hochkant|miniatur|Die Spitalkirche in Meran Die Spitalkirche zum Heiligen Geist (italienisch Chiesa di Santo Spirito) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Meran. Sie befindet sich in Untermais neben der Passer am Beginn der Romstraße. Die spätgotische Hallenkirche zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt und steht seit 1949 unter Denkmalschutz. Der Kreuzweg im flämischen Stil stammt von Benedikt Schinle (1859–1927).

Geschichte thumb|Die Spitalkirche in Matthäus Merians Topographia Germaniae von 1649 mit dem südlich vorgelagerten Spitalbau (1939 abgerissen) Außerhalb des historischen Stadtkerns und der Stadtmauern von Meran, südlich des Brückenkopfs der Passer an der Landstraße nach Bozen gelegen, ließ 1271 Graf Meinhard II. von Tirol-Görz ein Spital und die dazugehörige Spitalkirche errichten, die dem Heiligen Geist geweiht war. Diese erste Kirche fiel der großen Überschwemmung des Jahres 1419 nach dem Ausbruch des Kummersees zum Opfer und wurde fast vollständig zerstört, während das Spital selbst 1428 als „spytal an Meran“ in einer Terlaner Urkunde aufscheint. Von 1448 bis 1455 fungierte Dionysius Heidelberger, der Sekretär und Kaplan Herzog Sigmunds von Österreich-Tirol, auch als Kaplan des Hl.-Geist-Spitals.Johannes Helmrath, Thomas Woelki (Hrsg.): Acta Cusana. Quellen zur Lebensgeschichte des Nikolaus von Kues. Band II, Lieferung 4. Felix Meiner Verlag, Hamburg 2018. ISBN 978-3-7873-3344-8, S. 1165, Anm. 16. 1468 wird die Einrichtung in einer Meraner Aufzeichnung als „spital auffem Rain in Maiser pfarr gelegen“ bezeichnet.Karl Moeser, Franz Huter (Bearb.): Das älteste Tiroler Verfachbuch (Landgericht Meran 1468–1471) (= Acta Tirolensia. Band 5). Wagner, Innsbruck 1990. ISBN 3-7030-0219-0, S. 91, Nr. 12. Herzog Sigmund ließ den neuen Kirchenbau errichten, der 1483 geweiht wurde. An die verheerende Überschwemmung erinnern Steinblöcke vor der Kirche und Fresken im Inneren, die die Katastrophe darstellen. 1951 wird die Kirche italienischsprachige Stadtpfarre.

Das Spital selbst wurde bis 1905 noch als solches genutzt, im selben Jahr übernahm der Neubau des Meraner Krankenhauses dessen Funktion. Das Gebäude wurde 1939 abgerissen, um für den rationalistischen Neubau einer Casa del Fascio, Sitz des örtlichen Ablegers der Faschistischen Partei Italiens, Platz zu machen.Parocchia Santo Spirito a Merano / Pfarre zum Hl. Geist in Meran. Bozen: Pluristamp 1999.

Gebäude miniatur|Kircheninneres, Gewölbe und Säulen im Chor Der Innenraum des Kirchengebäudes wird durch vier Strebepfeiler gegliedert. Die Fassade, die von einem Dachreiter bekrönt ist, wird vom schönen gotischen Portal dominiert. Es ist durch einen Pfeiler, an dem sich eine Madonnenstatue befindet, in zwei Hälften geteilt. Darüber im Bogenfeld ist das Relief der heiligen Dreifaltigkeit in Form eines Gnadenstuhls zu sehen, die von zwei Stifterfiguren flankiert wird. An der südlichen Außenwand befindet sich das Fresko einer Kreuzigungsgruppe (um 1450) von Ambrosius Gander.

Das Innere stellt den Typus einer dreischiffigen Hallenkirche dar. Mehrere Säulen tragen ein Sternrippengewölbe. Bemerkenswert sind der zehneckige Umgangschor mit einem Fresko der Dreifaltigkeit sowie die barocke Orgel der Kirche.Alfred Reichling: Orgelgeschichte der Spital- und Pfarrkirche zum Hl. Geist in Meran. In: Acta Organologica. 12, 1978, S. 9–47.

Galerie

Anmerkungen

Literatur Edmund Theil: Die Spitalkirche in Meran. Athesia, Bozen 1973 (= Kleiner Laurin-Kunstführer. Nr. 19). Ausschuss des Pfarrgemeinderats für Bildung und Kultur: Die Hl. Geist-Kirche in Meran. Pluristamp, Bozen 1999.

Siehe auch Heiliggeistspital Bozen

Weblinks

Kirchen in Meran Heiliggeistkirche

Meran Spital Kategorie:Baudenkmal in Meran Meran Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Meran Meran Kategorie:Bauwerk der Gotik in Südtirol