mini|400px|Merxheim aus Richtung Martinstein

Merxheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nahe-Glan an.

Geographie Merxheim liegt am Südufer der Nahe. Auf der anderen Flussseite befindet sich Weiler bei Monzingen, im Osten Meddersheim, im Süden Kirschroth und westlich liegt Martinstein.

Zu Merxheim gehören auch die Wohnplätze Gänsmühle, Kornsmühle (früher Eltges- oder Iltismühle), Estrella (früher Kauzenmühle) und Weinelsmühle (früher Franzenmühle).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1061 als Merkedesheim in pago Nahgouue erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte Erzbischof Eberhard von Trier dem Stift St. Simeon Güter zu Merxheim und Monzingen. Seit Erzbischof Ruthard vom Mainz (1107) besaß auch das Kloster Disibodenberg ein Gut in Merchidisheim. Ein anderes Gut besaß 1145 der Abt Werner von St. Alban vor Mainz.Wilhelm Fabricius: Die Herrschaften des unteren Nahegebietes, Bonn: Behrendt, 1914, S. 99 (www.dilibri.de)

In der Frühen Neuzeit war Merxheim zweiherrisch geteilt zwischen den Vögten von Hunolstein-Steinkallenfels und den Herren von Braunsberg-Burgbrohl. Der Braunsberger Anteil ging 1625 an die Freiherren von Bourscheid-Burgbrohl-Büllesheim über. 1816 bis 1866 gehörte der Ort zum Oberamt Meisenheim der Landgrafschaft Hessen-Homburg und kam mit diesem 1866 zu Preußen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus verließen bis Ende 1938 alle jüdischen Bewohner auf Druck Merxheim. Auf dem jüdischen Friedhofsgelände befinden sich noch etwa 50 Grabsteine, eine auf einem großen Findling angebrachte Gedenktafel erinnert an elf jüdischen NS-Opfer. Mehrere „Stolpersteine“ erinnern ebenfalls an die ehemaligen jüdischen Bewohner des Ortes.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Merxheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 992 1835 ~ 1.100 1871 1.281 1905 1.262 1939 1.190 1950 1.338 1961 1.435 Jahr Einwohner 1970 1.433 1987 1.374 1997 1.475 2005 1.465 2011 1.441 2017 1.397

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Merxheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt 2024 4 3 9 16 Sitze 2019 6 3 7 16 Sitze 2014 9 2 5 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 7 3 6 16 Sitze 2004 7 4 5 16 Sitze FWG = Freie Wählergemeinschaft Merxheim e. V.

Bürgermeister Andy Baumgartner wurde am 12. August 2025 Ortsbürgermeister von Merxheim. Bei der Direktwahl am 27. Juli 2025 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 89,7 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Baumgartners Vorgänger Egon Eckhardt (SPD) hatte das Amt 26 Jahre ausgeübt. Zuletzt bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er mit einem Stimmenanteil von 75,4 % für fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Er legte sein Amt jedoch vorzeitig zum 30. April 2025 nieder, wodurch die Neuwahl erforderlich wurde.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Merxheim unterhält seit 1973 Beziehungen zu Merxheim im Elsass, der gleichnamigen Partnergemeinde in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswert sind das alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und die Aussicht über das Nahetal von der Aussichtsplattform.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Merxheim Liste der Naturdenkmale in Merxheim

Wirtschaft und Infrastruktur Im Norden verläuft die Bundesstraße 41. In Martinstein ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.

Persönlichkeiten Daniel Faber (1801–1879), Geometer und Mitglied der Landesversammlung der Landgrafschaft Hessen-Homburg

Literatur Friedrich Toepfer: Beilagen. VI. Die Herrschaft Merxheim. In: ders. (Bearb.): Urkundenbuch für die Geschichte des graeflichen und freiherrlichen Hauses der Voegte von Hunolstein, Bd. II. Jacob Zeiser, Nürnberg 1867, S. 455–460 (Google-Books)

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Merxheim Ortsgemeinde Merxheim auf den Seiten der Verbandsgemeinde Nahe-Glan

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ersterwähnung 1061 Kategorie:Ort an der Nahe (Rhein)