Die Liste der Stolpersteine in Weißenfels enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Weißenfels verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Weißenfels lebten und wirkten.
Liste der Stolpersteine Adresse Datum der Verlegung Person(en) Inschrift Bild Bild des Hauses Beuditzstraße 31 Andreas Richter: «Stolpersteine» setzen Zeichen gegen Vergessen. Mitteldeutsche Zeitung, 4. Juni 2010. Abgerufen am 25. August 2021. (1900–1941) Julius Fleischer wurde in Bayreuth als Sohn von Marie und August Fleischer geboren. Die Familie zog später nach Weißenfels. Während der Reichspogromnacht 1938 wurde Julius Fleischer verhaftet und im Gefängnis von Bayreuth eingesperrt. Am 29. Dezember 1941 wurden er und seine Mutter nach Riga deportiert und nach ihrer Ankunft zwei Tage später ermordet.Fleischer, Julius. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte JULIUS FLEISCHER Jg. 1900 deportiert 1941 Riga ermordet 1.12.1942 geb. Kohn (1863–1941) Marie geb. Kohn wurde in Maineck geboren und wohnte zunächst in Bayreuth. Dort heiratete sie August Fleischer, mit dem sie eine Tochter namens Hermine und einen Sohn namens Julius hatte. Später zog die Familie nach Weißenfels. Am 29. Dezember 1941 wurden sie und ihr Sohn nach Riga deportiert und nach ihrer Ankunft zwei Tage später ermordet.Fleischer, Marie. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte MARIE FLEISCHER geb. Kohn Jg. 1869 deportiert 1941 Riga ermordet 1.12.1942 Dammstraße 18 Opfer der Judenverfolgung: Erinnerung an Mitbürger, Bericht auf "mz.de" geb. Schlesinger (1877–1944) Julie Büttner wurde am 13. Januar 1944 zunächst ins Ghetto Theresienstadt und von dort am 16. Mai 1944 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie ermordet wurde.Julie Büttner. yadvashem.org, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer; abgerufen am 26. Januar 2014. 120px|Dammstraße 18 Dr.-Benjamin-Halevi-Straße 6 (ehemals Starkes Privatstraße) Stolpersteine. Erinnerungen an Weißenfelser. Mitteldeutsche Zeitung, 13. April 2009. Abgerufen am 23. März 2024. (1867–1943) Julius Lewinsohn wurde in Pinne geboren und betrieb in Weißenfels die 1896 gegründete „Trampler“-Schuhwarenfabrik. Er war verheiratet und hatte einen Sohn und eine Enkelin. Am 1. Juli 1938 wurde er gezwungen, seine Fabrik unter Wert zu verkaufen. Ein Jahr später wurde er zur Unterzeichnung eines Heimeinkaufsvertrags genötigt, musste seine Villa in Weißenfels aufgeben und Geld dafür zahlen, dass er in ein vermeintliches Altersheim in der Boelckestraße 24 (heute Dessauer Straße) in Halle (Saale) umzog. Am 2. September 1942 wurde zudem sein verbliebenes Vermögen samt der Villa beschlagnahmt. Am 19. September 1942 wurde Lewinsohn ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 8. April 1943 starb. Seine Enkelin überlebte den Krieg.Lewinsohn, Julius. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 2. November 2013. Feldstraße 18 (1938–1944) Bernd Wolfsohn war das jüngste Kind jüdischer Eltern aus Weißenfels. Er starb im Alter von sechs Jahren an einer Mittelohrentzündung, weil ihm ärztliche Hilfe verweigert wurde. Seine Eltern und sein älterer Bruder überlebten den Krieg. Hier wohnte BERND WOLFSON Jg. 1938 Ärztliche Hilfe verweigert tot 16.4.1944 Friedrichsstraße 3 (?–1939) Isaak Fränkel wurde 1938 nach Polen abgeschoben. Nach der Besetzung des Landes durch die Nationalsozialisten kam er noch 1939 im KZ Plaszow ums Leben.Fränkel, Isaak. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte ISAAK FRÄNKEL ‚Polenaktion‘ 1938 verhaftet Zwangsarbeit 1939 Krakow-Plaszow ermordet 120px|Isaak Fränkel 120px|Friedrichsstraße 3 Friedrichsstraße 14 Claudia Petasch: Ein Ort der Trauer und Erinnerung. Mitteldeutsche Zeitung, 29. Juli 2010. Abgerufen am 25. August 2021. geb. Gumpel (1882–1942) Gertrud Reyersbach stammte aus Berlin. Sie und ihr Mann bemühten sich vergeblich um eine Genehmigung für die Ausreise in die Vereinigten Staaten. Am 14. April 1942 wählten sie den gemeinsamen Freitod.Reyersbach, Gertrud. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte GERTRUD REYERSBACH geb. Gumpel Jg. 1882 gedemütigt / entrechtet vor Deportation Flucht in den Tod 14.4.1942 120px|Gertrud Reyersbach 120px|Friedrichstraße 14 (1877–1942) Siegfried Reyersbach stammte aus Oldenburg in Holstein. Er und seine Frau bemühten sich vergeblich um eine Genehmigung für die Ausreise in die Vereinigten Staaten. Am 14. April 1942 wählten sie den gemeinsamen Freitod.Reyersbach, Siegfried. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte SIEGFRIED REYERSBACH Jg. 1877 gedemütigt / entrechtet vor Deportation Flucht in den Tod 14.4.1942 120px|Siegfried Reyersbach Jüdenstraße 16 geb. Ransenberg (1872–1943) Lina Karlick stammte aus Meschede und hatte drei Söhne, denen die Emigration nach Palästina und England gelang. Am 19. September 1942 wurde Lina Karlick von Halle (Saale) aus ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 20. Mai 1943 starb.Karlick, Lina. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 2. November 2013. Hier wohnteLina Karlickgeb. RansenbergJg. 1872deportiert 1942Theresienstadttot 20.5.1943 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q131844179 120px|Jüdenstraße 16 Kirchweg 12 neuer Stolperstein für Frieda Böhme in Weißenfels verlegt geb. Schumann (1896–1943) Kirschweg 15 (1879–1942) Ephraim Flamm wurde in Nenzenheim geboren. Er und seine Frau wurden am 1. Juni 1942 von Halle (Saale) aus ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach ihrer Ankunft zwei Tage später ermordet.Flamm, Ephraim. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 2. November 2013. Hier wohnte EPHRAIM FLAMM Jg. 1879 deportiert 1942 Sobibor erschossen 3.6.1942 Kirschweg 15 geb. Fleischer (1892–1942) Hermine Flamm stammte aus Bayreuth. Sie und ihr Mann wurden am 1. Juni 1942 von Halle (Saale) aus ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach ihrer Ankunft zwei Tage später ermordet.Flamm, Hermine. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 2. November 2013. Hier wohnte HERMINE FLAMM geb. Fleischer Jg. 1893 deportiert 1942 Sobibor erschossen 3.6.1942 Langendorfer Straße 36 (1923–1942) Berta Sternreich war die Tochter von David und Sophie Sternreich und arbeitete als Näherin. Am 29. Oktober 1938 wurde die Familie im Rahmen der „Polenaktion“ über die polnische Grenze getrieben. Sie kamen in Krakau unter, wo sie nach der deutschen Besetzung Polens im Ghetto leben mussten. Berta Sternreich kam 1942 im KZ Plaszow ums Leben.Sternreich, Berta. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 2. November 2013. Hier wohnte BERTA STERNREICH Jg. 1923 ausgewiesen 1938 nach Polen 1942 Plaszow ermordet (1891–1942) David Sternreich stammte aus Brzesko. Er und seine Frau Sophie hatten einen Sohn namens Yosef und eine Tochter namens Berta. Am 29. Oktober 1938 wurde die Familie im Rahmen der „Polenaktion“ über die polnische Grenze getrieben. Sie kamen in Krakau unter, wo sie nach der deutschen Besetzung Polens im Ghetto leben mussten. Dort starb David Sternreich 1942. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt. Sein Sohn Yosef überlebte den Krieg.David Sternreich. yadvashem.org, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte DAVID STERNREICH Jg. 1891 ausgewiesen 1938 nach Polen 1942 Plaszow ermordet geb. Liebmann (Libman) (1894–1942) Sophie Sternreich stammte aus Kolomyja. Am 29. Oktober 1938 wurden sie und ihre Familie im Rahmen der „Polenaktion“ über die polnische Grenze getrieben. Sie kamen in Krakau unter, wo sie nach der deutschen Besetzung Polens im Ghetto leben mussten. Dort starb Sophie Sternreich 1942. Ihr genaues Todesdatum ist unbekannt.Sophie Sternreich. yadvashem.org, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer; abgerufen am 26. Januar 2014. Hier wohnte SOPHIE STERNREICH geb. Liebmann Jg. 1894 ausgewiesen 1938 nach Polen 1942 Plaszow ermordet Leipziger Straße 7 (ehemals, heute vor Parkplatz) geb. Abosch (1901–) Sara Birnbach wurde im Oktober 1938 nach Krakow-Plaszow in das Zwangsarbeitslager deportiert.Birnbach, Sara. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 23. März 2024. Sie wurde dort ermordet. Hier wohnteSara Birnbachgeb. AboschJg. 1901'Polenaktion' 1938ZwangsarbeitKrakau-Plaszowermordet 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q131839527 120px (1894–) Heinrich Birnbach betrieb in Weißenfels zusammen mit Simon Birnbach (* 1899) einen Rohproduktenhandel, der mindestens von 1923 bis 1930 bestand. Sein Schicksal ist ungeklärt. Hier wohnteHeinrichBirnbachJg. 1894'Polenaktion' 1938Schicksal unbekannt 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q131839586 (1926–) Susanna Birnbach wurde 1926 in Weißenfels geboren und im Oktober 1938 nach Krakow-Plaszow in das Zwangsarbeitslager deportiert.Birnbach, Susi. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 23. März 2024. Sie wurde dort ermordet. Hier wohnteSusanna 'Susi'BirnbachJg. 1922'Polenaktion' 1938ZwangsarbeitKrakau-Plaszowermordet 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q131839588 Merseburger Straße 49 (1881–?) Jacob Hofmann wurde 1881 in Höchheim geboren. Er kam später nach Weißenfels und betrieb hier einen Viehhandel. Sein Haus wurde 1939 enteignet und ein Räumungsbefehl für die Wohnung erlassen. Die Gestapo übergab ihm und seiner Frau Rosa zwei Fahrkarten nach Shanghai, wohin sie per Schiff ausreisen sollten. Sie gingen aber mit 300 anderen jüdischen Passagieren in Italien von Bord, um über Libyen nach Palästina zu gelangen, wo ihr Sohn Manfred (geb. 1910 in Weißenfels) seit 1938 in Haifa lebte. In Bengasi wurden sie verhaftet und über Neapel ins Internierungslager Ferramonti di Tarsia verbracht. Von dort aus wurden sie in ein nicht bekanntes KZ in Norditalien deportiert, wo sich ihre Spur 1940 verliert. Es gilt aber als gesichert, dass sie ermordet wurden. Hier wohnte JACOB HOFMANN Jg. 1881 Flucht 1939 Italien/Libyen verhaftet 1940 Bengasi deportiert Ferramonti/Italien ermordet 120px geb. Kahn (1881–?) Rosa Kahn wurde 1881 in Kaltennordheim geboren und betrieb später mit ihrem Mann Jacob Hofmann einen Viehhandel in Weißenfels. Nach dem Verlust der Unterkunft und der aufgedrängten Ausreise nach Shanghai unternahm sie einen Selbstmordversuch, der aber misslang. Zusammen mit hunderten anderen Juden verließ sie das Schiff in Italien, um über Libyen nach Palästina zu ihrem Sohn Manfred nach Haifa zu gelangen. In Bengasi wurden sie verhaftet und über Neapel ins Internierungslager Ferramonti di Tarsia verbracht. Von dort aus wurden sie in ein nicht bekanntes KZ in Norditalien deportiert, wo sich ihre Spur 1940 verliert. Es gilt aber als gesichert, dass sie ermordet wurden. Hier wohnte ROSA HOFMANN geb. Kahn Jg. 1881 Flucht 1939 Italien/Libyen verhaftet 1940 Bengasi deportiert Ferramonti/Italien ermordet 120px Müllnerstraße 14 geb. Engel (1891–1940) Selma Fiedler wurde in Böhmisch Leipa geboren. Am 25. März 1940 wurde sie ins KZ Ravensbrück deportiert. Im März 1942 wurde sie in die Tötungsanstalt Bernburg verlegt, wo sie am 27. März 1942 ermordet wurde.Fiedler, Selma. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Januar 2014. Naumburger Straße 55 (1877–1942)