Belomorskoje (, ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk.

Geographische Lage Belemorskoje liegt vier Kilometer nordöstlich der Stadt Polessk (Labiau) am linken und am rechten Ufer des Großen Friedrichsgraben (heute russisch: Polesski kanal) sowie in einer Ansiedlung östlich davon. Auf dem westlichen Ufer des Kanals verläuft durch den Ort die Kommunalstraße 27K-147. Die nächste Bahnstation ist Polessk an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).

Geschichte Der um die Wende zum 19. Jahrhundert aus verstreuten Höfen und Gehöften bestehende und damals Groß Friedrichsgraben I – in Unterscheidung zu dem nahegelegenen Ort Groß Friedrichsgraben II (1918 bis 1946 Ludendorff) – genannten DorfD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hindenburg wurde am 9. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Groß Friedrichsgraben/Hindenburg, der – auch als er 1927 in „Amtsbezirk Hindenburg“ umbenannt wurde – bis 1945 zum Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Am 9. August 1918 erhielt der Ort die Umbenennung in „Hindenburg“ in Ehrung des Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg. Am 30. September 1929 wurde der Gutsbezirk Klein Naujock, Forst (damals „Forstschutzbezirk Agilla“, früher „Forsthaus Agilla“, genannt) in die Landgemeinde Hindenburg eingegliedert.

Im Jahre 1945 kam Groß Friedrichsgraben I wie alle Orte im nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Belomorskoje und wurde dem Dorfsowjet Iljitschowski selski Sowet im Rajon Polessk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später gelangte der Ort in den Saranski selski Sowet. Von 2008 bis 2016 gehörte Belomorskoje zur Landgemeinde Golowkinskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 1.146 1933 1.114 1939 1.215 2002 52 2010 50

Amtsbezirk Groß Friedrichsgraben (Hindenburg) Zwischen 1874 und 1945 war Groß Friedrichsgraben I Amtssitz des Amtsbezirks Groß Friedrichsgraben, der 1927 in Amtsbezirk Hindenburg umbenannt wurde. Zu ihm gehörten anfangs zwei Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirke (GB): Deutscher Name Russischer Name BemerkungenAgilla (LG) Krasnoje 1938 in „Haffwerder“ umbenanntGroß Friedrichsgraben I (LG) Belomorskoje 1918 in „Hindenburg“ umbenannt Grabenhof (GB) zu Polessk vor 1900 in die Landgemeinde Groß Friedrichsgraben I eingemeindet Pöppeln, Forst (= Forst Agila) (GB) 1902 in „Klein Naujock, Forst“ umbenannt, 1929 in die Landgemeinde Hindenburg eingemeindet, 1938 bis 1946 in „Erlenwald, Forst“ umbenannt

Am 1. Januar 1945 bestand der Amtsbezirk Hindenburg nur noch aus den beiden Gemeinden Haffwerder und Hindenburg.

Kirche Mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Groß Friedrichsgraben I, resp. Hindenburg, bis 1945 in das Kirchspiel der Stadtkirche Labiau eingepfarrt. Diese lag im Kirchenkreis Labiau innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Der kirchliche Bezug nach Polessk hält bis heute an, nachdem sich in der Kreisstadt in den 1990er Jahren eine neue evangelisch-lutherische Gemeinde gebildet hat. Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningradpropstei-kaliningrad.info: der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Schule In Groß Friedrichsgraben/Hindenburg bestand bis 1945 eine dreiklassige Dorfschule. Letzter deutscher Schulleiter war Hauptlehrer Helmut Ewert. Das Schulgebäude ist bis heute erhalten und soll zu einem Umweltzentrum und/oder Museum o. ä. umgebaut werdenUmgebung von Labiau: Slawjanskoje - Pronitten, Belomorskoje - Groß Friedrichsgraben/Hindenburg, Iljitschjowo - Kelladen/Waldwinkel bei ostpreussen.net.

Literatur Groß Friedrichsgraben. In: Oekonomisch-technologische Encyklopädie. Band 58 (herausgegeben von Johann Georg Krünitz, Friedrich Jakob Floerken, Heinrich Gustav Flörke, Johann Wilhelm David Korth, Carl Otto Hoffmann und Ludwig Kossarski), Berlin 1792, S. 43–44.

Weblinks Belomorskoje bei bankgorodov.ru Belomorskoje bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Polessk