Karl Conrad Valentin Elzer, auch Carl Elzer (* 2. August 1881 in Karlsruhe; † 30. August 1938 in Rottach-Egern) war ein deutscher Schauspieler.
Leben und Wirken Elzer, der bereits im Alter von acht Jahren sein Kinderdebüt als „kleiner Engländer“ in „Die Puppenfee“ gegeben hatte, begann seine Profilaufbahn zur Jahrhundertwende als Volontär unter Albert Bürklin, dem Generalintendanten des Hoftheaters seiner Heimatstadt Karlsruhe. Nebenbei erhielt Elzer privaten Schauspielunterricht bei Wilhelm Wassermann. Anschließend durchlief Elzer die klassische Schauspielerlaufbahn mit Verpflichtungen in die deutsche Provinz: Seine Bühnenstationen waren Gera, Flensburg und Stettin. Am Bellevue-Theater der letztgenannten Stadt in Pommern war er in der Spielzeit 1907/1908 Partner von Viktor Schwanneke und dem jungen Emil Jannings, der auch Regie führte. 1911 holte ihn der Direktor des Schiller-Theaters, Max Pategg, der ihn an einer Vorstadtbühne als Bertram in Robert und Bertram gesehen hatte, an die von ihm geleitete Spielstätte. In der Folgezeit, vor allem seit der Spätphase Ersten Weltkriegs, teilte sich Elzer seine Arbeit zwischen Theater und Film, zu dem Viggo Larsen den 30-Jährigen gleich zu Beginn seiner Berliner Zeit erstmals geholt hatte, auf. Im Krieg zeitweise eingezogen, wurde Karl Elzer an der Front schwer verwundet. mini|Grabstätte Karl Elzer, Tegernsee Vor allem zwischen 1918 und 1931 wirkte er mit Nebenrollen in einer Fülle von Filmen mit. Elzer wurde mit jeder Form der klassischen Filmcharge bedacht; vor allem reiche und höhergestellte Persönlichkeiten verkörperte er regelmäßig: den John Rockefeller in Maud Rockefellers Wette, den Fabrikanten Aßmann in Die Aßmanns, den Kurfürsten Max von Bayern in Ein Mädel aus dem Volke, den Graf Aranyi in Die Konkurrenz platzt, den Prinzen Ludwig in Lena Warnstetten, den Burgtheaterdirektor in Kaiserliebchen, Friedrich den Weisen in Luther und den Bankier Fören in Die blaue Laterne. Beim Tonfilm nach 1931 war Karl Elzer nur noch selten aktiv. Neben seiner Theater und Filmtätigkeit engagierte sich der Karlsruher auch intensiv in der Berliner Kabarettszene.
Seine letzten Lebensjahre band er sich künstlerisch an das Berliner Theater unter der Leitung von Oscar Ingenohl sowie an das Theater der Jugend, „dessen dankbaren und begeisterungsfähigen Besuchern er in 460 Aufführungen unvergeßliche Eindrücke übermittelte und in deren Gedächtnis er weiter leben wird“,Deutsches Bühnenjahrbuch. Bd. 50, 1939, S. 123. wie es in einem Nachruf 1939 hieß.
Elzer war mit der Schriftstellerin Margarete Elzer, einer Tochter von Hedwig Courths-Mahler, verheiratet.Elzer, Margarete Anna Elisabet. In: Wer ist wer? 12. Ausgabe von Degeners Wer ist’s? 1955. Er nahm sich wegen eines Blasenkrebsleidens das Leben.Ben Witter: Prominentenporträts. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main, 2015, ISBN 978-3-596-30540-7. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Tegernsee.
Filmografie 1916: Die Räuberbraut 1918: Die blaue Laterne 1919: Hängezöpfchen 1919: Das rosa Strumpfbändchen 1919: Meier und Sohn 1919: Die feindlichen Reporter 1919: Die Angelfreude 1921: Opfer der Liebe 1922: Morast 1922: Bummellotte 1924: Die Schmetterlingsschlacht 1924: Maud Rockfellers Wette 1924: Gib mich frei 1925: Der Demütige und die Sängerin 1925: Lena Warnstetten 1925: Die Aßmanns 1925: Das stolze Schweigen 1926: Junges Blut 1926: Es blasen die Trompeten 1927: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit 1927: Die Bräutigame der Babette Bomberling 1927: Venus im Frack 1927: Der Sträflingskavalier 1927: Ein Mädel aus dem Volke 1927: Luther – Ein Film der deutschen Reformation 1927/28: Königin Luise (2 Teile) 1928: Der Piccolo vom Goldenen Löwen 1928: In Werder blühen die Bäume... 1928: Indizienbeweis 1929: Der Held aller Mädchenträume 1929: Es flüstert die Nacht … 1929: Die Konkurrenz platzt! 1930: Das lockende Ziel 1930: Das Flötenkonzert von Sans-souci 1931: Kaiserliebchen 1931: M 1931: Ronny 1934: Fräulein Frau 1934: …heute abend bei mir 1935: Ein falscher Fuffziger 1935: Der Kampf mit dem Drachen
Literatur Ernst Fried: „Ich gehe zum Theater“. Biographie eines Komikers. Heimatland-Verlag, Landau an der Isar (ohne Jahr ). Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 354. Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 1: A – Hurk. Kleinmayr, Klagenfurt u. a. 1953, S. 393. Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926. S. 49. Nachruf. In: Deutsches Bühnenjahrbuch. Bd. 50, 1939, , S. 123.
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