Die Liste der Stolpersteine in Zeitz enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Zeitz verlegt wurden. Mit ihnen soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Zeitz lebten und wirkten. Zwischen 2007 und 2012 wurden insgesamt zehn Steine an fünf Adressen verlegt.

In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2024 entwendeten Unbekannte alle verlegten Stolpersteine. Ende Oktober 2024 wurden mit einem 3D-Drucker geschaffene Provisorien verlegt. Am 28. November 2024 wurden diese wieder durch die originalen kleinen Betonsteine mit Messing-Platte ersetzt. Zuvor gab es bereits Diebstähle in den Jahren 2013 (ein Stein temporär) und 2014 (drei Steine).

Verlegungen 25. Mai 2007: sieben Steine an drei Adressen 26. November 2012: drei Steine an zwei Adressen 31. März 2015: Neuverlegung von drei gestohlenen Steinen 28. November 2024: Neuverlegung aller zehn gestohlenen Steine

Liste der Stolpersteine Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des Hauses Am Eulengrund 3 Hartmut Landes: Messingpflaster weckt Erinnerung. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 25. Mai 2007, abgerufen am 25. August 2021. (21. Mai 1889–26. Okt. 1942) Siegfried Fürst wurde in Hamburg als Sohn jüdischer Eltern geboren. Mit 22 Jahren ging er nach Zeitz, wo er als Kaufmann arbeitete. 1926 konvertierte er zum römisch-katholischen Glauben. Er heiratete Margarete geb. Rolle und hatte mit ihr einen Sohn. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erhielt er zunächst eine dauerhafte Zuflucht im Pfarrhaus der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Zeitz. Während der Reichspogromnacht im November 1938 wurde er verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. Am 23. Dezember kam er wieder frei und verließ daraufhin Deutschland. Sein Ziel waren eigentlich die Niederlande, er gelangte stattdessen aber wohl nach Belgien. Dort wurde ihm auf persönliches Betreiben von Papst Pius XII. eine Weiterfahrt nach Südamerika vermittelt, die für den 11. Mai 1940 geplant war, aber wegen des am Tag zuvor gestarteten deutschen Angriffs auf Belgien und die Niederlande nicht stattfinden konnte. Fürst hielt sich zuletzt in Rochefort auf. Er wurde verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde.Helmut Moll: Sein Leben endete in den Gaskammern von Auschwitz. Siegfried Fürst, ein Märtyrer aus Zeitz. Katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Zeitz, Verein für jüdische Genealogie Hamburg, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 1. November 2013.HIER WOHNTESIEGFRIED FÜRSTJG. 1889VERHAFTET 1938BUCHENWALDFLUCHT 1938 BELGIENDEPORTIERTERMORDET INAUSCHWITZ120px|Stolperstein für Siegfried Fürst (Am Eulengrund 3)160px|davor Stolperstein für Siegfried Fürst Kramerstraße 5/6 geb. Bachmann (15. Apr. 1870 – 2. Okt. 1944) Die beiden Schwestern Emma Esther und Bertha-Pess Mendelsohn stammten aus Gleicherwiesen. Bertha-Pess war mit Heymann Mendelsohn verheiratet. Das Paar hatte acht Kinder, darunter den Sohn Siegfried. Die Familie betrieb in Zeitz ein Modegeschäft. 1940 musste sie mit ihrer Schwester Zeitz verlassen und nach Halle (Saale) ziehen. Die inzwischen verwitweten Emma Esther und Bertha-Pess Mendelsohn wurden im jüdischen Altersheim untergebracht. Bertha-Pess Mendelsohn wurde am 27. Februar 1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 2. Oktober 1944 starb.Mendelsohn, Bertha-Pess. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 1. November 2013.Bertha Pess Mendelsohn. In: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer. Abgerufen am 28. März 2021.

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 2014 wurden die drei Stolpersteine in der Kramerstraße von Unbekannten gestohlen. Im März 2015 wurden die gestohlenen drei Stolpersteine der Familie Mendelsohn in der Kramerstr. 5/6 neu verlegt. HIER WOHNTEBERTAMENDELSOHNgeb. BachmannJg. 1870deportiert 1943Theresienstadtermordet 2.10.1944 120px|Stolperstein für Berta Mendelsohn (Kramerstr. 5-6)160px|davor Stolpersteine für Familie Mendelsohn geb. Bachmann (5. Nov. 1868 – 20./23. Dez. 1940) Die beiden Schwestern Emma Esther und Bertha-Pess Mendelsohn stammten aus Gleicherwiesen. Emma Ester war mit Georg Mendelsohn verheiratet. Die Familie betrieb in Zeitz ein Modegeschäft. 1940 musste sie mit ihrer Schwester Zeitz verlassen und nach Halle (Saale) ziehen. Die inzwischen verwitweten Emma Esther und Bertha-Pess Mendelsohn wurden im jüdischen Altersheim untergebracht. Dort verstarb Emma Esther Mendelsohn am 20. oder 23. Dezember 1940.Mendelsohn, Emma Esther. Gedenkbuch Halle, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 1. November 2013.Emma Esther Mendelsohn. In: Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer. Abgerufen am 28. März 2021.

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 2014 wurden die drei Stolpersteine in der Kramerstraße von Unbekannten gestohlen. Im März 2015 wurden die gestohlenen drei Stolpersteine der Familie Mendelsohn in der Kramerstr. 5/6 neu verlegt. HIER WOHNTEEMMA ESTHERMENDELSOHNgeb. BachmannJg. 1888Zwangsumzug Hallegedemütigt/entrechtetTot 23.10.1940 120px|Stolperstein für Emma Esther Mendelsohn (Kramerstr. 5-6) (31. Okt. 1892 – 27. Sept. 1942) Siegfried Mendelsohn war der Sohn von Bertha-Pess Mendelsohn. 1940 mussten er und seine Familie Zeitz verlassen und nach Halle (Saale) ziehen. Siegfried Mendelsohn erhielt dort eine Anstellung als Heizer im jüdischen Altersheim. Am 29. Mai 1942 wurde er entlassen und zwei Tage später ins KZ Majdanek deportiert. Dort musste er Zwangsarbeit verrichten und starb am 27. September 1942.Mendelsohn, Siegfried. Gedenkbuch Halle; abgerufen am 1. November 2013.

In der Nacht vom 23. auf den 24. September 2014 wurden die drei Stolpersteine in der Kramerstraße von Unbekannten gestohlen. Im März 2015 wurden die gestohlenen drei Stolpersteine der Familie Mendelsohn in der Kramerstr. 5-6 neu verlegt. HIER WOHNTESIEGFRIEDMENDELSOHNJg. 1892deportiert 1942SobiborMajdanekermordet 27.9.1942 120px|Stolperstein für Siegfried Mendelsohn (Kramerstr. 5-6) Leipziger Straße 45 (28. Juli 1894 – 1943) Gustav Flörsheim wurde in Meerholz geboren. Mit seiner Familie zog er später nach Zeitz. Gustav Flörsheim kam im Juni 1942 zunächst in das Gefängnis von Brandenburg an der Havel. Von dort aus wurde er am 20. April 1943 in KZ Auschwitz deportiert und bei seiner Ankunft am folgenden Tag ermordet.Flörsheim, Gustav. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 1. November 2013.

Der Stolperstein für Gustav Flörsheim wurde am 23. September 2013 gestohlen, tauchte aber zwei Wochen später wieder auf.Angelika Andräs: Stolperstein von Gustav Flörsheim gestohlen. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 23. September 2013, abgerufen am 16. Juli 2021.Angelika Andräs: Gestohlener Stolperstein ist wieder da. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 7. Oktober 2013, abgerufen am 25. August 2021.HIER WOHNTEDR. GUSTAVFLÖRSHEIMJG. 1894VERHAFTET 1935ZUCHTHAUS HALLEBERLIN-PLÖTZENSEEZUCHTHAUS BRANDENBURGERMORDET120px|Stolperstein für Gustav Flörsheim (Leipziger Str. 45)160px|davor Stolpersteine für Familie Flörsheim geb. Hamburger (27. Mai 1891–25. Nov. 1941) Hilda Flörsheim geb. Hamburger stammte aus Hammelburg. Sie wurde im November 1935 verhaftet und saß in verschiedenen Gefängnissen. 1941 wurde sie in KZ Kauen deportiert, wo sie drei Tage später den Tod fand.Flörsheim, Hilda. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 1. November 2013.HIER WOHNTEHILDA FLÖRSHEIMGEB. HAMBURGERJG. 1891VERHAFTET 22.11.1935ZUCHTHAUS WALDHEIMDEPORTIERTERMORDET INRIGA120px|Stolperstein für Hilda Flörsheim (Leipziger Str. 45) (9. Juli 1923–1943) Ingeborg Flörsheim kam 1923 in Langenselbold als Tochter von Gustav und Hilda Flörsheim zur Welt. Sie wurde am 9. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sie 1943 ermordet wurde.Flörsheim, Ingeborg. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Transportliste Nr. 24 vom 9. Dezember 1943 Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 1. November 2013.HIER WOHNTEINGEBORGFLÖRSHEIMJG. 1923DEPORTIERT 1942RICHTUNG OSTENERMORDET120px|Stolperstein für Ingeborg Flörsheim (Leipziger Str. 45) Eckhaus Neumarkt 12 Angelika Andräs: Gunter Demnig verlegt neue Stolpersteine. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 25. Mai 2007, abgerufen am 26. August 2021. geb. Hesse (17. Mai 1867 – 1. März 1943) Auguste Hesse wurde in Neusalz an der Oder geboren und war mit Jacob Lewy verheiratet. Sie lebte zuletzt als Witwe in Zeitz und zog nach Kriegsausbruch nach Berlin. Auguste Lewy geb. Hesse wurde nicht, wie bisher irrtümlich angenommen im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Sie verstarb bereits am 1. März 1943 in Berlin im Sammellager Gerlachstraße 19-21. Als Todesursache ist lt. Sterbeurkunde Nr. 988/1943 eine Herzmuskellähmung angegeben. Die Beurkundung des Todesfalles wurde durch Julius Israel Loewenthal durchgeführt und festgehalten.Auguste Lewy. In: collections.yadvashem.org. Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 11. Oktober 2024. Weitere Dokumente dort: 8911429 und 14063215.HIER WOHNTEAUGUSTE LEWYGEB. HESSEJG. 1867DEPORTIERT 1943AUSCHWITZERMORDET 1943 120px|Stolperstein für Auguste Lewy 160px|davor Stolperstein für Auguste Lewy Roßmarkt 6 (24. Aug. 1875 – 25. Aug. 1940) Hermann Blumenthal stammte aus Zeitz und arbeitete dort als Uhrmacher. Er und seine Frau Lydia lebten zeitweise in Berlin. Im Dezember 1938 verließen sie Deutschland und gingen nach Brüssel, wo Hermann Blumenthal am 25. August 1940 auf dem Weg ins Spital ermordet wurde.Hermann Blumenthal. In: collections.yadvashem.org. Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 11. Oktober 2024.HIER WOHNTEHERMANNBLUMENTHALJG. 1875FLUCHT 1938 BELGIENINTERNIERT MECHELENERMORDET 1940120px|Stolperstein für Hermann Blumenthal160px|davor Stolpersteine für Familie Blumenthal geb. Weissmann (10. Okt. 1868 – 27. Sept. 1942) Lydia Blumenthal geb. Weissmann wurde in Märkisch Friedland geboren. Sie und ihr Mann lebten zeitweise in Berlin. Im Dezember 1938 verließen sie Deutschland und gingen nach Brüssel. Am 24. Oktober 1942 wurde Lydia Blumenthal nach Auschwitz deportiert.Lydia Blumenthal. In: collections.yadvashem.org. Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer, Recherche Aaron Guttstein Zeitz / OT Kayna; abgerufen am 11. Oktober 2024.HIER WOHNTELYDIA BLUMENTHALGEB. WEISMANJG. 1868FLUCHT 1938 BELGIENINTERNIERT MECHELENDEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1942120px|Stolperstein für Lydia Blumenthal

Weblinks

stolpersteine.eu Gedenkbuch für die Toten des Holocaust in Halle – Gedenkbuch Umland

Einzelnachweise

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