenkreis zählten Lorenzo Bellini, Giuseppe Del Papa (1648–1735) und Guido Grandi.
mini|Robert Boyle experimentiert mit einer Vakuumpumpe Giuseppe Averani beschäftigte sich mit Geographie, Philosophie, Theologie, Astronomie und Geometrie, vor allem aber mit Experimentalphysik. Im botanischen Garten von Pisa unternahm er Versuche mit der Boyleschen Vakuumpumpe sowie mit Elektrizität nach dem Vorbild Francis Hauksbees. Im Auftrag des Großherzogs untersuchte er mit Cipriano Targioni das Verbrennen von Edelsteinen mit Hilfe eines Brennglases; ein Experiment das später von Humphry Davy nachgeahmt wurde.Istituto e Museo di Storia della Scienza: Lente (italienisch) Seine Ergebnisse schrieb er in seinen postum veröffentlichten Lezioni Toscane auf. Darin setzt er sich auch mit der Frage nach der Natur und Geschwindigkeit von Licht und Schall auseinander. Unter Anleitung Lorenzo Magalottis erforschte er Gerüche. Er gründete die Accademia degli Oppressi, eine Gesellschaft zum Gedankenaustausch über Physik. Mit De Momentis corporum gravium inclinatis schrieb Averani auf Anregung Vincenzo Vivianis eine Vereidigung Galileo Galileis.
Er war Mitglied der Accademia della Crusca (seit 1697)Mitgliedsliste der Crusca und seit 1712 der Royal Society.
Werke Disputatio de iure belli et pacis, 1703 Interpretationes Iuris, Band I—II, Florenz, 1713; Band III—V, Florenz, 1740–1746 De libertate Civitatis Florentiae eiusque Dominii, Pisa, 1721 Oratio de Iurisprudentia, Medicina, Theologia, 1723 Lezioni sopra la Passione di Gesù Cristo, Urbino, 1738 Lezioni Toscane, 3 Bände, Florenz, 1744–46
Monumenta Latina, Florenz, 1769 Del vitto e delle cene degli antichi, Florenz, 1863
Manuskripte
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtswissenschaftler (18. Jahrhundert) Kategorie:Naturforscher Kategorie:Mitglied der Accademia della Crusca Kategorie:Mitglied der Royal Society Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Rechtswissenschaftler (17. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1662 Kategorie:Gestorben 1738 Kategorie:Mann