Hartmut Piniek (* 5. Juni 1950 in Wolgast) ist ein deutscher Maler.

Leben und Werk Hartmut Piniek war nach einer Malerlehre als Werftschweißer, Theatermaler und wissenschaftlicher Grafiker tätig. Von 1979 bis 1984 studierte er Malerei bei Volker Stelzmann, Dietrich Burger und Arno Rink an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Anschließend absolvierte er von 1984 bis 1987 ein Meisterschülerstudium bei Bernhard Heisig und lehrte selbst von 1987 bis 1998 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig als Assistent und Dozent für Malerei. Er war von 1984 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Piniek erhielt in der DDR auch öffentliche Aufträge. So schuf er u. a. 1985 für die Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ das Gemälde Familie unterwegs (Öl, 109 × 137 cm).Petra Roettig: Junge Kunst im Auftrag. Die Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“. In: Monika Flacke (Hrsg.): Auftragskunst der DDR 1949 – 1990. Klinkhardt & Biermann, München/Berlin, 1995; Abbildung S. 347

Schwerpunkt im Werk Pinieks ist die Darstellung weitläufiger atmosphärischer Landschaftsräume aus der Überflugperspektive. Diese sind mit zivilisatorischen Fragmenten, unbestimmten Objekten und vereinzelten minimierten Figuren besetzt. Hartmut Piniek reflektiert menschliche Einflussnahme nicht allein als Eingriff in Landschaft und materielle Umwelt, sondern als existenzielle Betrachtung des Daseins selbst. In diesen poetischen Konstellationen erscheint Natur als kulturell und mental überformter Erfahrungsraum. Pinieks Malerei evoziert den Eindruck einer ehrfürchtig zu befriedenden Nachwelt und eröffnet zugleich einen kontemplativen Denkraum, der ästhetische und anthropogene Fragestellungen miteinander verbindet.

Hartmut Piniek lebt und arbeitet in Oelzschau.

Ausstellungen

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR (unvollständig)

1984: Berlin, Altes Museum („Junge Künstler der DDR“) 1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellung 1986: Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum („Anzeichen. Junge Künstler im Bezirk Leipzig“) 1986 und 1989: Berlin u. a. Städte („100 ausgewählte Grafiken“) 1987/1988: Dresden, X. Kunstausstellung der DDR 1989: Leipzig, Museum der bildenden Künste („1. Quadriennale. Zeichnungen der DDR“)

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig) 2013 Trilogie ´14: Mit dem Sonnenwind, Kunsthalle Wittenhagen 2013 Kunsthaus Müller, Wurzbach 2013 art meets architecture, Deutsche Bank, Frankfurt am Main 2011 Endzeit Wasser Land Luft, Kunstverein Leimen (E) 2010 BilderBühnen, Kunstarchiv Beeskow 2010 Die Siebzehnte, Leipziger Jahresausstellung 2009 60/40/20 – Kunst in Leipzig seit 1949, Museum der bildenden Künste Leipzig 2008 Xylon, Fernet Branca Contemporary Art Museum, Saint-Louis, Frankreich 2007 Austel 31, Kunsthalle der Sparkasse Leipzig 2007 Kunsthaus Müller, Wurzbach 2005 Blick in die sammlung/6, Kunsthalle der Sparkasse Leipzig 2003 Neue Chemnitzer Kunsthütte, Chemnitz (E) 2002 Schnittstellen/Interfaces, Xylon Fukumitsu Art Museum und Kyoto Seika University, Japan 2001 Auswahlausstellung 4. Lucas-Cranach-Preis der Stadt Kronach, Festung Rosenberg 2001 Linolschnitt heute V, Stadtmuseum Bietigheim-Bissingen 2000 Museen der Stadt Wolgast (E) 1998 Graphikangebot Müller, Großpösna 1997 Lust und Last. Leipziger Kunst seit 1945, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Museum der bildenden Künste Leipzig 1996 Graphikangebot Müller, Großpösna 1995 Auftrag: Kunst 1949–1990, Deutsches Historisches Museum, Berlin 1993 Europapreis für Malerei, Stedelijk Museum Oostende, Belgien 1992 Bestandsaufnahme – Leipziger Kunst seit 1945, Museum der bildenden Künste Leipzig 1992 Galerie Schwind, Frankfurt am Main (E) 1992 Graphikangebot Müller, Großpösna 1991 Grafik fra Ost-Tyskland, Kunstforening Mandal, Kunstforening Stavangar, Norwegen

(E) = Einzelausstellung

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Pinieks Kupferstichkabinett Dresden Museum der bildenden Künste Leipzig Lindenau-Museum Altenburg Deutsche Bank, Frankfurt am Main Kunsthalle der Sparkasse Leipzig Sorbisches Museum Bautzen Neue Sächsische Galerie in Chemnitz Kunsthalle Bremen Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig Stadtgeschichtliches Museum Leipzig Schloss Meiningen Kunstarchiv Beeskow

Literatur Angela Krauß: Hartmut Piniek, zur Ausstellung Leibniz-Klub, Leipzig 1986 Peter Guth: Über den Dächern von Leipzig. Malerei und Grafik von Hartmut Piniek, ausgestellt in der Galerie des Leibniz-Klub, Sächsisches Tageblatt, 8. April 1986 Peter K. Kirchhof: Archäologie in einer vergessenen verlorenen Landschaft. Hartmut Piniek – Ein Spurensucher in der Leere, die horen 39. Jg. (1994) H. 175, S. 67–88 Peter Guth: o. T., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. März 1996 Hans Zitko: Landschaften der bedrohten Existenz. Zu den Bildern von Hartmut Piniek, In: Hartmut Piniek. Katalog, Graphikangebot Müller, Leipzig 1996 Hans Zitko: Hartmut Piniek. Der Kunsthandel 89 (1997) 2, S. 34–35 Tim Sommer: Hartmut Piniek, In: Hartmut Piniek. Übersichtskatalog 1974–2000, Leipzig 2000 Piniek, Hartmut. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 710 Simone Tippach-Schneider (Hg.): Hartmut Piniek – Familie unterwegs, In: Bilderbühnen – Leinwandszenen aus dem Kunstarchiv Beeskow 1978 bis 1988, S. 46–47; Beeskow 2010

Weblinks Website von Hartmut Piniek

Werke von Hartmut Piniek in der Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen

Einzelnachweise

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